"Wir hatten ein Rekordjahr" - welch’ frohe Botschaft könnte das sein, wäre sie nicht so traurig. Denn die, die das Rekordjahr hatten, waren Menschen in Not. Arm, obdachlos, einsam. 15.000 Mal haben sie die Wärmestube in Bamberg besucht. Ein unerfreulicher Rekord, einerseits. Andererseits ein Zeichen dafür, dass bedürftige Menschen in schweren Zeiten noch Halt und Hoffnung finden können: Im Treffpunkt Mt 25 – Bündnis für Menschen in Not, der auch vom Spendenverein Franken helfen Franken der Mediengruppe Oberfranken (MGO) unterstützt wird.„Ohne den Treffpunkt würden es viele nicht packen.“Peter Klein, Menschen in NotDie Einrichtung ist aus der Initiative Matthäus 25 in der Bamberger Pfarrei St. Martin hervorgegangen. Ehrenamtliche hatten schon 1998 die Notwendigkeit erkannt, dass wohnungslose Menschen ohne Hilfe von außen im Abseits landen. Gemeinsam mit dem Caritasverband für die Stadt Bamberg und dem Diakonischen Werk Bamberg-Forchheim kümmert sich die Initiative seitdem um vorwiegend wohnungslose, strafentlassene und arme Menschen, die sich kurz- oder langfristig in Bamberg aufhalten. Einziger hauptamtlicher Mitarbeiter unter 20 Ehrenamtlichen ist Peter Klein. Er erklärt die Strukturen des Treffpunkts, die auf drei Bereichen basieren: Zentrale Anlaufstelle sei die Wärmestube, „in die jeder kommen kann, der bedürftig ist“. Dort gibt es jedoch nicht nur Essen und Trinken oder Schutz vor der Witterung – die Menschen finden in der Wärmestube Gesellschaft, können Wäsche waschen, Duschen, Telefonate führen, den PC benutzen und persönliche Angelegenheiten regeln. Beratung und Wohngemeinschaft Eng mit der Wärmestube verzahnt ist Klein zufolge die soziale Beratung des Treffpunkts, die wohnungslosen Menschen dabei helfen möchte, „ins Leben zurück- und eine eigene Wohnung zu finden“. Als Ergänzung gibt es vier Plätze in einer Wohngemeinschaft für wohnungslose Männer, in der diese nach einem Aufenthalt auf der Straße bis zu sechs Monaten bleiben dürfen. „Hier können sich die Männer wieder an vier Wände gewöhnen, ihre Lebenssituation klären, Papiere besorgen“, sagt Klein. „Die WG ist ein Sprungbrett in ein normales Leben.“ Die Einrichtung „Menschen in Not“ wird durch einen Zuschuss der Regierung Oberfranken, durch kommunale Beiträge der Stadt Bamberg, durch die Träger des Treffpunkts sowie zu 60 Prozent aus Spenden finanziert. Die Lebensmittel werden häufig von Bäckereien und Metzgereien gestiftet. Und dennoch: „Ohne private Zuwendungen geht es nicht“, sagt Klein, „wir brauchen mindestens 50.000 Euro an Spenden im Jahr“. Beim Blick zurück auf 2008 werde deutlich, dass immer mehr Menschen von den Angeboten des Treffpunkts abhängig seien, ob vorübergehend oder als „Stammgäste“. Klein sieht das „Rekordjahr“ naturgemäß mit Sorge: „Wir beobachten seit vielen Jahren eine kontinuierliche Steigerung. Viele Menschen würden es ohne den Treffpunkt nicht packen.“ Gerade bei jungen Leuten schaffe man es aber gut, sie wieder in die Gesellschaft zu integrieren. Um ihnen und den vielen obdachlosen Männern sowie armen Menschen aller Altersgruppen zu helfen, unterstützt der Spendenverein Franken helfen Franken die Initiative Menschen in Not. Der Verein hat sich zum Ziel gesetzt, aktiv regionale Projekte und engagierte Mitbürger zu fördern und sammelt ab sofort Spenden, die gezielt vergeben werden. Die MGO, in der Fränkischer Tag, Coburger Tageblatt und Bayerische Rundschau erscheinen, bringt sich auch selbst als Spender ein und hat 10.000 Euro als Grundstock für den Spendenverein zur Verfügung gestellt.