Bad Kissingen
Markt

Herbstmarkt: Von Fertigsuppen bis Modeschmuck

Was sich banal anhört, ist bei den Märkten in der Innenstadt von Bad Kissingen immer noch ein gesuchtes Angebot. Ob Gemüseschäler oder Holzschild, die Nachfrage ist da und die wird von Männern und Frauen bedient, die ihrerseits das leben, was die Kundschaft pflegt: Tradition.
Lothar Schramm erklärt genau, wie der Gemüseschäler funktioniert: "So hälst'n". Gekauft. Fotos: Paul Ziegler
Lothar Schramm erklärt genau, wie der Gemüseschäler funktioniert: "So hälst'n". Gekauft. Fotos: Paul Ziegler
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"Ich kaaf nix, ich guck' nur." So ist das am Markt. Der Mann, der gerade einen Bekannten getroffen hat, schlendert durch die Marktstände rund um das Bad Kissinger Zentrum. Er hat genug zu sehen, beim Herbstmarkt ist in der Kreisstadt immer was los.
Zum Markttag kommen die Menschen aus der Umgebung in die Stadt. Das war schon immer so. Entsprechend ist das Publikum, etwas älter. Am Markttag wird die Tradition gepflegt, nicht nur die der Besucher, sondern auch die der Anbieter.

Lothar spricht fränkisch

Da ist zum Beispiel Lothar Schramm. Seit 28 Jahren kommt der Oberauracher aus dem Steigerwald zu den Märkten in Bad Kissingen. Seinen Stand hat er direkt am Marktplatz. Im Angebot Haushaltswaren, Kochlöffel, Messer, Schäler, Bürsten und was so alles dazu gehört. Bei ihm ist immer was los. Eine ältere Frau erkundigt sich nach einem Öffner, mit dem man die Deckel von Gläsern leichter aufmachen kann. Lothar spricht fränkisch. "Bei uns in Franken essen wir kee Nudel, wir essen Klös", erzählt er einem Mann, der gerade ein Leinensäckchen prüft. Er weiß nicht, wozu das ist. Lothar Schramm erklärt ihm, dass man darin die geriebenen Kartoffel, die man für die Kartoffel-Klöse verwendet, auspresst. Aha. Danach wendet er sich wieder der älteren Frau zu, erklärt präzise, wie man den Deckelöffner verwendet. Gekauft.

Das geht ganz einfach

Außerdem hat er noch einen Gemüseschäler, den man einfach selbst ausprobieren muss, um zu wissen, wie leicht er geht. Auch das geht nur im Selbstversuch. Diesmal ist die Tochter der älteren Frau an der Reihe. Lothar erklärt, wie man den Schäler ganz einfach über das Gemüse gleiten lässt. Das geht ganz einfach. Gekauft.
Auch bei Gustav Gräf an der Unteren Marktstraße in der Fußgängerzone läuft das Geschäft heute ganz gut. Er hat Holzwaren im Angebot. Hölzerne Pfeifen und Schilder und so was. "Das Schild mit Hotel Oma und Opa ist ein Renner", stellt er sein Angebot vor. "Auch die Eulen gehen gut, ich hab' kaum noch welche", sagt der Mann aus Mainberg. Auch er ist schon seit vielen Jahren einer der Markthändler. "Wir sind wie eine Familie", blickt er in die Runde seiner Kollegen, "wir kennen uns gut, und wenn einer mal weg ist, helfen wir uns aus". Eine Kundin hat die nächste Eule in der Hand. "Ich schau' erst mal noch da nüber", sagt sie. Die Eule wird ein nettes Souvenir werden vom Markt in Kissingen.

Die Nachfrage ist da

Märkte wie der Herbstmarkt laufen sich nicht tot. Das Angebot zwischen Kochlöffel, Fertigsuppen, Gewürzen, gebrannten Mandeln und Modeschmuck findet Nachfrage. "Die Märkte sind schon noch gut", sagt Gustav Gräf - und er ist mit seinem Stand für den nächsten schon wieder angemeldet.