Ebermannstadt
Ausflugstipps

"Mehr als Bier und Schäufele": Was Sie in der Fränkischen Schweiz trotz Corona unternehmen können

Corinna Brauer hat den beliebten "Fränkische Schweiz"-Reiseführer aktualisiert. Wir haben mit der Aufseßerin gesprochen.
 
Auch wenn sich das Museum in der Burg Pottenstein (Foto) derzeit in der Winterpause befindet: In der Fränkischen Schweiz gibt es im Winter - und trotz Corona - viele lohnenswerte Ausflugsziele.
Auch wenn sich das Museum in der Burg Pottenstein (Foto) derzeit in der Winterpause befindet: In der Fränkischen Schweiz gibt es im Winter - und trotz Corona - viele lohnenswerte Ausflugsziele. Foto: anaterate/pixabay.com
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  • Der Reiseführer "Fränkische Schweiz" gehört zu den beliebtesten Büchern des Erlanger "Michael Müller Verlags"
  • 2020 ist der Reiseführer in der 12.  Auflage erschienen
  • Corinna Brauer aus Aufseß war für die Überarbeitung mitverantwortlich
  • Die Co-Autorin gibt im Interview Tipps für den Corona-Winter in der Fränkischen Schweiz 

Im Corona-Jahr 2020 hat Corinna Brauer den beliebten "Fränkische Schweiz"-Reiseführer* aus dem Erlanger "Michael Müller Verlag" aktualisiert.

Einkehrmöglichkeiten und Traditionen: Was in der Fränkischen Schweiz im Corona-Winter möglich ist

Wir haben mit der bekannten Autorin aus Aufseß über Einkehrmöglichkeiten und andere Traditionen gesprochen, die trotz Corona in der Fränkischen Schweiz wenn auch mit Einschränkungen sogar in diesem Winter weiter möglich sind.

Frau Brauer, kann die Fränkische Schweiz mit geschlossenen Gaststätten und ohne Bier und Schäufele eigentlich als Fremdenverkehrsregion funktionieren?

Corinna Brauer: Moment. Die Fränkische ist doch viel mehr als Bier und Schäufele. Sie ist auch Landschaft, Wanderregion und Streuobstwiesenparadies. In diesem Sommer hat die Region einen wahren Boom erlebt - vor allem Ferienwohnungen waren sehr beliebt. Für den Reiseführer haben wir die ungewöhnlichsten Übernachtungsorte und die schönsten Stellplätze fürs Wohnmobil aufgespürt.

Zum Beispiel?

Zum Beispiel kann man in Gräfenberg wie ein Schäfer im Schäferwagen wohnen, im Schloss Oberaufseß sich wie ein Burgherr fühlen und in Weingarts mit seinem Camper unter Apfelbäumen übernachten.

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Aber die leckeren Gaststätten haben momentan leider geschlossen?

Corinna Brauer: Ja. Aber auch die Gasthöfe haben während des Lockdowns neue Wege der Vermarktung gefunden. Zum Beispiel setzen viele Wirte auf Abholservice, haben Online-Shops ins Leben gerufen oder Wanderbrotzeiten zum Mitnehmen kreiert. Besonders originell ist das Schäufele-Drive-In des Gasthofs Höhn in Memmelsdorf.

Das hört sich lecker an. Wie funktioniert das?

Da fährt man einfach mit dem Auto durch das Hoftor direkt zum Küchenfenster, bekommt dort sein ofenfrisches Schäufele ausgehändigt und fährt anschließend auf der anderen Seite wieder aus dem Hoftor davon.

Und lässt sich das Schäufele am bestem gleich im Auto oder auf dem nächsten Rastplatz schmecken?

Warum denn nicht! Wenn man an Teller und Besteck gedacht hat, überhaupt kein Problem. Am besten bringt man übrigens gleich seinen eigenen Kochtopf für das Schäufele to go mit. Das schont nicht nur die Umwelt. Ich habe festgestellt, dass man dann auch etwas mehr Sauce bekommt. Und Platz für einen extra Kloß findet sich in dem Topf meistens auch noch (lacht).

Zum Aufwärmen kann man dort aber auch nicht einkehren?

Wegen Corona leider nein. Aber dafür gibt es die Kaffeerösterei Bogarts in Forchheim. Dort hat die Familie Bogatz wegen Corona alle Stühle und Tische weggeräumt und aus ihrem Café einen Hofladen mit regionalen Spezialitäten aus der Fränkischen Schweiz gemacht. Das finde ich eine super Idee. Dort gibt es eine wahnsinnig große Glühwein-Auswahl. Am besten man kauft sich eine Flasche für daheim.

Aber die Gaststätten zum Einkehren fehlen in der kalten Jahreszeit doch trotzdem besonders?

Na klar. Die fehlen an allen Ecken und Enden. Und ich habe auch die Befürchtung, dass nicht alle Gaststätten die Corona-Krise überleben werden. Toll finde ich, dass die Einheimischen vor Ort wie die Wölfe für ihre Gasthöfe kämpfen. Die Unterstützung ist wirklich enorm. Die Menschen holen sich das Essen nach Hause, weil sie ihre Gasstätte wirklich erhalten und nicht durch die Krise für immer kaputt gehen lassen wollen. Viele Wirte haben mir erzählt, dass ihnen diese Unterstützung der Leute wirklich sehr gut tut.

Wo kann man noch hingehen trotz Lockdown?

Es gibt auch im Winter schöne Spazierwege, die nicht allzu lang sind und die sich mit einem Besuch im Hofladen verbinden lassen. Zum Beispiel ist während des ersten Lockdowns in Moggast bei Ebermannstadt aus privater Initiative der Familie Kormann ein Rundweg entstanden, der Obstalleen, Hecken und Wald miteinander verbindet. Er endet in der beeindruckenden Kirche in Moggast. Den Weg kann man auch gut im Winter gehen und danach bei Familie Kormann Kräutersalze, sortenreine Apfelsäfte oder Brände im Hofladen einkaufen.

Welchen Touren und Ziele würden Sie persönlich in der momentanen Situation noch ansteuern?

Zum Beispiel den Kussweg in Hollfeld. Der wird jedes Jahr vom Fränkischen Theatersommer gepflegt und ist mit vielen originellen Rastplätzen ausgestattet. Auch die Wanderwege rund um Aufseß sind herrlich zum Spazierengehen und gut ausgeschildert. Die Panoramatour verbindet beide Schlösser und führt auf sonnigen Wegen am Wald entlang.

Klingt romantisch. Haben Sie auch einen speziellen Tipp für Familien mit Kindern?

Klar (lacht). Das Kainachtal in Hollfeld ist gerade für Kinder herrlich abwechslungsreich mit seinen Wegstationen. Oder man fährt ins kleine Dörfchen Mengersdorf in der Nähe der Therme Obernsees. Hier wandert man auf einem Erlebnisweg durch den Zauberwald und liest von Station zu Station ein Märchen von der Bachprinzessin. Sehr originell angelegt und zu jeder Jahreszeit spannend!

Das Gespräch führte unser Mitarbeiter Nikolas Pelke.

Info: Corinna Brauer hat den Reiseführer "Fränkische Schweiz"* als Co-Autorin im Auftrag der beiden Autoren Hans-Peter Siebenhaar und Michael Müller komplett überarbeitet. Die aktuellste Auflage ist bereits im Januar 2020 erschienen, laut Brauer findet aber eine ständige Überarbeitung statt.  Unter anderem gibt es Reise-Updates auf der dazugehörigen Buchseite, auf dem Verlagsblog und der speziellen Fränkischen-Schweiz-Seite www.gscheitgut.de. Auf den Seiten finden sich auch  Ideen zu Ausflügen und Wanderungen in Zeiten von Corona, nachhaltigen Einkaufstipps und Gastronomieempfehlungen. Lesenswert sind beispielsweise die Ausflugstipps für die Fränkische Schweiz, die Anregungen für Aktivitäten und Wanderungen, Einkaufstipps, die man mit Spaziergängen verbinden kann,  sowie Genusstouren zu Weiderindern in der "Fränkischen".

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