Burgkunstadt
Spende

Sven Ottke besucht Sophie aus Burgkunstadt

Prominenter Besuch für Sophie aus Burgkunstadt: Sven Ottke besuchte Freitagvormittag das behinderte Mädchen. Mit im Gepäck hatte der ehemalige Profiboxer ein großes Kuscheltier und einen Scheck in Höhe von 2000 Euro.
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Eva Natterer (li.) freute sich über den Besuch und die Spende. Sophie freute sich vor allem über Ottkes (re.) Bart.  Foto: Jan Koch
Eva Natterer (li.) freute sich über den Besuch und die Spende. Sophie freute sich vor allem über Ottkes (re.) Bart. Foto: Jan Koch
Am Freitagvormittag traf sich in Burgkunstadt ein ungleiches Paar. Auf der einen Seite Sophie, ein kleines Kind; auf der anderen Seite Sven Ottke, das Kraftpaket. In 34 Profikämpfen hat der ehemalige Boxer gelernt, sich durchzubeißen. Insofern sind sich Sophie und Sven vielleicht doch ähnlicher als gedacht. Denn Sophie hat es wegen eines "offenen Rückens" nicht so leicht, wie andere. Sie ist auf auf zusätzlichen Sauerstoff angewiesen, kann ihre Blase nicht allein leeren, und ihre Beine kann sie zumindest im Moment noch nicht benutzen.

Dass der Mann mit der Berliner Schnauze und dem Fünf-Tage-Bart Freitagvormittag überhaupt im Wohnzimmer der Familie saß, hat vor allem mit einem Strongman-Lauf zu tun: Anfang Mai war Ottke Teil eines FT-Leser-Teams. Am Nürburgring quälten sich die sechs durch einen Parcours aus 15 Hindernissen. Insgesamt 20 Kilometer mussten sie dabei zurücklegen. Auch Wasserlöcher von zwei Metern Tiefe haben sie dabei durchquert. "Du bist völlig überhitzt und springst dann in das eiskalte Wasser", erzählt Ottke. "Das hört sich ja an wie in einem schlechten Army-Film", sagt Eva Natterer, Sophies Mutter. Durchgestanden hat Ottke die Strapazen trotzdem, weil er wusste, dass es um bares Geld ging; mit seiner Platzierung hat das FT-Leserteam immerhin 2000 Euro Preisgeld bekommen, das es für einen wohltätigen Zweck spenden wollte. Durch die Stiftung "Franken helfen Franken" kam man auf Sophie.

"Kein zweites Mal"


Mit einem übergroßen Teddybären im Gepäck klingelte Sven Ottke also am Freitagvormittag an der Haustür von Familie Natterer in Burgkunstadt. "Es ist doch selbstredend, dass man sich ein bisschen sachkundig macht, was man da tut", sagte Ottke. Sophie jedenfalls hatte ihren Spaß am Besuch des im Ring so harten Kerls - sie zupfte gern an seinem Bart herum; der 45-Jährige Berliner ließ es gern geschehen und unterhielt sich mit Sophies Mutter darüber, wie es Sophie geht und was sie in Zukunft brauchen wird.

Das Wichtigste haben Natterers bereits zusammen: Sie haben bereits genug Spenden erhalten, um einen speziell umgebauten Kleinbus für Sophie bestellen zu können. Damit ist es allerdings nicht getan: Auf die Familie kommen weitere Ausgaben zu: Zum Beispiel ein Aufzug für das Haus in Maineck, das sie gerade renovieren. "Wir wollen nicht sagen: ,Sophie, du bist im Erdgeschoss und wir sind mit den Zwillingen oben."
Mit den 2000 Euro von Sven Ottke ist ein Anfang gemacht; und er freut sich, dass er helfen konnte, betont aber: "Einen Strongman-Lauf mache ich kein zweites Mal mit."


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