• Energiesparen: So gehen die Politiker*innen in Rheinland-Pfalz vor
  • Radfahren, Stromsparen, Treppensteigen - verschiedene Tipps für jede*n
  • Erfolg durch viele kleine Taten

Energiesparen ist ein Thema, das wegen des Klimawandels und verschärft durch den russischen Angriffskrieg in aller Munde ist. Manu Dreyer sieht darin eine "Bürgerpflicht". An diese halten sich auch die rheinland-pfälzischen Politiker*innen. Sie sparen in ganz unterschiedlicher Weise.

So sparen Politiker*innen Energie: "Jeder kann etwas bewirken"

"Viele kleine Maßnahmen von Millionen Bürgerinnen und Bürgern können unter dem Strich einen großen Effekt erzielen", sagte Manu Dreyer (SPD) der Deutschen Presse-Agentur in Mainz. Sie selbst übe sich schon lange im Energiesparen. Mit Blick auf die Nachhaltigkeit versuche sie, ihren Energie- und Ressourcenverbrauch möglichst gering zu halten.

"Jeder kann etwas bewirken", stimmt Oppositionsführer Christian Baldauf der Ministerpräsidentin in diesem Punkt zu. Dem CDU-Landes- und Fraktionschef sei es wichtig, auch im Kleinem einen Beitrag zu leisten. "Ich bin ein begeisterter Radfahrer und nehme das Rad öfter auch, um das Auto zu meiden. So halte ich mich nebenbei auch fit", erklärt er.  Die Heizung wolle Baldauf im Winter "nur noch gedrosselt" nutzen. Außerdem habe seine Familie in Frankenthal eine Photovoltaikanlage auf dem Dach und würde die Standby-Funktion der Elektrogeräte ausschalten.

"Dinge nicht wegwerfen, sondern reparieren, wenn möglich zu Fuß zu gehen oder das Fahrrad zu nehmen", beschreibt Integrationsministerin Katharina Binz ihre Linie im Energiesparen. In letzter Zeit würde die Grünen-Politikerin verschiedene Kleinigkeiten stärker berücksichtigen. Als Beispiele nennt sie: "Geräte, die ich nicht brauche, schalte ich ganz aus, um Standby-Verbräuche zu meiden. Und beim Kochen achte ich darauf, Restwärme zu nutzen, immer einen Deckel auf den Topf zu legen und Nudeln und Eier mit möglichst wenig Wasser zu kochen."

FDP-Fraktionsvorsitzende Fernis: "Die Menschen brauchen keine Spartipps von Politikern" 

Der FDP-Fraktionsvorsitzende Philipp Fernis betont: "Die Menschen brauchen keine Spartipps von Politikern." Jede*r wisse selbst am besten, wie man im Alltag Energiesparen könne. Er selbst habe "das große Glück, in einem Neubau zu wohnen, der den aktuellsten energetischen Standards entspricht", berichtet Fernis. "Mein Dienstfahrzeug ist ein Hybrid. Dadurch ergeben sich relativ geringe, weitere Einsparmöglichkeiten. Natürlich achte ich aber auf kleinere Dinge, wie beispielsweise, das Licht nicht unnötig brennen zu lassen."

"Ich mache das, was alle Deutschen machen: Sparen, da wo es geht", so der Vorsitzende der Landtagsfraktion der Freien Wähler, Joachim Streit. "Im Besonderen stellen wir das Hybrid-Kfz wieder auf Diesel um." Der Landesvorsitzende Stephan Wefelscheid spart beim Reisen: "Ich fliege nicht in den Urlaub, sondern verbringe meine freien Tage auf dem Familiengrundstück im Westerwald und lege Brennholzvorräte für mich und meine Familie an." Seit vielen Jahren heize er überwiegend mit Holz, die Gas-Heizung werde kaum noch gebraucht. Für den Weg ins Abgeordnetenhaus nach Mainz nutze er den Zug.

"Ich trockne meine Wäsche im Freien statt im Trockner und fahre zu lokalen Terminen mit dem Fahrrad", sagt der Chef der Landtagsfraktion der Grünen, Bernhard Braun. Für den Fall, dass er doch mal auf das Auto angewiesen ist, hat er seinen Verbrenner-Dienstwagen durch sein privates E-Auto eingetauscht. Dieses lade er bevorzugt mit erneuerbaren Energien. Außerdem nimmt er statt des Aufzuges die Treppe. "Das spart Energie und hält fit", so Braun.

Hubig: "Auch durch den Kauf von regionalen, nachhaltigen Produkten kann man Energie sparen"

Auch bei Bildungsministerin Stefanie Hubig bleiben der Wäschetrockner und der Stand-By Modus bei elektronischen Geräten aus. Auch die Beleuchtung hat sie reduziert. Genauso wie die Nutzung ihres Autos. "Und wenn ich meinen Hybridwagen auf der Autobahn fahre, erlege ich mir selbst ein Tempolimit auf", so Hubig.  Für die Bürger*innen hat sie noch einen Tipp: "Auch durch den Kauf von regionalen, nachhaltigen Produkten kann man Energie sparen und zudem etwas Gutes für den Klimaschutz tun."

Justizminister Herbert Mertin hat auf dem Dach seines Hauses Solarthermie-Module installiert, über die das Brauchwasser in seinem Haushalt erwärmt wird. Der FDP-Politiker hat zudem einen Solarspeicher im Keller, mit dem auch für weniger sonnige Tage vorgesorgt werden kann. Bau- und Finanzministerin Doris Ahnen (SPD) will hingegen sparen, indem sie noch häufiger das Fahrrad nimmt.

"Wir haben Solarzellen auf dem Dach und heizen mit einer Holzpelletheizung. Wir haben schon viele LED-Lampen im Haus und werden jetzt auch noch die letzten verbliebenen anderen in LED austauschen", berichtet Gesundheitsminister Clemens Hoch. "Als fünf-köpfige Familie sind wir sensibilisiert, dass jeder darauf achtet, Ressourcen nicht zu verschwenden", sagt der SPD-Politiker. Auch in seiner Familie achte man darauf, den Standby-Modus und Wäschetrockner möglichst wenig zu nutzen.

Schmitt: "Jede und jeder kann mit kleinen Dingen helfen"

Klimaschutzministerin Katrin Eder erledigt im Stadtgebiet Mainz alles mit dem Fahrrad. "Mein Haus habe ich vor drei Jahren vom Gas abgekoppelt. Unser Wasser wird durch eine solarthermische Anlage mit großem Speicher erhitzt, die Heizung ist im Sommer natürlich aus", sagt die Grünen-Politikerin, "Energiesparen ist für mich nicht erst in der aktuellen Krise ein Thema, ich laufe abends immer nochmal durchs Haus und schalte überall Lichter und elektrische Geräte aus."

Neben LED-Glühbirnen, abschaltbaren Steckerleisten sowie energiesparenden Haushaltsgeräten versucht die SPD-Fraktionsvorsitzende Sabine Bätzing-Lichtenthäler ihre Termine so zu legen, dass sie nicht so oft vom ländlich geprägten Westerwald irgendwohin fahren muss.  Um langfristig auch aus eigenen Ressourcen den Stromkreislauf zu unterstützen, hat die Familie einen Antrag für eine Photovoltaikanlage gestellt. Durch ein gut gedämmtes Haus mit Luft-Wärmepumpe soll die Wärmeenergie möglichst effizient genutzt werden.

"Jede und jeder kann mit kleinen Dingen helfen, Energie einzusparen", ist sich auch Wirtschaftsministerin Daniela Schmitt sicher. Der bewusste Umgang mit Energie sei wichtig. "Für private Besorgungen nutzt die Ministerin gerne das Fahrrad, wie ihre Sprecherin mitteilt. Die FDP-Politikerin kaufe bewusst bei regionalen Erzeugern ein und unterstütze den Einzelhandel sowie die Betriebe vor Ort. "Ein kleiner Beitrag jetzt kann als ein Baustein von vielen helfen, die Speicher zu füllen und eine Gasmangellage im Winter abzuwenden", so Schmitt.

Rebekka Barta mit dpa