Bad Kissingen
Festival

Besucher feiern friedlich beim Rakoczy-Fest 2016

Die Besucher des 66. Rakoczy-Festes haben ausgelassen gefeiert. Dass mehr Einsatzkräfte unterwegs waren, kam bei den Gästen gut an. 70 000 waren unterwegs.
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Foto: Barbara Herbst
Foto: Barbara Herbst
Tausende Besucher strömten am Wochenende in die Kurstadt, um das alljährliche Rakoczyfest zu feiern. Besuchermagnet am Sonntag war der Umzug. Fast 70 Gruppen schlängelten sich am Nachmittag durch die Stadt. Dutzende Pferde zogen die aufwendig dekorierten Motivwagen, auf denen Fürsten und Könige aus einer längst vergangenen Zeit Platz nahmen. Die Stimmung war so heiter wie das Wetter, das an allen drei Festtagen hielt. Veranstalter und Rettungskräfte zogen eine positive Bilanz: Das verschärfte Sicherheitskonzept ging auf. 70.000 Gäste feierten die Stadt und ihre Geschichte. Friedlich und harmonisch - zumindest meist.

Für den dritten Veranstaltungstag am Sonntag wurden alle Pins zusammengesucht, die noch zu haben waren, erzählt Veranstalter Bruno Heynen. Gut besucht war das Fest in diesem Jahr, laut Schätzungen von Polizei und Veranstalter, sogar noch besser als im Vorjahr: Am Freitagabend feierten 20.000 Besucher, darunter viele Jugendliche.

Das Festprogramm am Samstag lockte noch mehr in die Kurstadt: 25.000 Gäste genossen Musik, Tanz und das gute Wetter. Auch das sorgte dafür, dass am Sonntag zum Festzug die Straßen gut gefüllt waren. Entlang der Festzugs-Route standen 25.000 Menschen und bestaunten die festlichen Wagen, Gespanne, Fußgruppen, Musikanten und "Historischen Persönlichkeiten".


Es wurde gelacht und getanzt

"Die Leute waren in Feierlaune, auch trotz der Ereignisse im Vorfeld", sagt Stefan Koch vom Rettungsdienst. Der Dienst von ihm und seinen Kollegen war "sehr entspannt": sie versorgten hauptsächlich Leute mit Schnittwunden oder Prellungen, solche, die sich Blasen gelaufen hatten oder umgeknickt waren. Wegen einer Alkoholleiche und einer Schlägerei wurden sie gerufen. Ein "friedliches und problemloses Fest" attestiert die Bad Kissinger Polizei. Die Festbesucher haben sich besser verteilt, meint Lothar Manger von der Polizeidienststelle. Das mache auch ihm und seinen Kollegen den Dienst leichter: "Man kommt besser von A nach B, wenn etwas ist. Außerdem ist das auch für die Besucher angenehmer." Dass sich die Auseinandersetzungen im Rahmen hielten, hatte seinen Grund, meint er: "Es hat sich offensichtlich gelohnt, dass wir unsere Präsenz erhöht haben", sagt Lothar Manger. Mehr als doppelt so viele Polizeibeamte waren beim Rakoczy-Fest in diesem Jahr im Einsatz. "Manche Streithähne haben deshalb wohl erst gar nicht angefangen."

"Unser Sicherheitskonzept hat sehr gut funktioniert", sagt Harald Albert, Stadtbrandinspektor. Was ihn aber ärgert: Kurz bevor der Festzug ins Rollen kam, ist ein Autofahrer einem Feuerwehrmann über den Fuß gefahren. Der Verletzte wurde ins Krankenhaus gebracht. Der Unfall wäre vermeidbar gewesen, meint Harald Albert. "Die Autofahrer, in den meisten Fällen Einheimische, ignorieren die Absperrungen. Man muss mehr Rücksicht nehmen." Ansonsten hatte die Feuerwehr damit zu tun, die Rettungswege freizuhalten. Am Sonntag waren 100 Feuerwehrleute in der Stadt verteilt.

"Ich hatte den Eindruck, die Leute hatten ein gutes Sicherheitsgefühl", sagt Bruno Heynen. Diese Wahrnehmung deckt sich mit der Empfindung von Stefan Koch vom BRK: "Die Besucher waren dankbar, dass wir alle mehr Präsenz gezeigt haben."

Was laut Bruno Heynen auch gut ankam, war die Lasershow bei dem Festival-Highlight "Die Saale brennt". Auch die Vorstellung der "Historischen Persönlichkeiten", die sonst im Rosengarten stattfindet, habe gut in den Kurgarten gepasst. Was davon beibehalten wird für das 67. Rakoczy-Fest im nächsten Jahr, soll die Analyse zeigen, sagt er. Auch dann soll es wieder ein "sehr ruhiges Fest" geben.


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