Bad Kissingen

WM beschert Wirten Umsatzplus

Gastronomen in der Innenstadt sind mit dem Geschäft beim Public Viewing weitgehend zufrieden.
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Public Viewing am Freitagabend: Fußball-Fans vor "Emmanuels Bar und Restaurant".
Public Viewing am Freitagabend: Fußball-Fans vor "Emmanuels Bar und Restaurant".
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Nicht jeder Kissinger Gastronom bietet Public Viewing zur Fußball-Weltmeisterschaft. Und nicht jeder Gastronom, der Flachbildschirm oder Leinwand vor seinem Lokal aufbaut, macht dies in Erwartung gewaltiger Umsatzsteigerung. Denn nicht überall ist der Aufwand in der Kasse wirklich spürbar. Das war auch am Freitag beim Sieg der Deutschen gegen Frankreich so.
"Wir machen es für unsere Gäste, weil sie es von uns erwarten", sagte Ferruccio Monselesan, Inhaber des italienischen Cafés L'alternativa auf dem Marktplatz. Nur zu den Spielen der deutschen Mannschaft lässt er seinen Flachbildschirm laufen. Für Monselesan war der Freitag ein Tag wie jeder andere. "Mehrumsatz haben wir durch die WM kaum - vielleicht zehn Prozent."
Sein Geschäft lebt eher von der Laufkundschaft, die bei ihm eine Shopping-Pause einlegt und schon bald dem nächsten Gast Platz macht. Fußballfans, die zwei oder gar drei Stunden vor seinem TV-Bildschirm sitzen, essen und trinken auch nicht mehr. Immerhin: "Die Übertragungen um 18 Uhr sind für uns lohnender als die um 22 Uhr."
Gegenüber, im Café Lavazza, kamen die Flammkuchen gleich reihenweise aus der Küche. Inhaberin Nicole Andres war zufrieden, auch wenn der technische Aufwand für die WM-Übertragung groß ist. Die Außenleinwand muss vor der tiefen Abendsonne geschützt werden, damit ihre 100 Gäste auf dem Marktplatz überhaupt etwas sehen können. Aber der Aufwand lohnt sich: "Wir haben an solchen Abenden so um die 50 Prozent mehr in der Kasse." Wenn es nach ihr ginge, dürfte jedes Jahr Weltmeisterschaft sein.
Mit ähnlichem Umsatzplus rechnete auch Emmanuel Papadopoulos wieder. Statt seiner sonst 54 Plätze in der Grabengasse hatte er zur WM-Übertragung 110 Plätze vor zwei Flachbildschirmen bereitgestellt, die tatsächlich auch alle besetzt waren. "Wir sind seit 1998 die älteste Fan-Meile von Bad Kissingen", ist der Fußball-Fan stolz auf seinen Erfolg. Als Gastronom wünscht er sich die Deutschen im Endspiel: "Normal schenken wir einen Hektoliter Bier aus, an solchen Abenden sind es aber zwei." Als Fan hofft er auf den Pokal für die deutsche Mannschaft, gesteht aber leise: "Mein Herz schlägt für die Griechen." Die sind aber schon raus.
Auch nebenan flimmert der Bildschirm, alle 40 Plätze sind besetzt. "An solchen Abenden wird mehr getrunken als gegessen", stellte Restaurant-Chef Domenico Giacomino im Locanda degli Artisti fest. Seine Erfahrungen sind ähnlich wie die seines italienischen Kollegen am Marktplatz. Auch er könnte ohne Public Viewing vor seinem Restaurant leben. "Unser Umsatz liegt vielleicht um zehn Prozent höher als an anderen Tagen."

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