Nach dem Tod eines sechs Jahre alten Mädchens in Baden-Baden hat das Gericht entschieden: Ein 34-Jähriger muss für den grausamen Mord ins Gefängnis. Die Sechsjährige war mit seinem Kind befreundet und hatte dort übernachtet.

In der Verhandlung kamen viele schockierende Details ans Licht, doch eine wichtige Frage bleibt offen.

Update vom 30.11.2022: 34-Jähriger tötet Spielfreundin seines Sohnes - Urteil gefallen

Für einen furchtbaren Mord an einer Sechsjährigen aus Baden-Baden ist ein Mann zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt worden. Das Landgericht stellte am Dienstag außerdem eine besondere Schwere der Schuld fest. Es sah es als erwiesen an, dass der 34-Jährige das Mädchen in der Nacht zum 19. Dezember vergangenen Jahres aus sexuellen Motiven mit einem Messer getötet und sich an der Leiche vergangen hat. "Sexuelle Erregung war der Grund", sagte der Vorsitzende Richter Stefan Schmid. Die Sechsjährige hatte beim Sohn des Angeklagten übernachtet - er war ihr Spielplatzfreund.

Mit der Feststellung der besonderen Schwere der Schuld ist eine vorzeitige Haftentlassung nach 15 Jahren so gut wie ausgeschlossen. Die Sechsjährige hatte schon zweimal davor mit anderen Kindern bei dem Spielplatzfreund übernachtet. Die Mutter des Mädchens kannte den Gastvater vom Spielplatz. Der gelernte Straßenbauer galt als zuverlässiger und liebevoller Vater. Bei Kindern war er beliebt. Nichts deutete für die Mutter darauf hin, dass ihre Tochter bei ihm in Gefahr sein könnte.

Die letzte Übernachtung war nicht geplant. Aber die beiden Kinder bettelten nach einem Treffen auf dem Spielplatz, dass sie zusammen übernachten dürfen. Die Mutter ließ sich überreden. Ein letzter Kuss, ein liebevoller Abschied: "Ich habe sie umarmt und ihr gesagt, dass wir uns morgen wiedersehen", erinnerte sich die Mutter an jenen Samstag vor Weihnachten vor einem Jahr. Sie wurde im Prozess per Videoübertragung zugeschaltet, damit sie nicht dem Angeklagten gegenübersitzen musste. Die Mutter sah ihr Kind nicht lebend wieder. Das Mädchen wurde Opfer eines entsetzlichen Verbrechens.

"Auf schlimmste Weise verstümmelt": Grausame Details zum Mord an Sechsjähriger

Was genau sich in der Nacht in dem Haus abspielte, konnte das Gericht nicht gänzlich klären. Klar sei, dass das Mädchen mit einem präzisen Halsschnitt getötet worden sei. Es habe geschlafen oder sei zumindest ruhig gelegen, sagte der Richter. Den Leichnam habe der Angeklagte geschändet. "Er verstümmelte ihn zum Teil auf schlimmste Weise." Das Ganze habe "Züge eines rituellen und Amok-ähnlichen Verhaltens" gehabt, sagte der Richter.

Der Angeklagte habe danach versucht, sich umzubringen. Er habe Feuer gelegt - wohl, um sich und seinem Sohn das Leben zu nehmen. Vier Verwandte des Mannes schliefen zu der Zeit im Haus. Das Landgericht verurteilte den Mann wegen Mordes und Störung der Totenruhe sowie unter anderem wegen versuchten Mordes im Fall seines sechsjährigen Sohnes. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Eine Erklärung für das unfassbare Verbrechen blieb der nicht vorbestrafte Deutsche schuldig. Der Mann mit den kurzen dunkelblonden Haaren und dem auffälligen Hals-Tattoo schwieg den ganzen Prozess über. Der Untersuchung durch einen Psychiater stimmte er nicht zu. Für eine verminderte Schuldfähigkeit sprach aus Sicht eines Gutachters jedoch nichts.

Der Vater des Mädchens, der als Nebenkläger den Prozess verfolgte, hoffte bis zuletzt, dass der Mörder sein Schweigen bricht. Vergeblich. "Der genaue Tatablauf bleibt ein Mysterium", sagte sein Anwalt. Der Pflichtverteidiger des Angeklagten sagte: Manche Sachen könne man nicht verstehen.

Ursprüngliche Meldung vom 26.11.2022: Vater von Spielplatzfreund soll Sechsjährige getötet und sich an ihr vergangen haben

Es war nicht geplant, aber die Kinder bettelten so sehr. Die Mutter lässt sich überreden. Ihre sechsjährige Tochter darf beim Spielplatzfreund übernachten. Ein letzter Kuss, ein liebevoller Abschied: "Ich habe sie umarmt und ihr gesagt, dass wir uns morgen wiedersehen", erinnert sich die Mutter an jenen Samstag vor Weihnachten vor einem Jahr. Sie sieht ihr Kind nicht lebend wieder. Das Mädchen wird Opfer eines entsetzlichen Verbrechens.

Unter Verdacht ist der Gastvater. Vor dem Landgericht Baden-Baden muss sich der 34-Jährige unter anderem wegen Mordes verantworten. Er soll die Sechsjährige in der Nacht zum 19. Dezember vergangenen Jahres in seiner Wohnung in Baden-Baden mit einem Messer getötet und sich an der Leiche vergangen haben. Der Mann schweigt.

Am kommenden Dienstag (15.30 Uhr) wird das Urteil gesprochen. Die Staatsanwaltschaft ist sich sicher, dass die Beweismittel für eine Verurteilung ausreichen. Sie wirft dem gelernten Straßenbauer unter anderem Mord, Störung der Totenruhe sowie versuchten Mord in vier Fällen vor; sie fordert eine lebenslange Haftstrafe - und die Feststellung der besonderen Schwere der Schuld.

Angeklagter galt als liebevoller Vater - nichts deutet auf die Gefahr hin

Die Anwälte der Nebenkläger, darunter die Mutter und der Vater des getöteten Mädchens, hatten sich dem in nicht öffentlicher Sitzung weitgehend angeschlossen. Der Pflichtverteidiger wollte auf einen Antrag zum Strafmaß verzichten.

Der Angeklagte galt als liebevoller Vater und als zuverlässig. Er war bei Kindern beliebt. Die Sechsjährige hatte schon zweimal davor mit anderen Kindern bei dem Spielplatzfreund übernachtet. Die Mutter des Mädchens kannte den Mann vom Spielplatz. Nichts deutete für sie darauf hin, dass ihre Tochter bei ihm in Gefahr sein könnte.

Umso entsetzlicher ist das, was die Staatsanwaltschaft auflistet. Der Angeklagte soll das Mädchen im Schlafzimmer erst mit einem Schnitt durch die Kehle getötet, sich an der Kinderleiche mehrfach und massiv sexuell vergangen und das tote Mädchen dann im Intimbereich verstümmelt haben. Danach soll er Feuer gelegt haben, um die Tat zu vertuschen - obwohl vier Verwandte im Haus schliefen, darunter sein sechsjähriger Sohn. Ermittler sind schockiert von den Verletzungen, die dem kleinen Mädchen zugefügt wurden. Und vom vielen Blut am Tatort.

Was war der Auslöser für das Verbrechen?

Dass der nicht vorbestrafte Deutsche die Tat begangen hat, davon gehen alle Prozessbeteiligte aus. Doch was war der Auslöser? Der Mann mit den kurzen dunkelblonden Haaren und dem auffälligen Hals-Tattoo sagt nichts. Die Auflistung der unerträglichen Details seitens der Staatsanwaltschaft und Zeugenaussagen verfolgt er aufmerksam, aber weitgehend unbewegt. Ab und zu schüttelt er den Kopf. Gericht, Staatsanwaltschaft, sechs Nebenklägervertreter und die Zuhörer im Saal, darunter Nachbarn und Bekannte des Mädchens, warten vergeblich auf einen Erklärungsansatz.

Der Untersuchung durch einen Psychiater stimmt der Angeklagte nicht zu. Ein Gutachter muss sich so ein Bild im Prozess machen. Für eine verminderte Schuldfähigkeit spricht aus seiner Sicht nichts. Pädophilie ist nicht festzustellen. Der Angeklagte wuchs im Heim auf, doch er führte nach einem schwierigen Start ein unauffälliges Leben. Vor der Tat soll er Pornos geschaut haben. Danach soll er versucht haben, sich das Leben zu nehmen. Was das Verbrechen auslöste, konnte auch nach zehn Verhandlungstagen nicht geklärt werden.

Wenn ungeklärt bleibt, was ohnehin unerklärlich ist, ist das vor allem für Angehörige in ihrem unermesslichen Leid schwer. Der Vater des Mädchens hofft bis zuletzt, dass der mutmaßliche Mörder sein Schweigen bricht. Vergeblich. Sein Anwalt weiß um die Grenzen eines Strafprozesses, bedauert aber: "Der genaue Tatablauf bleibt ein Mysterium."