Rannungen
Kindergarten

Große Freude übers "neue" Gückernest

 Nach Umzug und Putzaktion werden die sanierten Räumlichkeiten seit Mittwoch genutzt.
Freudig: Kaum waren die Spielsachen im renovierten Kindergarten angekommen, machten sich Hannes und Marie auch schon ans Spielen.Fotos: Isolde Krapf
Freudig: Kaum waren die Spielsachen im renovierten Kindergarten angekommen, machten sich Hannes und Marie auch schon ans Spielen.Fotos: Isolde Krapf
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Gegen 11 Uhr ist Pause. Das haben sich alle verdient, nachdem man schon ab neun Uhr morgens unzählige Kisten, Möbelteile und Spielsachen von der Alten Schule in den frisch sanierten Kindergarten hinübergeschleppt hatte. "Es läuft optimal", lobt Kindergartenleiterin Erika Nöth die Hilfsbereitschaft der 20 Mütter und Väter, die mit anpacken. "Auch die Kinder machen mit." Vor genau einem Jahr war das Erzieherteam mit den Mädchen und Buben aus dem Domizil neben dem Rathaus ausgezogen. Groß ist die Freude jetzt über die hellen, den Anforderungen gemäß ausgestatteten Räume.
Am 30. August 2013 siedelte man mit Sack und Pack in die Alte Schule um. Dort ging es viel enger zu, sagt Nöth. Vor allem der Turnraum fehlte. "Kinder müssen sich aber bewegen können." Deshalb ist sie besonders froh, dass der Turnraum im "neuen" Domizil nun doch weiter zur Verfügung steht. Denn so ganz klar war es zunächst nicht, ob er erhalten bleibt. Die Regierung von Unterfranken stellte zwar Fördermittel für die Sanierung zur Verfügung. Doch ein eingruppiger Regelkindergarten braucht keinen Turnraum, hieß es aus Würzburg.

Eigenprojekt Turnraum

Ein Umstand, den die Leiterin und ihr Team nicht nachvollziehen konnten. Also beschloss man, den Turnraum in Eigenleistung herzurichten. Einmal mehr machten sich die Eltern verdient, strichen Decke und Wände und montierten die Geräte. Auch ein neuer Boden wurde verlegt, denn in dem 1964 errichteten Gebäude wurden bislang nur kleine Renovierungen gemacht.
Deshalb wurde das Haus auch total entkernt und in zeitgemäßem Standard hergerichtet. "Bis auf die Hülle ist alles neu", sagt Bürgermeister Fridolin Zehner. So wurde zum Beispiel das Dach erneuert, die Wände haben jetzt Wärmedämmung, und eine neue Pelletheizung ist eingebaut. Eine Million Euro hat die Sanierung laut Zehner verschlungen. Davon haben Freistaat (zwei Drittel) und Diözese Würzburg (ein Drittel) zusammen 700 000 Euro beigetragen.
Zehner selbst hält die Runderneuerung des Kindergartens für wichtig. Er weiß aber auch, wie kontrovers das Thema in Zeiten des demografischen Wandels draußen bei den Leuten diskutiert wird: Manche kritisieren das Projekt, weil sie befürchten, dass Rannungen bald zu wenig Kleinkinder hat, sagt der Bürgermeister. Ander finden, dass ein gut ausgestatteter Kindergarten Eltern dazu veranlasst, mit ihrer Familie hier zu bleiben oder hierher zu ziehen.
Ganz so dramatisch wie andernorts sieht es mit den Geburtenzahlen in Rannungen auch gar nicht aus: 2013 wurden dort 42 Mädchen und Buben betreut, dieses Jahr waren es 35, bemüht Zehner die Statistik. "Die Zahl bewegte sich meist um die 40, das wird auch so bleiben", glaubt der Bürgermeister. Schließlich werden auch jetzt um die zehn Geburten pro Jahr in Rannungen registriert.

Jetzt mit Wickelraum

Kindergartenleiterin Nöth sieht das ähnlich: Derzeit sind nur 28 Mädchen und Buben im Gückernest. Doch schon im Februar werden es mehr. Freilich wird man keine 65 Kinder mehr hier betreuen, wie das beispielsweise 1998 der Fall war, ist Nöth sicher. Es gibt immer mal geburtenschwache Jahrgänge, sagt sie. "Aber zwischen 30 und 40 Kinder werden wir auch künftig haben." Am Montag und Dienstag wurde in den neuen Räumen noch geputzt und alles wird fertig eingeräumt, sagt Nöth. Am Mittwoch, 27. August, war der erste Tag der neuen Kindergarten-Saison. Und darauf haben sich alle gefreut. Nicht nur die Räume, in denen sich die Kinder aufhalten, sind hell und freundlich. Auch die Küche entspricht den Bedürfnissen jetzt weitaus besser. Und sogar für die neuen Toiletten können sich die Kleinen begeistern, hat Nöth beobachtet. Zu den wichtigsten Errungenschaften gehört jedoch ein eigener Wickelraum, denn neuerdings werden Kinder schon ab einem Jahr in der Krippengruppe aufgenommen.