Laden...
Gräfenberg
Stadtrat

Fränkische Schweiz: Wird aus dem Fünf-Seidla-Steig ein Vier-Seidla-Steig?

Vandalen, Dreck und Lärm könnten dazu führen, dass der legendäre "Fünf-Seidla"Steig" in der Fränkischen Schweiz seinen Namen verliert. Einer der fünf Orte will eine Verlegung der Route.
Artikel drucken Artikel einbetten
Auf dem Brauereiweg rund um Aufseß in Oberfranken wandern Urlauber von Seidla zu Seidla.  Foto: Florian Trykowski/TZ Fraenkische Schweiz/dpa-tmn
Auf dem Brauereiweg rund um Aufseß in Oberfranken wandern Urlauber von Seidla zu Seidla. Foto: Florian Trykowski/TZ Fraenkische Schweiz/dpa-tmn
+1 Bild

Die Geister, die man rief: Der touristische Fünf-Seidla-Steig ist erfolgreich. "Wo Menschen in Massen auftreten, gibt es Probleme", meinte der Gräfenberger Bürgermeister Hans-Jürgen Nekolla (SPD) zu dem emotionalen Thema, das auf der Tagesordnung des Stadtrats stand: Soll der beliebte Wanderweg verlegt werden?

Die Probleme sind nicht von der Hand zu weisen: Lärm, Müll und Vandalismus. "2014 kamen die ersten Anträge, den Weg in Teilbereichen zu verlegen", sagte Nekolla. Seit 2018 wurden darüber Diskussionen geführt. Nun hat der Fränkische-Schweiz-Verein (FSV), Ortsgruppe Thuisbrunn, aufgrund der Probleme in Hohenschwärz einen Antrag auf Verlegung des Frankenwegs gestellt und damit verbunden in dem Bereich auch den Fünf-Seidla-Steig. Der Frankenweg wird aber nicht verlegt.

Fünf-Seidla-Steig soll geändert werden

Mit den Brauereien wurde die vom FSV vorgeschlagene neue Route des Bierwegs abgelaufen. Die Strecke hätte dann nicht mehr durch das Wohngebiet geführt, womit eine Entlastung der Bürger hätte erreicht werden können. Einfach zu realisieren wäre es nicht gewesen, da die neue Route an der Ortsverbindungsstraße Neusles - Hohenschwärz entlanggeführt hätte bis zum öffentlichen Feldweg (Kirchenweg).

Wie sollte dieser Teilabschnitt entlang der Ortsverbindungsstraße gesichert werden?, lauteten die Bedenken der Stadtverwaltung. Eine Verkehrsschau mit der Polizei fand deshalb statt. Das Ergebnis war, den Weg außerhalb der Ortschaft als geschotterten Seitenstreifen neben der Fahrbahn verlaufen zu lassen. Dieser Gehweg sollte 2,50 Meter breit sein. Die Kosten für diesen Seitenstreifen wurden mit 10.000 Euro beziffert.

Angesichts der vielen Beschwerden bei jeder Bürgerversammlung, gerade in Hohenschwärz, und der im Vorfeld stattgefundenen Diskussionen über diesen Bierweg war Bürgermeister Nekolla der Ansicht, der Stadtrat sollte seine Meinung dazu äußern. Einen Weg, es allen rechtzumachen, werde man nicht finden. Allerdings hob Nekolla hervor, dass die Betreiber bemüht seien, die negativen Auswirkungen in den Griff zu bekommen. So werden keine Junggesellenabschiede mehr geduldet, es werde keine Werbung mehr betrieben und sogar auf den offiziellen Saisonauftakt mit Freibier und Livemusik werde heuer verzichtet.

Beschwerden nicht unbekannt

Die Brauereien fürchten aber auch, dass andere Bürger mit dem gleichen Ansinnen an die Stadt herantreten, wenn der Weg nun im Teilbereich geändert würde. Die Beschwerden der Bürger sind den Stadträten nicht unbekannt. Teils sind sie als Anwohner des Wegs selbst betroffen. "Die meisten laufen GPS-gesteuert den alten Weg. Ich glaube nicht, dass die Alternative akzeptiert wird", meinte Martin Kempe (FW).

Die Verlegung würde nur die einen Anwohner entlasten, doch es gebe dann andere Betroffene. Matthias Striebich (Grüne) regte deshalb an, die Wanderer weiterhin zu einem verträglichem Verhalten zu motivieren anstatt sie aus den Orten herauszuhalten. "Der Fünf-Seidla-Steig soll eine Art Rundweg sein. So aber würde er von Hohenschwärz wegführen. Müsste man ihn dann Vier-Seidla-Steig nennen?", meinte Striebich. Dass ein Umweg angenommen würde, glaubt er nicht. "Die Verlegung wäre vergebliche Liebesmüh und wir schaffen damit einen Präzedenzfall", meinte Werner Wolf (FW).

Nicht nur die Menschen leiden unter den unvernünftigen Wanderern, auch die Tierwelt, sofern die Leute nicht auf dem vorgegebenen Weg laufen, sondern querfeldein. "Es war noch nie so viel Wild auf der B 2", mahnte Hans Derbfuß (CSU), der ebenfalls auf die Vernunft der Wanderer hofft. Wenn schon Geld in die Hand genommen werde, so könne man damit auch einen Streetworker an die Brennpunkte schicken, regte Striebich an. Die Alternativroute wäre keine Erleichterung, sondern würde nur weitere Wünsche nach Routenänderungen hervorbringen. Denn Probleme mit den Wanderern haben andere Anwohner in den Orten des Wanderwegs auch.

Ein Beschluss musste nicht gefasst werden. Dem FSV will man mitteilen, dass die neue Route nicht als sinnvoll erachtet wird.

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren