Bad Kissingen
Schlussbilanz

Kissinger Winterzauber ist "auf dem richtigen Weg"

Der 15. Kissinger Winterzauber hinterlässt bei den Verantwortlichen zufriedene Gesichter
Der 15. Kissinger Winterzauber ist Vergangenheit. Im Weißen Saal nahm das Publikum Abschied. Foto: Ahnert
Der 15. Kissinger Winterzauber ist Vergangenheit. Im Weißen Saal nahm das Publikum Abschied. Foto: Ahnert
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Es war sein erster eigenverantworteter Winterzauber. Umso erleichterter ist Kurdirektor Frank Oette jetzt, wo er zu Ende ist: "Das war ein tolles Festival über drei Wochen, in denen wir den Erfolg ausbauen konnten. Da hat sich eine Entwicklung fortgesetzt, die in den letzten Jahren schon stattgefunden hat." Diese Entwicklung sei auch nicht in schwierigen Zeiten abgerissen.

Was Oette und Bruno Heynen, Veranstaltungsleiter der Staatsbad GmbH, unter Erfolg verstehen, machten sie beim Abschlussempfang der Staatsbad GmbH im Weißen Saal deutlich. Oette bezog sich da vor allen auf die Resonanz derr Besucher, die zum Teil weite Wege auf sich genommen hatten. Heynen bezog sich auf Zahlen: 25 Veranstaltungen in drei Wochen, über 9700 verkaufte Karten und durchschnittlich 388 Besucher pro Veranstaltung: "2011/12 waren es 260, im letzten Winter 300." Heynen weiß natürlich, dass das keine absoluten Vergleichszahlen sind, weil es vor zwei Jahren noch doppelt so viele Veranstaltungen waren. Aber sie signalisieren eine Richtung, in die die Entwicklung weitergehen soll.

Wobei Heynen und sein Team allerdings mit geringen Finanzmitteln auskommen müssen als früher. Vor zwei Jahren lag der Etat noch bei 600 000 Euro. Wie hoch er in diesem Jahr war, ist noch nicht zu erfahren. Nicht dass Oette ("Ich bin da durchaus für Transparenz") und Heynen nichts sagen wollen: Sie warten noch auf die korrekten Zahlen.

Das Defizit hat sich verringert

Dennoch zeichnet sich allerdings jetzt schon ab, dass sich das Defizit weiter verringert hat. "Unser Ziel ist irgendwann einmal die schwarze Null", sagt Heynen. Der Winterzauber werde noch länger ein Zuschussbetrieb bleiben. Einen Gewinn zu erwirtschaften wäre sicher möglich, aber nur zu Lasten der künstlerischen Qualität. "Aber dann bleibt im folgenden Jahr das Publikum weg." Auf drei Wochen verkürz wurde der Winterzauber aus wirtschaftstaktischen Erwägungen. Heynen: "Vor Weihnachten und nach Dreikönig ist touristisch einfach zu wenig los.
Der Winterzauber sei "auf einem richtigen Weg" meinten Oette und Heynen bei ihren kurzen Ansprachen im Weißen Saal. Was sie damit meinten, erläutert Heynen: "In den letzten Jahren hat die Kritik zugenommen, dass der Winterzauber zu klassiklastig, zu nah am Kissinger Sommer sei." Ein allererstes Gegensteuern habe es in der Amtszeit Andreas Dobmeier gegeben. Jutta Dieing habe schwerpunktmäßig ihre Kontakte zur Alte-Musik-Szene eingebracht.

Programmreform

Eine Programmreform sei notwendig geworden, weil derartige Angebote nicht auf die erwartete und auch wirtschaftlich notwendige Resonanz gestoßen seien und damit auch nicht eine finanzielle Mischkalkulation möglich gewesen sei, wie sie jedes Festival darstellt. So wurde nicht nur die Alte Musik wieder komplett aus dem Programm genommen, sondern auch die Sparte "Musik & Literatur". Eine klassische Komponente soll es aber auch künftig geben."Wir müssen moderner, populärer werden, mehr in die Breite als in die Tiefe gehen."
Weitere wesentliche Änderungen im Programmkonzept sieht Frank Oette nicht: "Wir werden uns auch wei
ter Dinge trauen und mutig sein, nicht nur Sachen bringen, die schon mal angekommen sind." Die Zukunft des Winterzaubers sieht der Kurdirektor nicht gefährdet: "Er lässt sich wirtschaftlich darstellen und er ist zu einem festen Faktor des Jahreskulturprogramms geworden."