Bad Kissingen

Einbruch in die Wärmestube

In der Wärmestube des Drogenhilfevereins Kidro ist eingebrochen und Geld gestohlen worden. Bei den Mitarbeitern ist die Empörung groß.
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Anja Gröschel ist über den Einbruch inder Wärmestube empört.  Foto: Krapf
Anja Gröschel ist über den Einbruch inder Wärmestube empört. Foto: Krapf
VON Isolde Krapf

Bad Kissingen — Als Anja Gröschel am Freitagfrüh um 7.30 Uhr, wie jeden Tag, die zentrale Eingangstüre zum Domizil des Vereins für Niedrigschwellige Drogenhilfe (Kidro) in der Hemmerichstraße aufschließt, ist noch alles in Ordnung. Doch im ersten Stock steht die Korridortüre weit offen. Es dauert eine Weile, bis sie registriert, dass sie gewaltsam aufgebrochen wurde. Als sie hineingeht, sieht sie die Bescherung: Einbrecher haben sich über die Balkontüre im ersten Stock gewaltsam Zugang zur Wärmestube verschafft. Sie brachen im Haus mehrere Türen auf, durchsuchten Büros und nahmen einen Safe samt Inhalt mit.
Gröschel, die im Kidro-Büro arbeitet, ist vor allem darüber entsetzt, dass man in einer sozialen Einrichtung, wie es Kidro ist, einbricht um Geld zu klauen.
Es ist nicht das erste Mal, dass die Türen geknackt wurden. Im Oktober 2013 waren schon einmal Einbrecher in die Wärmestube eingedrungen und hatten dort einen Safe mit 400 Euro abtransportiert. "Seitdem hatte ich den Safe in einem Schrank im ersten Stock eingeschlossen", sagt Gröschel. Sie wundert sich, dass der neue Geldbehälter jetzt auch weg ist - noch dazu, weil er so schwer ist. "Ich könnte den allein gar nicht tragen."
Der oder die Unbekannten waren bei ihrem räuberischen Rundgang in den drei Etagen nicht zimperlich. Die Büros der Wärmestube, des Streetworkers und der Kidro-Verwaltung waren aufgebrochen. Ein großes Sparschwein mit Münzen sowie einen 50-Euro-Schein ließen die Täter auch aus seinem Büro mitgehen, sagt Wärmestubenleiter Claus Poppe.
Auch ein Fotoapparat wurde gestohlen, teilte die Polizei am Montag mit. Der Gesamtschaden beläuft sich laut Polizei auf rund 2000 Euro.
Kidro-Chef Heinrich erreichte die Nachricht am Freitag an seinem österreichischen Urlaubsort Königsleiten. Er ist "entsetzt", dass wieder Einbrecher im Haus waren, sagt er auf telefonische Anfrage. "Es macht mich traurig", denn natürlich bleibt es nicht aus, dass man sich Gedanken macht, ob die Täter aus der Kidro-Klientel stammen könnten, so Heinrich weiter. Jeden Tag hat er mit sozial bedürftigen Menschen zu tun. "Dann wäre ich ziemlich enttäuscht und würde mich schon fragen, ob das eigentlich Sinn macht, was ich da täglich tue", sagt er.

500 Euro Belohnung

Heinrich will jetzt ein Zeichen setzen. "Ich setze 500 Euro Belohnung für denjenigen aus, der Hinweise gibt, die zur Ergreifung der Täter führen - natürlich aus meiner Privatschatulle."
Die Polizei bittet um Hinweise unter Tel. 0971/ 714 90.
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