Ein Urteil, das alle Tuning-Fans aufatmen lässt: Städte dürfen ihnen nicht verbieten, ihre Schlitten auf den Straßen zur Schau zu stellen. Und das auch nicht, sollte das einmal lauter werden. Ein Gericht in Düsseldorf hat dazu nun ein Urteil gefällt.

Die Stadt Düsseldorf darf sogenannten Autoposern ihr Imponiergehabe nicht verbieten und auch keine Zwangsgelder gegen sie verhängen. Das hat das Düsseldorfer Verwaltungsgericht am Donnerstag entschieden und damit der Klage eines 22 Jahre alten Autofahrers stattgegeben.

"Keine eigenen Regeln" - Stadt darf Autoposen nicht verbieten

Die Stadt hatte dem Kläger vorgeworfen, im März 2021 mit einem 500 PS starken Auto mit laut heulendem Motor an einer Ampel losgefahren zu sein, um die Aufmerksamkeit der Passanten auf sich zu ziehen. Sie verbot ihm dieses Autoposen im gesamten Stadtgebiet für die Dauer von drei Jahren. Für den Wiederholungsfall drohte sie ihm ein Zwangsgeld von 5000 Euro an. Sollten dabei Menschen gefährdet werden, seien es sogar 10.000 Euro.

Diese Auflage des zuständigen Amtes hat das Verwaltungsgericht nun aufgehoben. Die Stadt könne für ihr Gebiet keine eigenen Verkehrsregeln erlassen, heißt es in der Urteilsbegründung. Der Straßenverkehr in Deutschland werde durch Bundesrecht geregelt. Demnach kann das Autoposen als Verstoß gegen die Straßenverkehrsordnung lediglich mit einem Bußgeld von 80 bis 100 Euro geahndet werden.

"Ich habe nie ein Bußgeld für den Vorfall bekommen", sagte der Kläger und sorgte damit für Erstaunen und Nachfragen von der Richterbank. "Bußgelder machen in der Szene keinen Eindruck", bestätigte der Vertreter der Stadt die Aussagen des Tuning-Fans. "Ob das bei dem Kläger so ist, haben sie aber gar nicht versucht", bemerkte der Richter.

"Noch nie ein Bußgeld bekommen" - Verwunderung auf der Richterbank

Die örtliche Ordnungsbehörde könne keine strengeren Maßstäbe anlegen und keine eigenen Verkehrsverbote aussprechen, führte das Gericht in der Urteilsbegründung aus. Gegen das Urteil ließ das Gericht Rechtsmittel zu.

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