• Sammlungen im Bamberger Naturkunde-Museum
  • Der Vogel-Saal
  • Interaktiver Besuch mit der App ExpoNat
  • Von der Entstehung der Naturkunde-Museen bis heute
  • Öffnungszeiten, Preise und Parkmöglichkeiten
  • Fazit

Mitten in der Altstadt Bambergs, zwischen engen Gassen und beschaulichen Gebäuden, befindet sich ein interessantes Ausflugsziel, das sich für einen kleinen Streifzug anbietet. In der Gebäudeanlage des ehemaligen Jesuitenkollegs, ein wenig versteckt hinter einem Torbogen, liegt das Bamberger Naturkunde-Museum. Unzählige Tierpräparate nehmen die Besucher*innen mit in eine teils vergangene Welt. Neben aktuellen Themen finden sich regionale Bezüge und durch Mitmach-Stationen werden mehrere Sinne angesprochen. Das Bamberger Naturkunde-Museum besitzt zudem einen besonderen kulturhistorischen Wert.

Sammlungen im Bamberger Naturkunde-Museum

Etwas versteckt hinter einer Einfahrt mit einem großen Rundbogentor liegt es: Das Bamberger Naturkunde-Museum. Über einen kleinen Innenhof gelangt man zum Eingangsbereich des Museums. Ein Besuch lohnt sich nicht nur aufgrund des historischen Gebäudes; auch im Inneren gibt es für Groß und Klein viele historische Besonderheiten zu entdecken. Kinder bekommen ein Entdeckerheft, mit dem sie durch die Ausstellungen gehen und spielerisch Wissenswertes zur Geschichte unseres Planeten erfahren können. Die meisten Sammlungen stammen aus dem 18. Jahrhundert; der Bestand umfasst rund 180.000 Ausstellungsstücke. Über mehrere Stockwerke verteilt werden den Besuchern*innen geologische Themen, Sonderausstellungen und eine einzigartige Kulisse mit einer riesigen naturkundlichen Sammlung präsentiert. Das original erhaltene Naturalienkabinett wurde 1791 von Fürstbischof Franz Ludwig von Erthal als Lehreinrichtung der Universität gegründet und zeigt heute sehr seltene und verschiedene Sammlungen. Dazu gehören etwa historische Vögel, eine japanische Riesenkrabbe, historisches Obst, die berühmten "Würzburger Lügensteine", aber auch die Nachbildung eines äußerst seltenen, heute ausgestorbenen, afrikanischen Zebras.

Nach einer kurzen Orientierung im Erdgeschoss, beginnt der Rundgang mit der Entstehung der Erde und des Sonnensystems: Die Inhalte erstrecken sich vom Urknall bis hin zu verschiedenen Mineral- und Gesteinsschichten. Zahlreiche Audio-Stationen laden zum Mitmachen ein. Das Naturkunde-Museen wird gerne von Familien mit Kindern besucht, da es eine interaktive Wissensvermittlung anbietet. Ein besonderer Schwerpunkt des Museums liegt in den geologischen Informationen der Region. Anschauliche Karten zeigen zum Beispiel die Lage Bambergs in verschiedenen Zeitaltern. Unter anderem kann man hier erfahren, dass Bamberg im Zeitalter des Mittleren Trias (vor 215 - 205 Millionen Jahren) mitten in einem Meer lag. Die Ausstellung verläuft im Erdgeschoss bis in den ersten Stock. Neben Gesteinen und Schichten gibt es auch Auskünfte zur regionalen Baugeschichte. Anhand der verschiedenen Steine in der Fassade des Bamberger Doms wird beispielsweise in einem Schaubild gezeigt, wo die einzelnen Steine ihren Ursprung haben. Eine Erzählstation in Form einer Sandsteinfigur berichtet von der langen Reise eines Steins, die vor mehr als 200 Millionen Jahren begann und im Naturkunde-Museum endet. 

Nach den Grundlagen im Erdgeschoss, geht es im ersten Stock mit einer Sonderausstellung weiter, die aktuell Fossilien zeigt. Die meisten Fossilien wurden sogar in der Nähe von Bamberg gefunden. Aufgrund ihrer teilweise beachtlichen Größe sind diese besonders beeindruckend. Weiter geht es in den "Molassic Park"-Bereich. Hier können die Besucher*innen anschauliche Erklärungen und Mitmach-Möglichkeiten zu Themen wie Ausgrabungen, der Evolution und dem natürlichen Lebensraum heimischer Tiere finden. Sogar versteinerte Überreste von Tierexkrementen sind hier zu sehen; diese sind für Forschende eine gute Quelle. Objekte vom Menschenaffen bis zu präparierten Tieren und seltenen Tierarten sollen das Umweltbewusstsein stärken. 

Der Vogel-Saal

Ein absolutes Highlight des Bamberger Naturkunde-Museums ist der sogenannte Vogel-Saal im 2. Stockwerk. Der Saal selbst stammt aus dem 19. Jahrhundert und wurde 2010 saniert, wobei die originale Farbfassung der Vitrinen wiederhergestellt wurde. Bis zur Aufhebung der Universität 1803 hatte das Naturalienkabinett auch eine wichtige Funktion innerhalb der Lehre. Der Name leitet sich von den ersten Sammlungsbeständen ab, die heute noch in großer Zahl zu bestaunen sind. In der unteren Etage werden europäische und exotische Vögel präsentiert, in der Galerie sind wirbellose Tiere, Fische, Amphibien, Reptilien, exotische Singvögel, Säugetiere und Botanik zu sehen. Mit einer Grundfläche von rund 200 qm und einer Höhe von 8 Metern zählt der Saal mit zu den größten Schausälen. Der gesamte Raum wird von einem Spiegelgewölbe überspannt und in der oberen Etage führt eine Galerie die Besucher*innen an den Schauschränken vorbei.

Der Saal wird durch eine Art Klimaschranke betreten, da die organischen Sammlungsgegenstände eine konstante Temperatur benötigen. Neben unzähligen Vögeln, Eiern und Schmetterlingen wird auch der riesige Unterkiefer eines Waals ausgestellt. Kleine Anekdoten zur Bamberger Geschichte, wie zum Beispiel über die "Bamberger Wunderkette", schaffen immer wieder einen regionalen Bezug. Es finden sich neben exotischen Tieren auch außergewöhnliche Früchte, mit deren Sammlung teilweise bereits 1790 begonnen wurde. Beispielsweise gibt es seltene Obstsorten, die Namen wie "Rothes seidenes Hemdchen" oder die "kleine Pfalzgräfin" tragen.

Der Saal, als Museum im Museum, bietet einen guten Eindruck der Sammeltätigkeit vergangener Jahrhunderte und rundet den Ausstellungsbesuch ab. Das Naturkunde-Museum besitzt mit dem Vogelsaal den einzigen original erhaltenen musealen Schauraum des 19. Jahrhunderts.

Interaktiver Besuch mit der App ExpoNat

Eine weitere Möglichkeit das Museum und speziell den Vogel-Saal zu entdecken, bietet die App ExpoNat. Spannende und unterhaltsame Informationen zu verschiedenen Teilen der Sammlung, dem Raum oder seinem Gründer können an 70 Stationen erlebt werden. Die Inhalte sind in verschiedenen Themenbereichen zusammengefasst.

Zu Beginn wird man vom Gründer des Museums, Fürstbischof Franz Ludwig von Erthal (1730-1795) begrüßt, es folgen immer wieder kurze Einschnitte mit bekannten naturwissenschaftlichen Forschenden, wie beispielsweise dem schwedischen Naturforscher Carl von Linné oder dem Ornithologen Emil Küster. Da es im Haus kein WLAN für Besucher*innen gibt, sollte die App bereits vorab kostenlos aus dem App-Store heruntergeladen werden. 

Verschiedene Themenführungen bieten eine weitere Möglichkeit, das Museum auf bisher noch unbekannte Weise zu entdecken. Die Führungen können auf Anfrage individuell gestaltet werden und sind für Besucher*innen aller Altersgruppen und zahlreiche Anlässe, wie Geburtstage, Familienfeste, Fortbildungen oder Schulausflüge geeignet.

  • Die Führungen können von Montag - Freitag für 30 Euro und an Samstagen, Sonntagen und Feiertagen für 40 Euro gebucht werden
  • Die Kosten sind zuzüglich des Eintritts
  • Die Führungen sind auch außerhalb der Öffnungszeiten möglich.

Von der Entstehung der Naturkunde-Museen bis heute

Zahlreiche naturkundliche Museen gehen auf die Sammlungen von Fürsten, Universitäten oder naturwissenschaftlichen Vereinen zurück. Im Laufe der Zeit wurden die anfänglichen Sammlungen immer größer, es wurden neue Räume benötigt, da immer mehr Besucher*innen in die Ausstellungen kamen. So veränderten sich auch die Sammlungen und Schwerpunkte der einzelnen Museen mit der Zeit.

Im 19. Jahrhundert entstanden allgemein die ersten naturkundlichen Museen in Deutschland. Bis in die 1920er-Jahre hinein hatten naturkundliche Museen einen stetigen Zuwachs, bis in der Mitte des 20. Jahrhunderts das Interesse daran wieder abebbte. Heute kann das "Deutsche Museum von Meisterwerken der Naturwissenschaft und Technik" in München die meisten Besuchszahlen im Jahr vorweisen. Bereits 2015 erreichte das Museum für Naturkunde Berlin (Leibnitz-Institut für Evolutions- und Biodiversitätsforschung) die 500.000 Besuchsmarke. Naturkundliche Museen werden attraktiver und können einen Zuwachs an Besuchen verbuchen. Inzwischen gibt es weitere Sonderformen, wie den Aquazoo "Löbbecke Museum" in Düsseldorf, wo über 5000 Tiere aus mehr als 500 Arten als Museumsobjekte innerhalb der Ausstellung über die "Vielfalt des Lebens auf unserem Planeten" zu sehen sind.

Gegründet 1791, zählt das Bamberger Naturkunde-Museum zu den frühesten naturkundlichen Museen. Nachdem den Jesuiten 1589 der zentrale Platz im Herzen Bambergs zugewiesen wurde, begannen sie mit dem Bau einer Kirche samt zugehörigem Kloster- und Lehrkomplex. Endgültig fertiggestellt wurden die Kirche und das Kolleg 100 Jahre später, als Johann Leonhard Dientzenhofer die Arbeiten 1696 beendete. Heute beheimatet der Bau unter anderem die Englischen Fräulein (Maria Ward Schwestern), Teile der Universität und eben das Naturkunde-Museum.

Öffnungszeiten, Eintrittspreise und Parkmöglichkeiten

Das Naturkunde-Museum befindet sich in der Fleischstraße 2 in 96047 Bamberg, Telefon 0951/863-1249. 

Öffnungszeiten:

  • April bis September: Dienstag bis Sonntag, 09:00 - 17:00 Uhr
  • Oktober bis März: Dienstag bis Sonntag, 10:00 - 16:00 Uhr
  • Am 1.1., Faschingsdienstag, 1.11., 24.12., 25.12., 31.12. bleibt das Museum geschlossen

Eintrittspreise:

  • Erwachsene: 3,50 € / ermäßigt 2,00 €
  • Kinder von 6-18 Jahren: 1,50 €
  • Schüler*innen im Klassenverband: 1,00 €
  • Familienkarte: 8,00 €
  • Jahreskarte: 14,00 € / 8,00 €
  • Der Eintritt ist mit der BAMBERGcard kostenlos

Hinweis: Eine Kartenzahlung ist nicht möglich. 

Parkmöglichkeiten:

Das Museum selbst stellt zwar keine Parkplätze zur Verfügung, in der näheren Umgebung gibt es aber einige Möglichkeiten:

Fazit: Ein lohnender Besuch für die ganze Familie in Bamberg

Trotz digitaler Techniken im Alltag erleben Kinder das Naturkunde-Museum Bamberg auf eine besondere Weise. Kleinere Kinder finden vor allem die ausgestellten Tiere spannend, ältere Kinder interessieren sich dagegen bereits für weitere Zusammenhänge und die Erdgeschichte. Der Besuch im Naturkunde-Museum Bamberg eignet sich daher gut für Familien mit Kindern unterschiedlichen Alters, jedoch sollten die Kinder für die Entdecker-Rallye bereits lesen können oder mithilfe eines Erwachsenen die Fragen beantworten.

Du solltest für den Besuch ungefähr 1 - 1,5 Stunden einplanen, wobei das Tempo individuell ist und sich an unterschiedlichen Interessensgebieten orientiert. Der kleine Museumsshop bietet ein erschwingliches Angebot an Souvenirs, wie magnetische Steine oder eine Unze Gold. Toiletten und ein Aufzug sind vorhanden, jedoch sollte auf kleine Stufen geachtet werden. Sitzmöglichkeiten gibt es an verschiedenen Stellen und auch Schließfächer können gegen Pfand gemietet werden. 

Nach dem Besuch des Naturkunde-Museums kannst du dich in den umliegenden Cafés stärken, wie beispielsweise im Hofcafé. Beim Brotladen direkt nebenan gibt es Wurst und Brotwaren von regionalen Herstellern. Am Rand des Heumarkts liegt das Café DaCaBo, das Speisen vom Frühstück bis zum Abendessen in einem besonderen Ambiente anbietet. Für einen Ausflug mit Kindern eignet sich im Anschluss noch der Spiel- und Bewegungsplatz in der Weide / Mussstraße, der vor der Konzert- und Kongresshalle liegt. Über den Markusplatz sind die Plätze in 11 Minuten vom Naturkunde-Museum aus zu erreichen. 

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