Technische Probleme bei der Steuer-Plattform "Elster": Millionen Menschen in Deutschland nutzen das Programm "Elster", um ihre Steuererklärung zu machen. Doch seit Sonntagnacht (10. Juli) ist die zugehörige Internetseite sowie das "Elster"-Portal nur noch eingeschränkt nutzbar.

Ausgelöst wurden die Störungen wohl mehr oder weniger durch die Grundsteuerreform. Sie verpflichtet Immobilienbesitzer seit dem 1. Juli 2022 dazu, bestimmte zusätzliche Informationen an die Finanzämter zu liefern. In der Folge kam es zu deutlich höheren Zugriffszahlen auf der Steuer-Plattform als sonst. Man arbeite derzeit mit Hochdruck an einer Lösung, heißt es aus dem für die Plattform zuständigen Bayerischen Landesamt für Steuern.

Update vom 11. Juli 2022, 14.30 Uhr: Störung bei Steuer-Plattform "Elster" besteht weiterhin

Bei der bundesweiten Steuer-Plattform "Elster" gibt es weiterhin technische Probleme. Auch am Montag (11. Juli 2022) wurden die Nutzer auf der Internetseite darüber informiert, dass es "aktuell zu Einschränkungen bei der Verfügbarkeit" wegen eines enormen Interesses an den Formularen zur Grundsteuerreform komme.

Das Bayerische Landesamt für Steuern, das die Seite "Elster" (Abkürzung für "Elektronische Steuererklärung") für ganz Deutschland betreibt, gab zunächst keine Stellungnahme dazu ab, wie lange die Probleme noch andauern könnten. "Es wird mit Hochdruck an einer Lösung der technischen Schwierigkeiten gearbeitet", sagte eine Sprecherin. Einen Hackerangriff als Ursache der Probleme schloss die Behörde aus. Grund soll vielmehr ausschließlich die Grundsteuererklärung sein, die Millionen von Immobilieneigentümern seit Anfang Juli elektronisch abgeben müssen. "Am Wochenende kam es aufgrund sehr hoher Nutzer-Nachfragen von weit über 100 000 gleichzeitigen Zugriffen für einige Nutzerinnen und Nutzer leider zu temporären Einschränkungen und Störungen", erläuterte die Sprecherin.

Die Probleme betreffen laut der Behörde ausschließlich die Seite www.elster.de und das verwandte Portal "Mein Elster", in dem sich die Nutzer persönlich einloggen können. Buchhaltungssoftware, die über eine "Elster"-Schnittstelle die Daten übermittle, sei nicht eingeschränkt. Zeitdruck haben die Immobilieneigentümer noch nicht. Die Grundsteuererklärung muss erst bis 31. Oktober abgegeben werden.

Ursprüngliche Meldung vom 11. Juli 2022, 6 Uhr: Grundsteuer bringt Mehraufwand mit sich

Der große Andrang infolge der Grundsteuerreform hatte bereits in der Nacht von Sonntag (10. Juli 2022) auf Montag zu Schwierigkeiten bei der Steuer-Plattform "Elster" geführt. "Aufgrund enormen Interesses an den Formularen zur Grundsteuerreform kommt es aktuell zu Einschränkungen bei der Verfügbarkeit", hieß es auf der Webseite.

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Und weiter: "Wir arbeiten bereits intensiv daran, Ihnen so schnell wie möglich die gewohnte Qualität zur Verfügung stellen zu können." Über "Elster" können Bürger elektronisch ihre Steuerklärungen abgeben.

Die Grundsteuer muss nach einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts neu berechnet werden. Millionen Haus-, Wohnungs- und Grundstücksbesitzer müssen deshalb seit Juli bis spätestens Ende Oktober eine Art zweite Steuererklärung abgeben, in der Regel elektronisch über "Elster" - mit Daten etwa zu Flurnummer, Baujahr, Wohnfläche und Bodenrichtwert. Je nach Bundesland können mal mehr und mal weniger Informationen gefragt sein, weil die Länder unterschiedliche Berechnungsmodelle anwenden.

Bei Wohnungseigentümern geht es in der Regel um einige Hundert Euro im Jahr, bei Eigentümern größerer Mietshäuser auch um vierstellige Beträge. Wie viel am Ende fällig wird, erfahren die Eigentümer wahrscheinlich erst 2025, denn der aus ihren Daten zu errechnende Grundsteuerwert ist nur eine Komponente bei der Berechnung der Grundsteuer - und die Gemeinden können ihre Hebesätze anpassen und damit bestimmen, wie viel bei ihnen zu zahlen ist.

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