Archäologe Dennis Graen von der Friedrich- Schiller-Universität nannte den Fund am Mittwoch eine kleine Sensation. "Dieses Bruchstück stammt von einer kleinen Schale, die in Athen hergestellt wurde und sagt uns, dass bereits im 5. Jahrhundert vor Christi Menschen in dieser Gegend siedelten und Handelskontakte mit Griechenland unterhielten." Insgesamt existierten in der Region nur vier solcher Scherben.
Seit 2009 graben die Jenaer Experten an der Algarve nach dem antiken Portugal. Während die Küstenregion archäologisch sehr gut erschlossen sei und einige Prachtbauten zum Vorschein kamen, sei das Hinterland weitgehend unerforscht. "Deshalb drängte sich das Projekt förmlich auf", erklärte Graen. "Wir wollen wissen, wie und vor allem wovon die Bewohner dieser Gegend vor 2000 Jahren lebten." Die Villa stammt wahrscheinlich aus dem 3. oder 4. Jahrhundert nach Christi. Einige Spuren deuten nach Angaben des Grabungsleiters auf das 1. Jahrhundert nach Christi hin. Der Boden in dieser Gegend sei bis heute sehr fruchtbar.
Die Villen-Bewohner, so dokumentieren es die Funde, konnten sich Luxus leisten. Die Jenaer Experten legten Reste eines wasserdichten Fußbodens frei, der mit Teilen einer Fußbodenheizung auf die Existenz einer Thermenanlage hindeutet. Neben den üblichen Keramikfunden kamen Fensterglasreste, Münzen, eine Pinzette und eine Haarnadel zum Vorschein. Auch die griechische Scherbe fand sich im Schutt der römischen Villa. Sie lag allerdings vermutlich schon mehr als 500 Jahre im Erdreich, bevor das Haus errichtet wurde. dpa