Münnerstadt
Stadtrat

Mehrheit wählt Michael Kastl zum zweiten Bürgermeister von Münnerstadt

Axel Knauff (SPD) ist ganz knapp zum Dritten Bürgermeister in Münnerstadt gewählt worden und setzte sich damit gegen Klaus Schebler (Neue Wege) durch. Eine große Mehrheit wählte Michael Kastl (CSU) zum Zweiten Bürgermeister.
Nach der Vereidigung unterschrieben die Stadträtinnen und Stadträte bei Verwaltungschef Stefan Bierdimpfl. Das Foto zeigt von links: Rosina Eckert, Georg Heymann,Johannes Röß, Klaus Schebler und Michael Kastl. Insgesamt wurden neun neue Stadträte vereidigt.  Fotos: Thomas Malz
Nach der Vereidigung unterschrieben die Stadträtinnen und Stadträte bei Verwaltungschef Stefan Bierdimpfl. Das Foto zeigt von links: Rosina Eckert, Georg Heymann,Johannes Röß, Klaus Schebler und Michael Kastl. Insgesamt wurden neun neue Stadträte vereidigt. Fotos: Thomas Malz
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Zwölf zu neun Stimmen: Dieses Ergebnis spiegelt genau die Verhältnisse im Münnerstädter Stadtrat wider, und so war es auch nicht verwunderlich, dass bei der konstituierenden Sitzung mehrfach genau dieses Ergebnis erzielt wurde. Bei der Wahl des Dritten Bürgermeisters müssen aber zwei Mitglieder von CSU mit Neuen Wegen gegen den von Bürgermeister Helmut Blank (CSU) vorgeschlagenen Klaus Schebler (Neue Wege) und für den von Rosina Eckert (Forum aktiv) ins Spiel gebrachten Axel Knauff (SPD) gestimmt haben. Dafür erhielt Klaus Schebler später gleich drei Referate, kein einziges ging an Forum aktiv, Freie Wähler und SPD.

Die konstituierende Sitzung des Stadtrats war wieder eingebettet in einen würdigen Rahmen in der Alten Aula. Nach der musikalischen Begrüßung durch das Jugendblasorchester der Stadt unter Leitung von Thomas Reuß dankte Bürgermeister Helmut Blank den ehemaligen Stadträten. Für den neuen Stadtrat wünschte er sich einen respektvollen Umgang untereinander. "Es gibt viel zu tun und relativ wenig zu verteilen", meinte er. Man werde trotzdem die Quadratur des Kreises wagen. Als wichtigste Ziele nannte er das neue Gewerbegebiet, Stadtumbau West mit Maria Bildhausen und Marktplatz 11 (Schweiz), die Karlsberganbindung, die Mehrzweckhalle sowie die Stärkung von Kultourismus und des Bauhofs.

"Nur gemeinsam sind wir stark", erklärte der Bürgermeister. Und weiter: "Ich biete Ihnen offene und vertrauensvolle Zusammenarbeit an." Anschließend erteilten die Stadtpfarrer Pater Markus Reis und Joachim Pennig den kirchlichen Segen.

Den Eid abgenommen

Neun neuen Stadträten und drei Ortssprechern nahm Helmut Blank den Eid ab. Bei der Frage, ob es künftig zwei weitere Bürgermeister geben soll oder wie in der letzten Legislaturperiode nur einen (Norbert Reiter) gab es erstmals des Ergebnis von zwölf zu neun Stimmen. CSU und Neue Wege wollten zwei Stellvertreter, Forum aktiv, Freie Wähler und SPD nur einen.

Als Zweiten Bürgermeister schlug Helmut Blank Michael Kastl vor. Der verheiratete 33-jährige Vater von vier Kindern ist Diplom-Verwaltungswirt und arbeitet jetzt als Geschäftsleitender Beamter im Markt Stadtlauringen. Er sei von Münnerstadt nach Seubrigshausen gezogen, wo er sich wohl fühle, trotzdem habe er Münnerstadt im Herzen. Michael Kastl sei die ideale Besetzung, um die im Wahlkampf entstandenen Gräben zu schließen. Bei der geheimen Abstimmung bekam Michael Kastl 15 Stimmen bei vier ungültigen. Zwei Stimmen entfielen auf Andreas Trägner (Freie Wähler), der offiziell gar nicht vorgeschlagen war.

Gedeihliches Miteinander

"Ich freue mich über das entgegengebrachte Vertrauen nicht nur aus der eigenen Fraktion", sagte Michael Kastl gegenüber der Saale-Zeitung. Er wolle mitwirken an einem gedeihlichen Miteinander im Stadtrat. Er sei von seiner Wahl und der darauffolgenden Vereidigung so ergriffen gewesen, dass er froh war, sich für folgende Tagesordnungspunkte Notizen gemacht zu haben.

Kurz und bündig schlug Rosina Eckert anschließend Axel Knauff als Dritten Bürgermeister vor. Helmut Blank brachte Klaus Schebler ins Spiel, der in Windheim seit zwölf Jahren ein sehr engagierter Ortssprecher sei. Der Ort könne sich sehen lassen. Außerdem gebe es so auch im westlichen Stadtgebiet einen Bürgermeister. Die geheime Wahl fiel aber anders aus.

"Wir sind auf dem Weg zu einem vernünftigen Verhältnis", sagte Axel Knauff. So könne man Münnerstadt nach vorne bringen. Auf die Anmerkung, dass die Besetzung der Referate wohl nicht so gut für ein vernünftiges Verhältnis sei, meinte der Diplom-Ingenieur: "Ich sagte ja, wir sind auf dem Weg." Das Wichtigste sei nun, für ein ordentliches Miteinander zu arbeiten. "Etwas Wichtigeres gibt es nicht."

Die Geschäftsordnung wurde bei der Sitzung nur dahingehend geändert, dass es nun zwei weitere Stellvertreter gibt. Ein Antrag von Forum aktiv zur Geschäftsordnung zog Rosina Eckert zurück, nachdem ihr Verwaltungschef Stefan Bierdimpfl die möglichen Konsequenzen an diesem Abend erläutert hatte.
Für Unmut sorgte bei vielen Gästen die Verteilung der Referate. Nachdem Britta Bildhauer (SPD) das Referat "Kinder, Jugend, Familie" vor der Abstimmung abgelehnt hatte (Vorschlag kam von Michael Kastl), bekam die Opposition kein einziges mehr. Alle gingen an CSU und Neue Wege. Das setzte sich später bei der Bestellung der Verbandsräte fort. Bericht folgt.

Besetzung Die Referate sind wie folgt verteilt: Kinder, Jugend und Familie: Klaus Schebler, Bildungseinrichtungen: Leo Pfennig, Sport und Sportstätten: Georg Heymann, Umwelt und Natur: Klaus Schebler, Tourismus: Klaus Schebler, Kultur: Michaela Wedemann, Straßen und Verkehr: Fabian Nöth, Feuerwehr und Brandschutz: Johannes Röß, Städtische Liegenschaften - Ver- und Entsorgung: Jürgen Eckert, Senioren: Burkard Schodorf, Wirtschaft und Gewerbe: Georg Heymann

Kommentar:
Ein klassischer Fehlstart

Einen richtig würdigen Rahmen hat die konstituierende Sitzung des Münnerstädter Stadtrates bekommen. Das Jugendblasorchester spielte auf, die beiden Stadtpfarrer erteilten dem neuen Stadtrat den Segen. Und Bürgermeister Helmut Blank fand ganz versöhnliche Worte. Er wünschte sich einen respektvollen Umgang untereinander, sprach später von im Wahlkampf entstandenen Gräben, die es zu schließen gelte. "Ich biete Ihnen offene und vertrauensvolle Zusammenarbeit an." Wie diese Zusammenarbeit aussieht, zeigte sich wenig später. Obwohl mit Michael Kastl bereits ein CSU-Mann Zweiter Bürgermeister geworden war, schlug das Stadtoberhaupt mit Klaus Schebler einen seiner Getreuen von Neue Wege als Dritten Bürgermeister vor. Das war offensichtlich auch zwei Mitgliedern der CSU zu viel des Guten. Sie versagten die Gefolgschaft und stimmten für Axel Knauff. Was sich dann aber bei der Verteilung der Referate abspielte, war ein absolutes Trauerspiel. Alle Referate gingen an CSU und Neue Wege, allein drei an Klaus Schebler. Möglicherweise sollte er noch ein viertes bekommen, aber schon beim dritten war der Unmut der Gäste nicht zu überhören. Ein klassischer Fehlstart. Aber die Wahlperiode hat ja erst begonnen. Noch ist Zeit für wirkliche Zusammenarbeit.