Spritpreise von nahezu drei Euro – das zeigten Tankstellen in der Region Trier dieser Tage an. Ein Schock für alle, die auf ihr Fahrzeug angewiesen sind. Da stellt sich am Ende die Frage: Wie kann man sich das noch leisten, ohne eine Niere zu verkaufen? Grenzgänger haben da Vorteile. In Rheinland-Pfalz freuen sich viele Einwohner*innen über die Grenzen zu Frankreich und Luxemburg.

Die beiden Staaten haben jeweils noch einen Tankrabatt – im Gegensatz zu uns. Auch für Rheinland-Pfälzer*innen, die vielleicht etwas mehr als 30 Minuten Fahrzeit aufbringen müssen, kann die Fahrt nach Luxemburg oder Frankreich rentabel sein, schließlich sind zum Beispiel Zigaretten oder Kaffee teils wesentlich günstiger. Und auch französische Backwaren sind immer einen Kauf wert.

Tanktourismus als Nationalsport? Lange Schlangen an französischen Tankstellen

Tanktourismus könnte der neue Nationalsport in Deutschland werden. Schon wenige Tage nach dem Auslaufen des Tankrabatts standen die Autos mit deutschen Kennzeichen an französischen Tankstellen Schlange – zugegeben, auch ich hatte mich bereits an einem Wochenende eingereiht, weil ich sowieso grenznah unterwegs war. Aus dem Freundeskreis wurde mir von leeren Benzinzapfsäulen berichtet.

Eine Fahrt nach Luxemburg ist bei uns immer mit dem Kauf von Kaffee oder Zigaretten verbunden. Übertrieben gesagt, könnte ich fast behaupten, dass wir beinah einmal essen gehen einsparen, wenn wir in Luxemburg tanken. Bleibt die Frage: Was wird die Bundesregierung machen, um den Tanktourismus einzudämmen?

Schließlich kann es nicht in deren Ermessen sein, dass wir unser Geld in Luxemburg oder Frankreich lassen. Zumal es nicht wirtschaftlich erstrebenswert sein kann, dass Tankstellenpächter aufgeben müssen, weil alle in die Nachbarländer fahren.