Die Jakobsmuschel und der gelbe Pfeil leiten den Weg – die Franken laufen oft den Jakobsweg entlang, ohne es zu merken – sogar durch die Altstadt in Bamberg führt der Pilgerweg, der in der ersten Hälfte des 11. Jahrhunderts entstand.

Von zahlreiche Freundschaften, spirituellen Momenten und transzendierenden Ereignissen berichten Pilger des Jakobwegs – im Spanischen heißt der Hauptweg auch Camino de Santiago. Der Weg führt zum angeblichen Grab des Apostels Jakobus in der Kathedrale des nordspanischen Santiago de Compostela. 

Fränkischer Jakobsweg oder "fränkischer Camino": Hier pilgert man, ohne es zu wissen

Auf der Reise geht es nicht unbedingt nur um christliche Werte – oft pilgern Menschen, die vor einer großen Entscheidung stehen oder stressige Momente durchleben. Es geht darum, sich Zeit für sich selbst zu nehmen und Erfahrungen auf dem Weg zu sammeln. Gleichwohl ist das Pilgern eine jahrhundertealte Tradition vieler Glaubensrichtungen: Die Hadsch bei den Muslimen, die Wallfahrt der Juden oder der Weg Buddhas im Buddhismus.

Vom nordoberfränkischen Hof führt der Jakobsweg über Bayreuth nach Nürnberg und orientiert sich dabei an der einstigen Handelsroute "via imperii" von Leipzig nach Nürnberg. Parallel dazu verläuft der Jakobsweg von Kronach oder Coburg über Lichtenfels und Bamberg nach Nürnberg. Im Mittelalter war Nürnberg der Dreh- und Angelpunkt auf Reisen von Prag oder Leipzig nach Jerusalem, Rom und auch dem Weg nach Santiago de Compostela. Von Nürnberg aus führt der Jakobsweg weiter nach Rothenburg ob der Tauber. Nach Rothenburg ist es ein 85 Kilometer langer, viertägiger Fußmarsch.

Von Rothenburg ist es allerdings noch ein weiter Weg. Möchte man auf der Hauptstrecke, dem Camino Francés pilgern, muss man in die Pyrenäen in Nordfrankreich. Von dort aus in Saint-Jean-Pied-de-Port sind es noch circa 800 Kilometer bis Santiago de Compostela.

Google Maps Karte des Jakobswegs in Franken: Von Kronach über Bamberg nach Nürnberg

Wer etwa in der fränkischen Bierstadt Bamberg wohnt, geht automatisch oft den Jakobsweg entlang, ohne es zu wissen. Wer möchte, kann hier durch die interaktive Karte von fernwege.de scrollen, und Teile des "fränkischen Camino" digital erkunden – oder einfach beim nächsten Gang durch Wald oder Stadt Ausschau nach gelbem Pfeil oder Jakobsmuschel halten.