• Wechselhafte Geschichte der Veste Heldburg
  • Das deutsche Burgenmuseum und Angebote für Familien mit Kindern
  • Kulturelle Möglichkeiten und Öffnungszeiten 

Hoch oben, auf einem 405 Meter hohen Vulkankegel, befindet sich über der Stadt Heldburg das Gegenstück zur "Krone Frankens", die sogenannte "Leuchte Frankens". Den Beinamen "Fränkische Leuchte" verdankt die Veste Heldburg der Lage im Süden Thüringens, denn bis ins 18. Jahrhundert hinein wurde die Region dem heute benachbarten Franken zugerechnet. Die Burg selbst diente als wichtiger Wachposten für die Veste Coburg, zu der Sichtkontakt besteht. Nachts verständigte man sich zwischen den beiden Burgen mit weithin leuchtenden Feuerpfannen. Im Turm der Veste Heldburg befand sich weiter ein Licht, um die umliegenden Regionen mittels Leuchtfeuer zu warnen.

Wechselhafte Geschichte der Veste Heldburg

Im südlichsten Zipfel des Landkreises Hildburghausen in Thüringen gelegen, bietet sich die romantische und durchaus kompakte Burganlage für einen Tagesausflug mit Kindern an. In Sichtweite zur Veste Coburg war die Veste Heldburg für lange Zeit ein wichtiger Posten der Coburger Herzöge, Johann Casimir brachte anlässlich seiner zweiten Hochzeit zahlreiche prominente Verwandte in den Räumen der hochmittelalterlichen Höhenburg unter. Als einzige thüringische Burganlage befindet sich die Veste an der deutschen Burgenstraße, die von Mannheim bis nach Bayreuth führt und zahlreiche Sehenswürdigkeiten und Übernachtungsangebote aufzeigt. Ihr heutiges Aussehen hat die Veste Heldburg vor allem im 16. und 19. Jahrhundert erhalten.

Im Laufe der Jahrhunderte wurde die Burganlage immer wieder umgebaut, verschiedene Herrschergeschlechter nutzen sie auf vielfältige Weise. Nachdem die Veste Heldburg im 14. Jahrhundert an die Wettiner gefallen war, diente sie als Amts- und Gerichtssitz. Im 16. Jahrhundert wurde sie zur Residenz ernannt, der bekannte Baumeister Nikolaus Gromann, der unter anderem die Herzogin Anna Amalia Bibliothek in Weimar errichtete, baute die Anlage im Stil der Renaissance um. Herzog Johann Casimir von Sachsen-Coburg nutzte die Burg als Jagd und Residenzschloss. Nach den Eroberungen und Plünderungen des 30-jährigen Krieges wurde die Anlage neu befestigt, leider haben sich diese Bauten bis heute nicht erhalten. In den Jahren danach wurde die Veste zu militärischen Zwecken genutzt, bis sie 1826 in den Besitz des Herzogshauses Sachsen-Meiningen überging. Herzog Georg II., bekannt als "Theaterherzog"*, ließ die Anlage im 19. Jahrhundert im Sinne des Historismus umgestalten und bewohnte die Burg zeitweise mit seiner Ehefrau. Die letzten herzoglichen Besitzer der Veste Heldburg lebten, bis sie 1945 enteignet wurden, in den Räumen der Anlage. Das letzte Kind, das in den Mauern der alten Burg spielte und aufwuchs, heiratete Anfang der 1950er Jahre den ältesten Sohn des letzten Kaisers von Österreich und Königs von Ungarn.

Nach dem 2. Weltkrieg lag die Burg im Grenzgebiet der DDR, teilweise war das Amtsgericht Heldburg dort untergebracht. Nachdem die sowjetischen Truppen die Anlage Anfang der 1950er Jahre ausgeräumt hatten, wurde sie als militärische Dienststelle der sowjetischen Streitkräfte in Deutschland genutzt. Für einige Jahre war darin sogar ein Kinderheim untergebracht, bis zum verheerenden Brand von 1982. Der Großbrand beschädigte Teile der Anlage massiv, unter anderem war der Renaissancetrakt stark zerstört. Aufgrund fehlender finanzieller Mittel verfiel die Anlage, die zerstörten Bauteile konnten weder gesichert noch neu aufgerichtet werden. Erst ab 1990 begann die Rettung des sogenannten "Französischen Baues" im Rahmen einer thüringisch-bayerischen Kooperation. 1994 übernahm die Stiftung der Thüringer Schlösser und Gärten die Veste Heldburg und seitdem setzten sich die Sanierungsmaßnahmen bis 2013 fort. Der Französische Bau wurde im Rohbau und an den Fassaden wieder hergestellt, die beiden Renaissance-Erker restauriert, der Kommandantenbau saniert und die Pfeilerhalle und die alte Hofstube wieder aufgebaut. 2016 wurde das Deutsche Burgenmuseum auf der Veste Heldburg eröffnet. Nachdem der erstgeborene Sohn des letztens amtierenden Herzogs im 2. Weltkrieg verstarb, begannen die Familienmitglieder mit der Errichtung einer Familiengruft in der Burganlage. 1951 wurde einer der Sarkophage umgebettet, 2006 wurde die Gruft auf Wunsch der Familie wiederhergestellt. Seitdem befinden sich die sterblichen Überreste dreier Familienmitglieder in der Gruft der Veste Heldburg, die Überführung weiterer Verstorbener ist geplant.

Das deutsche Burgenmuseum und Angebote für Familien mit Kindern

Das deutsche Burgenmuseum behandelt hauptsächlich das Thema "Burg". Die Geschichte und Kultur der deutschen Burgen und ihrer Bewohner*innen, aber auch die Erforschung der Heldburg und die Bestände stehen im Fokus. Wechselnde Ausstellungen mit aktuellem Themenbezug, Führungen, Erkundungsbögen und multimediale Präsentationen bieten den Besuchern ein abwechslungsreiches Angebot. Eine Dauerausstellung mit originalen Stücken aus der Burg nimmt die Besucherinnen und Besucher mit auf eine Zeitreise. Der Rundgang ist stimmig und abwechslungsreich, Mitmach-Aktionen komplementieren die pädagogischen Angebote. Die Kinder erfahren Interessantes zur Geschichte der Burg, zum Leben in einer Burg und ihren Bewohnern. Auf Anfrage werden neben Führungen im historischen Gewand auch kindgerechte Führungen einschließlich der Playmobilausstellung und Spielmöglichkeiten angeboten (Einschränkungen während der COVID-19 Pandemie sind möglich). Ein Besuch der Anlage eignet sich für Kinder jeden Alters.

In der Altstadt von Heldburg werden wissenswerte Stadtführungen angeboten, die nach individuellem Wunsch gestaltet werden können. Führungen im historischen Gewand sind optional buchbar. Weiter bietet die Burganlage der Veste Heldburg ein Kinder- und familienfreundliches Ambiente. Nach einem Anstieg über die bewaldete Bergkuppe in Bad Colberg, erreicht man die Märchenschloss-artige Anlage. Der herrliche Blick über die weite Landschaft reicht weit bis ins Umland des Rodachtals hinein. Vom Turm aus reicht der Blick sogar noch weiter, bis zum Thüringer Wald, der Rhön und dem Obermaintal. Ein anschließendes kleines Picknick unter freiem Himmel innerhalb der historischen Festungsmauern macht nicht nur Kindern Spaß!

Bereits im vorderen Burgbereich gibt es Spannendes zu entdecken und bereits dort erfahren auch die Kleinsten, wie mühevoll das Leben im Mittelalter für die meisten Menschen war.* Die Veste Heldburg und das deutsche Burgenmuseum bieten Familien mit Kindern zahlreiche Möglichkeiten. Neben einem Eltern-Kind-Raum, einem Ruheraum, der auch zum Wickeln oder Füttern gedacht ist, ist die Mitnahme von Kinderwägen bis zum Eingang möglich. An der Kasse bekommen alle Kinder ab 6 Jahren einen Erkundungsbogen, mit dem sie durch die Ausstellungen gehen und spannendes entdecken können. Auch einen kostenlosen Museumsführer gibt es im Kassenbereich.

Kulturelle Möglichkeiten und Öffnungszeiten

Die Burganlage selbst besticht durch eingefasste Terrassen und romantische Türme, verwinkelte Bauten und verspielte Bauelemente. Eine informative Entdeckungsreise durch die Dauer- und wechselnden Sonderausstellungen, bietet Eltern und Kindern eine kleine Auszeit vom hektischen Alltag, aber auch Heilige und Mythen werden unter die Lupe genommen, auch die gesellschaftlichen und politischen Umbrüche stehen im Fokus.

Ein besonderes Highlight sind Kulturveranstaltungen verschiedenster Art. Burgfeste, Theateraufführungen und Kulturveranstaltungen lassen die Welt von damals wieder aufleben und zeigen eine Welt außerhalb des Alltags. Die Felsenburg ist über mehrere Zufahrtsstraßen erreichbar, Parkmöglichkeiten sind vorhanden, der Aufstieg ist angenehm.

Die Öffnungszeiten gelten jeweils von April bis Oktober, hier hat die Anlage von Dienstag bis Sonntag von 10:00 – 17:00 Uhr geöffnet. Von November bis März schließt die Anlage bereits eine Stunde früher und im Januar und Februar hat die Burg nur am Wochenende von 10:00-16:00 Uhr geöffnet. Die Eintrittspreise sind moderat, Familien können ein Familienticket für insgesamt 14 € erwerben, Erwachsene zahlen 7 € und Kinder von 6 bis 17 Jahren 3,50 €.  

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