Der Künstler Nils Zeizinger ist seit seinem Publizistik Studium in Mainz der rheinland-pfälzischen Stadt verfallen. In seinen Nebenfächern studierte er unter anderem Politikwissenschaft. Sein Interesse an Politik kommt daher nicht unerwartet. Nils Zeizinger antwortete inRLP.de ganz locker, er sei "Erstmal durch die Tür" in den Landtag gekommen. Doch tatsächlich wurde er quasi "hereingebeten". 

Hubertus Glandorf, der für den Webauftritt des  rheinland-pfälzischen Landtags verantwortlich ist, wurde über die Mainzer Hip-Hop-Bigband "Grundfunk" auf den Künstler Nils Zeizinger aufmerksam. Glandorf fragte den Rapper via Mail, wie man Politik für eine jüngere Zielgruppe interessanter gestalten kann - Zeizingers Antwort: "Rap". 

Nils Zeizinger: "Bundestagspoet sollte ein Profi sein." 

Im Landtag mitzumachen und die Politik an junge Menschen heranzubringen war für Nils eine "persönliche und künstlerische Verantwortung" er wollte "seine Stimme für eine gute Sache einsetzten." Deshalb begleitet er im Jahr 2020 den Landtag etwa 35 Wochen lang und verfasste verschiedene politische Texte. Er will etwas mit seinen Worten erreichen, denn "Bullshit können lieber die Anderen machen, ich mache das!"

Nicht alle Themen der Politik in Rheinland-Pfalz sind frisch und spritzig.  Es gab jede Woche neue Challenges für Nils Zeizinger, der die Themen in Textform bringen und vertonen musste. "Es läuft genug schief auf der Welt" und es gab wohl "oft komplexe Themen, zu denen man texten muss und dazu noch eine passende Videoidee finden muss." Nils Zeizinger und seine Bandmitglieder hängten sich im Landtag ordentlich rein, genau das erwartet er sich auch von einem "Bundestagspoeten". 

Politik und Kunst zu vereinen, ist jeden Tag aufs Neue eine Herausforderung. Zeizinger ist sich dessen bewusst und betont "ich hoffe sehr, dass der Bundestagspoet auch ein Profi ist."

Kunst ist kein Instrument der Politik

"Ich finde, Kunst darf von der Politik auch nicht instrumentalisiert werden, um Politik zu machen." unterstreicht der Mainzer Rapper. Schreiben ist nicht nur das Handwerk des Künstlers, es ist sein Hobby, seine Leidenschaft, doch besonders wichtig ist ihm seine Verpflichtung.  Rap ist eine Textart, in der man sich sehr kreativ ausleben kann. Genauso soll Rap und Kunst laut Zeizinger auch bleiben "Kunst muss frei und kritisch sein" und "darf nicht blind im Dienste der Politik stehen". 

Der Musiker schreibt verschieden Texte, seitdem er ein Kind ist. Gedichte, Artikel, Songs, nichts wird ausgelassen. Das Allround-Talent arbeitete bereits sieben Jahre in der PR-Branche, er weiß genau, wie gut man Wörter drehen und verdrehen kann. Trotzdem ist sich Nils sicher, dass die Musik der Politik jetzt schon viele Möglichkeiten bietet. Genauso gut kann er sich eine "Ausstellung von politischen Bildern, die von Menschen aus der Region gemalt werden." vorstellen, ganz nach dem Motto l'art pour l'art.

Nicht nur alleine auf der Bühne: Grundfunk

"Ja oder nie" ist die erste Single des neuen Albums "Wahnsinn ist meine Lieblingsfarbe", das im Juni erscheint. Verlegt wird das Album von Motor Music, das heißt, die Band Grundfunk reiht sich unter den Großen ein. Motor Music arbeitete schon mit Künstlern wie Max Raabe, Sportfreunde Stiller etc. 

Die Hip-Hop-Bigband wurde 2009 von Nils Zeizinger, Simon Engelhardt und Kai-Felix Jochens gegründet. Laut Nils ist Simon "der wichtigste Mann, er produziert die ganze Musik". Du kannst Dich schon mal auf das neue Album freuen, das am 24. Juni veröffentlicht wird, denn am 26. Juni spielt Grundfunk bei der Johannisnacht in Mainz.