Maßbach
Energie

Windpark im August 2014 am Netz

Die Betreiberfirma hat die Bürger über den Stand der Dinge informiert und mit ihnen über ihre Sorgen diskutiert. Die Zeichnungsfrist für Anteile endet im März.
Im Windpark Maßbach werden fünf Windräder entstehen. Unser Bild zeigt ein Anlage bei Wolgast.  Symbolfoto: Stefan Sauer/dpa
Im Windpark Maßbach werden fünf Windräder entstehen. Unser Bild zeigt ein Anlage bei Wolgast. Symbolfoto: Stefan Sauer/dpa
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Die Grundierungsarbeiten für die fünf Windräder am "Windpark Maßbach" haben bereits begonnen, und das Interesse der Bevölkerung am Fortgang der Arbeiten ist groß. Nicht zuletzt deshalb hat der Betreiber "Green City Energy" (GCE) jetzt einen weiteren Infoabend in Volkerhausen veranstaltet.
Die zahlreich erschienenen Bürger hatten Fragen zum Schall, zur Windergiebigkeit und zur Abstandsfläche zur Wohnbebauung. Sie wollten auch wissen, warum im nahe gelegenen Rannungen die Windräder oft still stehen und deshalb weniger Ertrag abwerfen.
Das höhere Windrad auf Pfändhäuser Grund wurde von GCE als Vergleich herangezogen. Man habe eine hohe Planungssicherheit, sagte Mariella Schubert von der GCE, auch weil mit dem Bau bereits begonnen wurde und weil die Anlagen im Windpark Maßbach höher seien.
Fragen gab es auch zur Lage des Windparks in der Nähe der drei Windräder von Rothhausen. Die Mindestentfernung zur Bebauung in Volkershausen beträgt 890 Meter. Die Beeinträchtigung durch Schall wurde mit 40,1 Dezibel für alle acht Anlagen in Maßbach und Rothhausen angegeben. Alle drei Jahre werden die Werte überprüft: "Wir wollen das Thema Schall und Geräusche ernst nehmen", antwortete Mariella Schubert auf verstärkt kritische Fragen in der Diskussion. Schubert erklärte zu Angaben aus dem Bayerischen Windatlas, dass dieser für GCE keine Grundlage darstelle.
Wolfgang Röder aus Rannungen fragte nach, wie hoch die Rückbaukosten seien. 450 000 Euro, sagte Schubert. Der Vorwurf, es sei zu wenig Transparenz beim Bau von Windparks feststellbar, wurde zurückgewiesen. Am Ende konnten nicht alle Fragen beantwortet werden, da noch Genehmigungen ausstehen. Die Antworten werden auf Wunsch nachgereicht.
Die fünf Windräder vom Hersteller "Nordex N117" werden eine Gesamtleistung von zwölf Megawatt erbringen, bei einer Nabenhöhe von 141 Metern und einer Gesamthöhe von 199 Metern. Die Standorte liegen zwischen dem Schalksberg und dem Kornberg. Parallel daneben werden auf Rothhäuser Gemarkung drei weitere Windräder stehen, die von der Firma "Juwi" geplant und gemeinsam mit GCE betrieben werden.
Derzeit entstehen die Baugruben der fünf Maßbacher Windräder; die Inbetriebnahme ist laut Schubert im August 2014 vorgesehen. Man sei auf den Windpark Maßbach besonders stolz, weil es das erste Projekt sei, das GCE von Anfang bis Ende geplant und entwickelt habe. Von März bis Juli werden die Türme installiert. Die Anlagekomponenten werden in einer aufwändigen Transportaktion nachts zum Zielort gebracht. Im Juli folgen die Gondeln und Rotorblätter, für deren Transport große Kurven-Radien erforderlich sind.
Die Gesamtinvestition für den Maßbacher Windpark beträgt 25,57 Millionen Euro, davon 6,31 Millionen Euro Eigenkapital mit einer Gesamtausschüttung von 155 Prozent aus einem Zehn-Jahres-Fonds mit jährlich 5,53 Prozent Ausschüttung. Die Zeichnungsfrist dazu endet am 30. März 2014. Mindestzeichnungssumme ist 10 000 Euro, für Beteiligte aus der Region ist der Betrag auf 2000 Euro festgelegt. Man habe eine konservative Ertragskalkulation gewählt, mit Fernüberwachung in der Technik. Mit zehn Jahren Laufzeit sei man den Wünschen der Anleger entgegengekommen. 2014 wird es eine weitere Info-Veranstaltung geben, während der auf das Thema "Bürgerbeteiligung" näher eingegangen werden soll.
Martin Petzold hatte eingangs die 1990 gegründete Green City Group vorgestellt. Die Schwerpunkte der Umweltorganisation seien Nachhaltigkeit, Klima und Energie. Mit der Umsetzung von Energie aus Sonne, Biomasse, Wasser und Wind habe GCE in mehr als 250 Projekten zehn Jahre Erfahrung gesammelt. Drei Säulen bestimmen dabei die Eckdaten: von der Entwicklung mit Bau und Zukauf, Betriebsführung mit Verwaltung und Management sowie Bürgerbeteiligung unter der Einbeziehung von Stadtwerken.