• Sexismus Diskussion um Ballermann-Hit "Layla"
  • Erste Volksfeste verbieten den Song: Sind Verbote auch in Rheinland-Pfalz denkbar?
  • Diskussion auch bei Pfälzer Veranstalter*innen angekommen

Kein anderes Lied ist aktuell so umstritten wie "Layla". Sexistischer Songtext oder eine komplett übertriebene Diskussion um Verbote - darüber diskutiert aktuell ganz Deutschland. Doch wie sieht es auf den Volksfesten in Rheinland-Pfalz aus? Sind auch dort Verbote geplant? inRLP.de hat nachgefragt.

Wirbel um Ballermann-Hit "Layla": Sind Verbote auch in Rheinland-Pfalz denkbar?

Spätestens seitdem die Veranstalter*innen des Kiliani-Volksfestes in Würzburg das Abspielen des Chart-Dauerbrenners verboten haben und die Düsseldorfer Rheinkirmes wenig später nachgezogen hat, ist "Layla" in aller Munde. Jetzt haben auch die Veranstalter*innen des Oktoberfestes erklärt, dass der Song auf der Wiesn nicht zu hören sein wird.

Der Song von "DJ Robin und Schürze" spaltet die Gemüter. Während die einen die Diskussion belächeln, darauf verweisen, dass über andere Songs mit viel heftigeren Texten nicht halb so viel diskutiert wird und Verbote für übertrieben halten, sieht die Gegenseite das ganz anders. Sie wirft dem Song, in dem eine Prostituierte, die "schöner, jünger, geiler, la-la-la-la-la-la-la-Layla" ist, besungen wird, Sexismus vor.

Auch in Rheinland-Pfalz stehen in diesem Jahr noch einige größere Veranstaltungen an und natürlich ist auch bei deren Veranstalter*innen die Diskussion um "Layla" angekommen. Von Verboten ist dort aber nicht die Rede, zumindest noch nicht.

"La-la-la-la-la-la-la-Layla" im Festzelt: Aktuell keine Verbote in Rheinland-Pfalz geplant

Vom 5. bis 8. August ist Kirmes in Montabaur. Dort sollen auf drei Bühnen insgesamt 13 Bands auftreten. Ob bei diesen Auftritten "Layla" zu hören sein wird? Das steht noch nicht fest. "Wir sind, was das betrifft, noch in Klärung und haben noch nicht entschieden", erklärt ein Sprecher auf Nachfrage von inRLP.de. Angekommen sei die Diskussion in Montabaur aber auf jeden Fall.

Wenn vom 19. bis 23. August Säubrennerkirmes in Wittlich gefeiert wird, wird wohl auch der umstrittene Song von "DJ Robin und Schürze" auf dem Gelände zu hören sein. "Das Lied kennen wir. Aber wir haben da keine Verbote", heißt es von den Veranstalter*innen. In Prüm, wo aktuell der Prümer Sommer gefeiert wird, setzt man sich mit "Layla" wenig auseinander. "Die Problematik ist angekommen, aber eigentlich mach' ich mir da keine Gedanken. Für unsere Bands spielt der Song sowieso keine Rolle", so Manfred Schuler von der Verbandsgemeindeverwaltung Prüm. Die Bands vor Ort würden andere Musik spielen.

Wie der SWR berichtet, soll "Layla" auch auf dem Bad Dürkheimer Wurstmarkt, der im September stattfindet, nicht verboten werden. "Bei uns wird das Lied weiterhin gespielt, ich find's lustig", sagte die Betreiberin eines Festzelts. Es hätte schon genug andere Lieder gegeben, über die sich die Menschen aufgeregt hätten. Nur, wenn die Stadt ein Verbot ausspreche, werde man den Song nicht spielen.

Auch aus Koblenz und Mainz: Grünes Licht für "Layla"

In Koblenz steht ein Abspielverbot von "Layla", wie ein Sprecher der Stadt auf Nachfrage von inRLP.de erklärt, aktuell nicht zur Debatte. Begründet wird das unter anderem mit der Gesetzeslage. "Das Lied ist erst einmal von der Kunstfreiheit gedeckt. Art. 5 Abs. 3 des Grundgesetzes schützt die Kunstfreiheit als ziemlich hohes Gut", heißt es aus Koblenz.

Auch aus Mainz kommt ein klares 'Nein' zu möglichen Verboten. Diese würden dort nicht diskutiert werden. "Die Landeshauptstadt Mainz ist der Auffassung, dass sexistische und geschmacklose
Lieder nicht notwendig sind, um zum Gelingen einer Feier/Party/eines Festes beizutragen", heißt es jedoch in einem Statement der Landeshauptstadt.

Ob ein Lied gespielt wird oder nicht, müssten Veranstalter*innen und DJs selbständig und eigenverantwortlich entscheiden.  "Layla" sei nicht das erste Lied, dessen Songtext streitbar ist. "Die Landeshauptstadt hat in der Vergangenheit das Abspielen solcher Lieder nicht untersagt oder interveniert
und beabsichtigt dies zum gegenwärtigen Zeitpunkt auch weiterhin nicht zu tun", so die Erklärung aus Mainz.