Bad Kissingen
Kreistag

Konstituierende Sitzung des Kreistages: Drei Stellvertreter gesucht

Nach dem Fehlstart vor sechs Jahren sind alle sieben Fraktionen bemüht, die konstituierende Sitzung heuer besser vorzubereiten. Emil Müller kandidiert wieder, zwei weitere Stellvertreter-Posten werden auf alle Fälle neu besetzt.
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Echte Überraschung: Zu Stellvertretern von Landrat Thomas Bold (2. von rechts) wurden vor sechs Jahren (von links) Lutz von Thüngen, Magdalena Dünisch und Emil Müller gewählt. Foto: Archiv/Edgar Bartl
Echte Überraschung: Zu Stellvertretern von Landrat Thomas Bold (2. von rechts) wurden vor sechs Jahren (von links) Lutz von Thüngen, Magdalena Dünisch und Emil Müller gewählt. Foto: Archiv/Edgar Bartl
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Die konstituierende Sitzung des aktuellen Kreistages am 2. Mai 2008 war ein politischer Fehlstart: Von "peinlichem Gezerre, das diesem Hause nicht würdig ist", war danach die Rede, die verdienten Kommunalpolitiker Sabine Dittmar (SPD, mittlerweile Bundestagsabgeordnete) und der langjährige stellvertretende Landrat Walter Gutmann (CSU) wurden vorgeführt, am Ende mit Lutz von Thüngen (FDP) ein Kreistags-Neuling gewählt, der viele enttäuschte. Infranken.de hat bei den sieben Fraktionen nachgefragt, wie es heuer laufen könnte.

Die Ausgangslage: Die CSU hat selbst mit Landrat nur 29 von 61 Stimmen, die SPD elf, CBB/FW und PWG zusammen ebenfalls elf, Grüne fünf, ödp drei und FDP zwei. Der aktuelle Sprecher der CSU-Fraktion, Siegfried Erhard, gibt sich zugeknöpft bei dem Thema: "Ich kann noch keine Aussagen treffen, da sich die neue Fraktion noch nicht konstituiert hat." Auch Landrat Thomas Bold (CSU) lehnt eine Stellungnahme auf Nachfrage ab.

"Peinliche Geschichte"

"Ich stehe wieder zur Verfügung", traut sich immerhin Emil Müller (CSU) aus der Deckung. Seine Wahl lief 2008 reibungslos: Er holte 54 von 57 gültige Stimmen. Insgesamt ist aber auch er der Meinung: "Das war eine peinliche Geschichte." Und: "Keiner will so etwas wieder erleben. Ich denke, nach der Erfahrung von damals ist die Sehnsucht nach einer einvernehmlichen Lösung groß."

Das sieht offenbar auch der amtierende SPD-Fraktionssprecher Wolfgang Görner so: Als Sprecher der zweitgrößten Fraktion hat er für kommende Woche alle Fraktionssprecher eingeladen, um das Thema Stellvertreter zu besprechen. Aber: "Ich will nichts vorweg nehmen", gibt er noch keine Antworten vorab.

Da wird Reimar Glückler von CBB/FW schon konkreter: "Wir unterstützen einen Stellvertreter der CSU, aber wir beanspruchen je einen für SPD und Freie Wähler." Vor sechs Jahren habe es zwar Absprachen gegeben - "aber eben ohne die CSU", erinnert sich Glückler. Deshalb sei nun auch die größte Fraktion eingeladen: "Wir wollen einen Fehlstart wie vor sechs Jahren vermeiden."

"Das will keiner mehr haben, das hat auch viel böses Blut gebracht", sagt Grünen-Fraktionssprecherin Monika Horcher. Weil die Freien Wähler seit 18 Jahren eine Stellvertreterin stellen, meldet Horcher nun Ansprüche für ihre Partei an. Für die FDP mit nur zwei Kreisräten sei zunächst die Zusammensetzung der Ausschüsse wichtiger, sagt Kreisrätin Adelheid Zimmermann. Ob die FDP nach Lutz von Thüngen wieder Ansprüche anmeldet, lässt sie offen: "Es gibt noch keine Absprachen." Und Waldemar Bug (ödp) sagt: "Das Verhältnis der Stimmen für die politischen Gruppierungen sollte sich bei der Besetzung der Landratsposten widerspiegeln." Und er wünsche sich Stellvertreter, "die dem Amt gerecht werden".


Termin Die konstituierende Sitzung des Kreistages ist derzeit für Donnerstag, 8. Mai, geplant. Eine Einladung gibt es noch nicht. Die ausscheidenden Kreisräte werden voraussichtlich am Montag, 28. April, verabschiedet.

Bis 1996 gab es nur zwei Stellvertreter. 1996 wurde ein dritter Posten geschaffen. Obwohl die CSU die Mehrheit im Kreistag stellte, wurde Magdalena Dünisch von den Freien Wählern gewählt. Landrat war Herbert Neder, erster Stellvertreter Eberhard Gräf, weiterer Stellvertreter Walter Gutmann (alle CSU).

Seit 2002 heißt der Landrat Thomas Bold (CSU). 2002 wurden alle Stellvertreter im Amt bestätigt. 2008 schieden dann Gräf und Gutmann aus, erster Stellvertreter wurde Emil Müller (CSU), weitere Stellvertreter Magdalena Dünisch und Lutz von Thüngen (FDP).
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