Der Deutsche Brauer-Bund hat die Konsumenten auf weiter steigende Bierpreise eingestimmt. Grund sei der anhaltend hohe Kostendruck für die Brauereien, erklärte Hauptgeschäftsführer Holger Eichele am Dienstag in Berlin.

"Wenn Brauereien und Gastronomen ihre Mehrkosten voll an den Verbraucher weitergeben, sind wir Ende dieses Jahres bei 7,50 Euro für den halben Liter Bier!", warnte zudem der Vize-Chef des Brauereiverbands Berlin-Brandenburg, Stefan Fritsche, gegenüber der Bild-Zeitung. Neben der Energieversorgung belasteten stark steigende Kosten für Rohstoffe und Vorprodukte sowie Personal und Logistik die Unternehmen. Zahlreiche Betriebe hätten bereits Preiserhöhungen angekündigt.

Kosten steigen massiv - Brauereisterben befürchtet

Laut Fritsche droht außerdem ein massives Brauereisterben wegen der Kostensteigerungen. "Viele Kunden gehen da nicht mehr mit. Vielen Brauereien droht das Aus", so der Geschäftsführer der Klosterbrauerei Neuzelle. Einen zaghaften Lichtblick gibt es dennoch: Insgesamt zeige sich die Branche nach drei Jahren Dauerkrise aber deutlich widerstandsfähiger als früher, meint Brauer-Bund-Chef Eichele.

Beim Bierabsatz zeichnet sich laut Eichele eine leichte Erholung ab. Mit 81,2 Millionen Hektolitern Bier sei die Menge in den ersten elf Monaten 2022 um 3,2 Prozent gestiegen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Im letzten Vor-Corona-Jahr 2019 habe der Vergleichswert aber noch 85,2 Millionen Hektoliter betragen. Die Bierabsatzzahlen für das Gesamtjahr 2022 werden vom Statistischen Bundesamt Anfang Februar veröffentlicht.

Der Brandenburger Bier-Funktionär Stefan Fritsche fordert indes einen Bier-Gipfel mit der Regierung, um den Sorgen der Branche Nachdruck zu verleihen. Teilnehmen sollen Branchenvertreter und die Minister für Landwirtschaft und Wirtschaft. "Braukunst ist ein Stück Deutschland", erläutert Fritsche und warnt davor, dass am Ende der Krise nur noch Großkonzerne Bestand haben könnten.

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