Bad Kissingen
Bier

Einblick in die Rhöner Braukunst

Die Gewinner der Abo-Plus-Gewinnaktion der Saale-Zeitung besichtigten die Brauerei Rother Bräu. Für den Bierliebhaber erschließt sich ein Paradies.
Bei Rother Bräu gibt es noch eine sogenannte offene Gärung, das heißt, verschiedene Becken mit dem Gemisch liegen nebeneinander.  Fotos: Anja Vorndran
Bei Rother Bräu gibt es noch eine sogenannte offene Gärung, das heißt, verschiedene Becken mit dem Gemisch liegen nebeneinander. Fotos: Anja Vorndran
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Roth — Rother Bräu macht es seinen Besuchern leicht und das ist schön. Zuerst begleiten die Gäste der Saale-Zeitung Abo-Plus-Gewinn-Aktion einen Brauer bei einem Rundgang durch die Brauerei in der Rhön. Dann gibt es eine Bierverkostung mit Brotzeit. Die Welt ist schön.
Sie ist schön in der Rhön, sie ist schön in Roth vor der Rhön. Inmitten von blühenden Rapsfeldern, vorbei an Wiesen und Wäldern führt der Weg hin zu dem karminroten Gebäude bei dem von außen schon die Edelstahlkessel im Sudhaus zu sehen sind. Bei der Führung erfahren die Leser später, dass dies die modernste Variante sei, Kupferkessel kommen kaum noch zum Einsatz.

Brauer ist eine Frau

Das Wetter ist unbeständig an diesem Tag der Brauereiführung, mal malt die Sonne Muster auf die Einrichtung, mal prasselt der Regen gegen die Fenster. Die Besucher stört das nicht, sie lauschen den Ausführungen von Angela Blache, sie arbeitet seit drei Jahren bei Rother Bräu, die Kunst des Brauens und Mälzens übt sie seit 30 Jahren aus. Warum sie Brauer geworden ist? Psst! Wird nicht verraten, auch Brauer haben ihre Geheimnisse!
Kein Geheimnis ist, dass Rother Bräu 1788 gegründet wurde, 1872 kauft Gottfried Schneider, der Urgroßvater der heutigen Besitzer das Anwesen. Heute führen die Cousins Tobias und Xaver Weydringer das Unternehmen mit 36 Angestellten. "Schreiben Sie, das Sudhaus ist das Herzstück der Brauerei" sagt Angela Blache und fügt hinzu "das schreiben die meisten Journalisten." Also: Das Sudhaus ist das Herzstück der Brauerei - ohne die Vorgänge im Sudhaus gibt es kein Bier.

Aus ökologischem Anbau

Bier besteht nach dem Deutschen Reinheitsgebot von 1516 aus Wasser, Malz, Hopfen und Hefe. Getreidesorten für das Braumalz sind Gerste und Weizen, es kann aber auch Dinkel oder Roggen verarbeitet werden. "Wir bei Rother Bräu verwenden Weizen- und Gerstenmalz aus der Region", erklärt Xaver Weydringer.
Nach der Reinigung kommen die Körner in die sogenannte "Weiche", das heißt, sie werden in Wasser eingeweicht und gequetscht und erhitzt, es entsteht gelöster Malzzucker. Anschließend werden - vollautomatisch - die Grobstoffe von den Feinstoffen getrennt, die flüssige Würze kommt in eine Würzpfanne.
Dem Malz, das später die Farbe des Bieres bestimmt, wird eine Seele zugefügt, das ist der Hopfen. Er ist für das spätere Aroma zuständig und auch für die herrliche Schaumkrone, die ein gut eingeschenktes Bier zum Genuss für die Augen macht. Bei Rother Bräu kommt der Hopfen aus der Hallertau, dem weltweit größten Anbaugebiet und aus Spalt, er wird in Pelletsform geliefert und beigemischt.
Für die Öko-Variante, die seit 1989 bundesweit den Markt bereichert, werden anerkannte Sorten aus ökologischem Anbau von Bioland verwendet. Das heißt, es wird komplett auf Kunstdünger und chemische Pflanzenschutzmittel verzichtet. "Somit stellt der Genuss unserer Ökobiere einen Beitrag zur Ausweitung des ökologischen Landbaus und damit zum direkten Umweltschutz dar", sagt Weydringer.
Nach dem Mischen und Sieben und Kochen werden im Whirlpool Trübstoffe entfernt, die Würze wird herunter gekühlt und die Hefe hinzugefügt - die Gärung beginnt. Bei Rother Bräu gibt es noch eine sogenannte offene Gärung, das heißt, verschiedene Becken mit dem Gemisch liegen nebeneinander, in Großbrauereien verläuft der Prozess in riesigen Gärtanks. Die Hefe verwandelt den flüssigen Malzzucker in Kohlensäure und Alkohol, das daraus entstandene Jungbier kommt in den Lagerkeller. Je nach Biertyp kann es bis zu drei Monate gelagert werden und wird dann in Flaschen oder Fässer abgefüllt.

Alternative zum Radler

Bei Rother Bräu, erfahren die Leser, gibt es die Öko-Sorten Urtrunk, Ur-Weizen, Ur-Weizen Alkoholfrei, Ur-Pils und eine Sorte Bier und Apfel. Besonders die Variante Bier und Apfel stößt bei der Verkostung mit einer Brotzeit in der Probierstube bei den rund 30 Gewinnern auf besondere Aufmerksamkeit. "Eine wunderbare Alternative zum herkömmlichen Radler", sagt Peter Schmitt aus Bad Kissingen. Radler sei ihm zu süß. Die Mischung im Verhältnis 60 zu 40, Bier zu Öko-Apfelsaft trifft seinen Geschmack.
Auch das Öko Ur-Weizen kommt gut an, Johannes Hüfner und Tobias Zeier mit 18 und 19 Jahren die jüngsten Teilnehmer der Gruppe, sind begeistert. Zu ihren Favoriten zählt noch das Münnerstädter Klosterbier, die Brauerei wurde 1995 von Rother Bräu übernommen. "Die Mischung aus Information und Probieren ist genau richtig", findet Zeier. Keiner der Gäste kann alle Sorten probieren, da viele noch Auto fahren müssen - für sie bietet sich die alkoholfreie Variante an. Ansonsten gibt es noch die Biersorten Export, Festbier, Pils, Rhönator Doppelbock, das Rother Bräu Radler mit Zitronenlimonade und die Frucade-Heimatlimonaden.