Ebermannstadt
Nostalgie

Mit der Museumsbahn durchs Wiesenttal: Dampfbahn Fränkische Schweiz hat neue Loks am Start

Museumszüge der Dampfbahn Fränkische Schweiz in Ebermannstadt laden von 1. Mai bis Oktober an Sonn- und Feiertagen zur Fahrt durch das Wiesenttal ein.
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Der Dampfzug unterhalb der Burgruine Neideck  Foto: Florian Fraaß
Der Dampfzug unterhalb der Burgruine Neideck Foto: Florian Fraaß

Frankens erste und älteste Museumsbahn eröffnet am 1. Mai die Fahrsaison, 45 Jahre nach der Gründung des Vereins. Bis Ende Oktober fahren die historischen Züge der Dampfbahn Fränkische Schweiz (DFS) an allen Sonn- und Feiertagen je dreimal von Ebermannstadt nach Behringersmühle und zurück.

Museumszug in der Fränkischen Schweiz: Mit Dampfbahn und Diesellok

Nach wie vor bestreiten die Eisenbahner der DFS den musealen Fahrbetrieb ausschließlich ehrenamtlich. Das bedeutet, Technik und Personal für beachtliche 33 Betriebstage abzusichern. Dabei kommt an 15 Tagen der Dampfzug zum Einsatz. An 18 Tagen werden die Museumszüge auf der 16 Kilometer langen Strecke von einer historischen Diesellok bespannt.

Im vergangenen Jahr nutzten rund 25.000 Fahrgäste die Museumsbahn, wie Stephan Schäff, der Pressesprecher des Vereins, zu berichten weiß.

Familienfreundliche Attraktion

Die Fahrt mit der Museumsbahn bietet sich nicht nur für Wanderer und Eisenbahnfreunde an. Sie ist insbesondere für Familien mit Kindern ein nicht nur erlebnisreiches, sondern auch familienfreundliches Angebot. Denn Kinder unter sechs Jahren fahren weiterhin kostenfrei. Das gilt auch für jedes Kind bis zum Alter von 14 Jahren, das mit einem Erwachsenen auf dessen Fahrkarte gratis mitfahren kann.

Und wo sonst kann man heute bei einer Zugfahrt nicht nur das Fenster des Wagens noch öffnen, sondern sich den Fahrtwind auf einer der offenen Plattformen um die Nase wehen lassen? Damit hat sich die Dampfbahn zu den besonders familienfreundlichen Attraktionen der Fränkischen Schweiz entwickelt.

Zum Thema: Mit der historischen Dampfbahn durch das Wiesenttal: Die Fränkische Schweiz im Waggon erkunden

Den Dampfbetrieb zwischen Ebermannstadt und Behringersmühle wird am 1. Mai sowie an den folgenden Betriebstagen mit Dampflokeinsatz die 1930 gebaute Privatbahn-Dampflok der Bauart "ELNA 6" bestreiten. Jeweils um 10 und 14 Uhr dampft sie ab Ebermannstadt mit dem Museumszug nach Behringersmühle.

Ein zweites Dampfross

Noch im Laufe des Sommers soll dann auch wieder ein zweites Dampfross zur Verfügung stehen: die 1923 von Hanomag gebaute Dampflok "Nürnberg". Diese Maschine hatte 1983 die Renaissance des Dampfbetriebs im Wiesenttal eingeleitet. Von 1995 bis Anfang 2014 war sie - wenn auch nicht unter Dampf - als Leihgabe im Deutschen Dampflok-Museum in Neuenmarkt-Wirsberg zu bewundern. Ihre Hauptuntersuchung steht nunmehr unmittelbar vor dem Abschluss, so dass die ursprünglich als Werklok an das Nürnberger Gaswerk gelieferte Maschine bald wieder ihre Leistungsfähigkeit demonstrieren kann.

Doch die Aktiven des Vereins waren im Winterhalbjahr nicht nur an der alten Nürnbergerin tätig. Begonnen haben vielmehr auch die Arbeiten zur Hauptuntersuchung der Personenzug-Tenderlok der Baureihe 64. Diese größte und darüber hinaus für die Strecke typische Dampflok des Vereins braucht unter anderem einen neuen Satz Heiz- und Rauchrohre, die den Kessel der Maschine durchziehen. Auch der Aschkasten muss erneuert werden.

Und dann stehen noch die von der Eisenbahnaufsicht regelmäßig geforderten Arbeiten und Überprüfungen am Fahrwerk und der Bremsanlage der Lok an. Denn auch eine Museumsbahn unterliegt den strengen Sicherheitsvorschriften des Eisenbahnbetriebes.

Vor den mit historischen Dieselloks bespannten Zügen können seit dem Sommer vergangenen Jahres wieder wahlweise die beiden 1939 beziehungsweise 1940 gebauten Dieselloks der Baureihe V 36 zum Einsatz kommen. Denn seither ist auch V 36 235 nach ziemlich genau zehn Jahren wieder betriebsfähig. Die Maschinen der Baureihe V 36 sind für die Wiesenttal der 1950er Jahre typisch. Nach über sieben Jahren Pause wird auch die Diesellok V 60 114 wieder über die Musemsbahnstrecke brummen und mit ihrer roten Lackierung einen optischen Farbtupfer setzen.

Nach wie vor in Arbeit ist der 1937 gebaute historische Reichsbahn-Triebwagen des Vereins. Mit diesem vor 40 Jahren von der DFS aus dem Bayerischen Wald ins Wiesenttal zurückgeholten Fahrzeug hat der Verein 1980 den Museumsbetrieb eröffnet. Noch ist allerhand zu tun, bis der denkmalgeschützte Triebwagen wie in den 1950er Jahren wieder unterwegs sein kann. Aber deutliche Fortschritte sind bereits erkennbar.

In zwei Werkstätten aktiv

Bei diesem wie bei vielen anderen Projekten freut sich die DFS über Mitstreiter, die die Restaurierung aktiv unterstützen. Gearbeitet wird in der Ebermannstadter Werkstatt stets samstags ab 10 Uhr. Und auch in Nürnberg verfügt die DFS über eine kleine Werkstatt, in der mittwochs ab 17 Uhr insbesondere Komponenten für die Dampfrösser des Vereins aufgearbeitet werden.

Die Winterpause wurde auch für Arbeiten an der Strecke genutzt. Neben der Vorbereitung von Sanierungen an einigen Brücken hat insbesondere das Freischneiden der Strecke von Bewuchs viel Kraft gekostet.

Alle Informationen - von den Betriebstagen und dem Fahrplan über die Online-Buchung von Fahrkarten bis hin zu Informationen zu Sonderzügen für Vereins- oder Familienfeiern und den Möglichkeiten des Mitwirkens - gibt es auf der Internetseite des Vereins.

Mehr Infos zur Fränkischen Schweiz gibt es hier


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