Münnerstadt
Interview

Warum Huey Lewis nicht bei Manfred Mann singt

Seit den frühen 1960er Jahren komponiert, arrangiert und produziert Manfred Mann Welthits. Alleine in England verzeichnete er 22 Chartplatzierungen. "Do wah Diddy Diddy", "Mighty Quinn" oder "Davis On the road again" kennt wohl jeder. Wir sprachen mit "MM" anlässlich des Konzertes mit seiner "Earth Band" am 18. Oktober in der Mehrzweckhalle Münnerstadt.
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Am 18. Oktober in Münnerstadt: Manfred Mann's Earth Band. Das Bild stammt von einem Auftritt der Band beim Open-Air-Konzert 1977 in Offenbach.  Foto: Peter Hina
Am 18. Oktober in Münnerstadt: Manfred Mann's Earth Band. Das Bild stammt von einem Auftritt der Band beim Open-Air-Konzert 1977 in Offenbach. Foto: Peter Hina
Mr. Mann, Sie hatten einige Nummer-1- und viele Top-10- Hits in fast allen Ländern der Welt. Wie verhindert man nach Jahrzehnten als Rockstar die Entfremdung von einer Welt, die einem zu Füssen liegt?
Manfred Mann: Das ist ganz einfach. Auf der Bühne sind wir Showstars, ansonsten ganz normale Leute.

Manche Bands werden mit der Zeit bequem. Wie schafft ihr es, nicht in Routine zu verfallen?
Ich schätze wir sind einfach noch sehr kreativ und wollen unseren Fans jeden Abend live auf der Bühne das Beste bieten. Wir lieben das, was wir tun, und geben immer 100 Prozent bei allem.

Classic-Rock-Musik feiert ein Comeback. Konzerte und Festivals sind gut besucht. Was sind Ihrer Meinung nach die Gründe hierfür?
Um ehrlich zu sein, war Classic Rock ja niemals weg. Die Presse schenkt ihm im Moment nur wieder mehr Aufmerksamkeit, darum scheint es wie ein Comeback zu sein. In Wirklichkeit ist Rockmusik das, was die Leute über Jahrzehnte verkörpert und alle Generationen berührt.

Über 40 Jahre Rockbusiness. Gibt es Sachen, die Sie bereuen?
Hmm, sagen wir mal, vielleicht hätte ich Rod Steward anstatt Mike d´Abo Mitte der 60er Jahre als Sänger in die Band nehmen (lacht) oder Huey Lewis nach dem Weggang von Chris Thompson nicht ablehnen sollen. Aber Huey war beim Vorsingen nicht so gut drauf. Später wurde er weltberühmt, also war es rückblickend wohl auch für ihn o.k., dass es nicht geklappt hat.

Über 40 Jahre auf Tourneen rund um die Welt. An was erinnern Sie sich gerne zurück?
Ach, da gab es so viele interessante Reisen und Momente sowie die Zusammenarbeit mit großartigen Musikern wie Jack Bruce, Klaus Vormann, Tom Jones und vielen anderen. Schmunzeln muss ich hin und wieder, dass wir mit "Do Wah Diddy Diddy" damals die Beatles mit "A Hard days Night" von Platz 1 der UK-Charts geholt haben.

Glauben Sie, dass für Sie persönlich und die Band noch eine Weiterentwicklung ansteht?
Absolut. Wir haben nach wie vor die gleiche Leidenschaft und Energie, die wir immer für unsere Musik gehabt haben. Meine Weiterentwicklung sehe ich auch im Alter als wichtig an. Wir alle in der Band sind sehr stolz auf unsere Geschichte, aber wir schauen positiv in die Zukunft.

Auf was freut sich die "Earth Band", wenn ihr am 18. Oktober in Münnerstadt auftreten werdet?
Ich glaube, das wird sogar unsere Premiere in der Region sein. Die bisherigen Reaktionen auf unsere Shows waren hervorragend, also hoffe ich, dass das auch in Münnerstadt so sein wird. Wir werden eine "Greatest Hits Show" spielen. Außerdem darf sich das Publikum auf ein paar Überraschungen freuen.

Karten für das Konzert gibt's an allen bekanten Vorverkaufsstellen, bei KulTourisMus im Schloss in Münnerstadt (Tel.: 09733/ 787 482), im Internet unter www.mkm-music.com sowie an der Abendkasse.
Das Gespräch führte Mike Klein.

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