• Dramatischer Unfall in Gondershausen: Hüpfburg von Windhose erfasst
  • Kinder inzwischen außer Lebensgefahr
  • Ermittlungsverfahren eingeleitet
  • Die Polizei sucht nun nach Video- und Bildmaterial

In Gondershausen im Rhein-Hunsrück-Kreis ist es am Sonntagnachmittag (03. Juli 2022) zu einem dramatischen Unfall mit einer Hüpfburg gekommen. Sie wurde von einer Windhose erfasst und mehrere Meter in die Höhe gezogen, wodurch neun Kinder verletzt wurden - fünf von ihnen schwer. Nun sucht die Polizei nach Bild- und Videomaterial. Es wurde eine Ermittlungsverfahren wegen fahrlässiger Körperverletzung eingeleitet.

Hüpfburgunfall in Gondershausen: Die Polizei sucht nach Bild- und Videomaterial

Der tragische Vorfall ereignete sich während eines Kinderfußballturniers auf dem Sportplatz von Gondershausen. Wie das Polizeipräsidium in Koblenz angibt, hätten erste Ermittlungen ergeben, dass die Hüpfburg durch eine Windhose erfasst und so mehrere Meter in die Höhe gezogen worden sei.  Anschließend sei das Spielgerät "50  bis 60 Meter weiter gelandet", so Stefan Bohnenberger, Kreisfeuerwehrinspektor des Rhein-Hunsrück-Kreises.

Zu diesem Zeitpunkt hätten zwölf Kinder darauf gespielt. Sie stürzten aus einer Höhe von vier bis fünf Metern ab, wodurch sie teils schwer verletzt wurden. So mussten vier von fünf verletzten Kinder per Rettungshubschrauber in umliegende Krankenhäuser gebracht werden. Die anderen wurden mit Rettungsfahrzeugen eingeliefert. Man sei "sehr froh", dass alle Kinder außer Lebensgefahr seien, teilte die Polizei am Montagnachmittag mit. Vier der Kinder hätten mittlerweile wieder die Kliniken verlassen.

Bohnenberger gab an, dass die Windhose nicht vorherzusehen gewesen sei und zeigte sich bestürzt über den tragischen Unfall. Außerdem berichtet der Kreisfeuerwehrinspektor, dass nicht nur den Kindern schnell geholfen, sondern auch Augenzeug*innen betreut werden mussten. Viele von ihnen seien von den Ereignissen geschockt gewesen, weshalb sich auch Notfallseelsorger*innen im Einsatz befanden.

Ermittlung wegen fahrlässiger Körperverletzung: Unfallursache noch unklar

Die Polizei stellte die Hüpfburg nach dem Unfall sicher. Ob diese nicht ausreichend gesichert oder die Windhose einfach zu stark gewesen sei, konnte bislang nicht abschließend geklärt werden. Es sei jedoch bereits ein Ermittlungsverfahren wegen fahrlässiger Körperverletzung eingeleitet worden. Wie ein Sprecher der Polizei erklärt, würden im Zuge dessen Zeug*innen befragt und Daten zum Unfallhergang erhoben werden.

Nähere Informationen zu den Verletzungen und dem aktuellen Gesundheitszustand der Kinder machte der Sprecher am Montag (4. Juli 2022) nicht. "Wir hoffen natürlich, dass die Kinder alle bald wieder gesund werden", sagte der Polizist stattdessen.

Die Polizei sucht nach Bild- und Videomaterial

Ein ähnlicher Unfall hatte sich am Samstag (2. Juli 2022) im thüringischen Tonndorf ereignet. Dort wurden drei Kinder verletzt, als eine Hüpfburg von einer starken Windböe erfasst wurde und sich überschlug. Wie die Polizei in Weimar berichtete, werde bei diesem Vorfall nicht von einer Straftat ausgegangen, da das Spielgerät ordnungsgemäß befestigt gewesen sei.

Bei der Veranstaltung in Gondershausen seien mehr als 100 Besucher*innen anwesend gewesen, sagte der Polizeisprecher. Die Polizei bittet Zeug*innen, mögliche Bilder oder auch Videoaufnahmen für die Ermittlungen zur Unfallursache in Gondershausen zur Verfügung zu stellen. Die Bilder und Videos könnten im "Hinweisportal" der Polizei Rheinland-Pfalz hier hochgeladen werden.