Lange Busreisen können oft anstrengend und kräftezehrend sein. Doch das muss nicht sein! Mit der richtigen Vorbereitung beginnt die Entspannung bereits an Bord des Busses und der Reisestress weicht der Vorfreude auf den Urlaub. Die optimale Vorbereitung auf eine lange Fahrt beginnt bereits vor Antritt der Reise. Sobald man das Ticket in den Händen hält, sollte man sich mit den wichtigsten Eckdaten der Reise auseinandersetzen: Wann und wo genau fährt der Bus ab? Wie kommt man zur Busstation und wie lange braucht man für den Weg? Wie lange dauert die Busreise? Wie viele Pausen wird es geben und wie lang sind diese? Wer im Vorfeld bereits die Anfahrt zum und Abfahrt vom Busbahnhof durchdacht hat, erspart sich eine Menge Stress und kann die Busfahrt entspannt angehen.

Was kommt mit in den Bus?

Das Wichtigste auf jeder Reise ist die Verpflegung. Da viele Busse über keinen oder nur spartanischen Service verfügen, sollte ausreichend Proviant eingepackt werden. Im Idealfall sorgt man für abwechslungsreiche Kost. Niemand isst gerne den ganzen Tag über das Gleiche. Es sollte nicht vergessen werden, dass die Handgepäckablage nur über einen begrenzten Stauraum verfügt und oft sehr flach ist. Für den Fall, dass die Tasche zu groß oder zu hoch ist, muss sie die ganze Fahrt über zwischen den Beinen gelagert werden. Besonders bei Getränken ist das zu beachten. Jede Flasche hat nicht nur zusätzliches Gewicht, das man zum Busbahnhof schleppen muss, sondern belegt auch viel Platz im Handgepäck. Besser ist es, auf eine große Auswahl an Getränken zu verzichten und lieber die Stopps auf der Fahrt zu nutzen, um sich mit ausreichend Flüssigkeit zu versorgen.

Der weitere Inhalt des Handgepäcks hängt von den Plänen für die Zeit der Busreise ab. Hat man überwiegend vor zu schlafen, sollten ein Kissen, ein Nackenhörnchen und nach Wunsch Ohropax nicht fehlen. Da die Klimaanlage in Bussen nicht individuell verstellbar ist, schadet es auch nicht, eine kleine Decke, eine Jacke oder einen Schal mit sich zu führen. Gleichzeitig sollte man sich so kleiden, dass man problemlos eine oder mehrere Schichten ablegen kann.

Wer sich während der Fahrt beschäftigen möchte, hat unzählige Möglichkeiten dazu. Die erste bietet unter Umständen schon der Sitznachbar. Es ist kaum zu glauben, wie viele Freundschaften schon auf langen Busreisen entstanden sind. Für den Fall, dass der Nebenplatz nicht belegt ist, sollte man sich mit heruntergeladenen Serien, Filmen oder Musik auf Smartphone, Tablet oder Laptop, Zeitschriften, Büchern in Druckform oder digital als E-Book, einem Reiseführer des Urlaubsziels, Reisespielen im Miniformat oder Stift und Papier für Klassiker wie "Stadt, Land, Fluss" oder Kreuzworträtsel wappnen. Sofern man mit Kindern reist, werden es vor allem die Kleinen danken, wenn ausreichend Spiele und Unterhaltung im Gepäck sind. Zudem sind viele Busse heutzutage mit frei zugänglichem WLAN ausgestattet.

Wer sich bereits auf die traumhafte Landschaft freut, die auf der Fahrt durchquert wird, sollte für diesen Fall die Kamera oder das Smartphone für einige Schnappschüsse bereithalten. Wichtig sind auch die nötigen Ladekabel oder Ersatzakkus für die technischen Geräte, die während der Fahrt intensiv genutzt werden sollen. Da Bustoiletten im Laufe einer mehrstündigen Fahrt an Sauberkeit einbüßen können, empfiehlt es sich zudem, für den Notfall ein wenig Toilettenpapier, Desinfektionsgel oder Feuchtigkeitstücher bei sich zu haben.

An Bord

Viele Busanbieter verkaufen Tickets mit freier Platzwahl, doch wo möchte man überhaupt sitzen? Ein Fensterplatz bietet bessere Möglichkeiten zum Anlehnen für ein Nickerchen und erlaubt einen uneingeschränkten Blick aus dem Fenster. Der Platz am Gang hingegen ermöglicht es, die Beine der Länge nach auszustrecken - zumindest solange niemand vorbei muss. Zudem muss man den Nebenmann nicht jedes Mal bitten aufzustehen, wenn man auf die Toilette muss oder sich die Füße vertreten möchte. Für einige Menschen kommen bestimmte Teile des Busses aufgrund von Reiseübelkeit nicht als Sitzplatz in Frage. Plätze in der Nähe der Toilette bzw. der Mitteltür können über extra Beinfreiheit verfügen, unter Umständen aber auch eine gewisse Geruchsbelästigung mit sich bringen, wenn die Tür des Bord-WCs geöffnet wird.

Hat man sich seinen Lieblingsplatz gesichert, bieten die Bussessel ungeahnte Möglichkeiten. Der Großteil der Sitze verfügt mittlerweile über 230 Volt-Steckdosen, manche sogar mit USB-Steckern. Die verstellbaren Rückenlehnen dürften den meisten Reisenden bereits aus Flugzeugen bekannt sein, ebenso wie das herunterklappbare Speisetablett und das Trittpedal zum Abstellen der Füße. Was unerfahrene Busreisende oft nicht wissen: Die Gangplätze einiger Busmodelle verfügen über eine Taste, mit der sich der Sitz ein gutes Stück in Richtung Gang schieben lässt, um so zusätzlichen Platz zu ge währen.

Das stundenlange Sitzen in einer Position kann zu Verspannungen führen. Deswegen sollten die Pausen zum Luftschnappen, Füße vertreten und für Streck- und Dehnübungen im Freien genutzt werden. Der Rücken wird es danken! Gut vorbereitet steht einer entspannten Busfahrt dann nichts mehr im Weg. Dennis Tuczay