• Psychisch kranker 36-Jähriger tötet seinen Vater in Ellerstadt
  • Auf der Flucht fährt er mutwillig vier Radfahrer an 
  • Eine 71-jährige Fahrradfahrerin starb noch am Unfallort
  • Später erlag auch ihr Ehemann seinen schweren Verletzungen
  • Antragsschrift wegen Totschlag, versuchten Totschlag und gefährlicher Körperverletzung

Etwa vier Monate nach der Todesfahrt eines Mannes in Mannheim hat die Staatsanwaltschaft Mannheim mehrere Antragsschriften vorgelegt. Unter anderem wegen Totschlags. Der Todesfahrer soll dauerhaft in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht werden. 

Update 9. November 2022: Antragsschrift wegen Totschlag, versuchten Totschlag und gefährlicher Körperverletzung

Die Staatsanwaltschaft Mannheim hat gegen den 36-Jährigen bei der Schwurgerichtskammer des Landgerichts Mannheim eine Antragsschrift wegen Totschlags, versuchten Totschlags in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung sowie wegen des Totschlags in zwei tateinheitlichen Fällen eingereicht.

Ziel ist es, den Genannten dauerhaft in einem psychiatrischen Krankenhaus unterzubringen. Laut dem vorläufigen Ergebnis eines psychiatrischen Gutachtens habe sich der Angeklagte zum Zeitpunkt der Tat in einem schuldunfähigen Zustand befunden. Er habe unter paranoider Schizophrenie gelitten. 

Das Landgericht muss nun über die Zulassung der Antragsschrift bestimmen. Ein Termin für die Verhandlung steht bisher nicht fest.  Der 36-Jährige ist aktuell in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht. 

Update 9. August 2022: Weiteres Todesopfer nach Todesfahrt von Mannheim

Der bereits Ende Juli verstorbene Mann war, wie seine Ehefrau, mit dem Fahrrad unterwegs, als der verdächtige Autofahrer beide absichtlich rammte. Die 71-Jährige starb am Unfallort.

Ein weiterer Fahrradfahrer ist außer Lebensgefahr. Der vierte Radler hatte das Krankenhaus schon kurz nach dem Unfall verlassen. Der "Mannheimer Morgen" hatte darüber berichtet.

Die Staatsanwaltschaft Mannheim, die beide Fälle bearbeitet, erwartet nach eigenen Angaben noch zwei Gutachten - eines zur Schuldfähigkeit des Tatverdächtigen und zu den Voraussetzungen einer Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus. Zudem soll ein Sachverständiger das Geschehen rekonstruieren. Die Beamten ermitteln wegen des Verdachts des Totschlags sowie des Mordes und des versuchten Mordes gegen den Mittdreißiger.

36-Jähriger tötet Vater – auf der Flucht verletzt er eine Fahrradfahrerin tödlich

Der Mann soll am Sonntag (12. Juni 2022) um kurz nach 18 Uhr im rheinland-pfälzischen Ellerstadt seinen 69-jährigen Vater umgebracht haben. Die Obduktion des Leichnams ergab den Angaben zufolge, dass der Mann durch Stiche in den Oberkörper innerlich verblutete. Im Auto seiner Mutter soll der Tatverdächtige dann nach Mannheim geflüchtet sein, wo er in der Mannheimer Rhenaniastraße offenbar absichtlich vier Radler rammte.

Die 71-Jährige erlag ihren Verletzungen noch vor Ort. Zwei Männer sind mit schweren Verletzungen weiterhin im Krankenhaus und nicht vernehmungsfähig, ein dritter war bereits am Montag aus der Klinik entlassen worden.

Nach der Tat verließ der 36-jährige Täter das stark beschädigte Fahrzeug zu Fuß. Ein Zeuge beobachtete, wie der Flüchtende einen Teil seiner Kleider auszog und in den angrenzenden Rhein sprang. Ein Polizeihubschrauber war im Einsatz, ebenso wie Beamte der Wasserschutzpolizei. Sie zogen den 36-Jährigen schließlich aus dem Wasser. Bei seiner Festnahme kollabierte er, im Krankenhaus war er zunächst nicht ansprechbar. 

Der Täter ist polizeilich bekannt – die Staatsanwaltschaft Mannheim ermittelt

Wie die Polizei zudem bekannt gab, ermittelte die Staatsanwaltschaft Frankenthal bereits im Jahr 2020 gegen den Tatverdächtigen wegen tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte, Sachbeschädigung und versuchter gefährlicher Körperverletzung. Das Verfahren wurde damals wegen Schuldunfähigkeit eingestellt.

Die Ermittlungen zu den beiden aktuellen Fällen werden von der Staatsanwaltschaft Mannheim geführt. Die Beamten ermitteln wegen des Verdachts des Totschlags, des Mordes sowie des dreifachen versuchten Mordes.

 

 

 

Vorschaubild: © René Priebe (PR-Video)