Das dritte Entlastungspaket der Regierung enthält unter anderem Maßnahmen, die Arbeitgeber adressiert: Sie sollen ihren Beschäftigten eine Prämie von bis zu 3000 Euro zahlen können - und zwar steuer- und abgabefrei. FDP-Chef Christian Lindner sagte dazu: "Wir machen eine steuerfreie Einmalzahlung, also eine Inflationsprämie möglich."

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) verwies auf die konzertierte Aktion, also eine von ihm initiierte Gesprächsrunde mit Gewerkschaftern und Arbeitgebern. Dort würden praxisnahe Leistungen entwickelt. Einen entscheidenden Haken hat der steuerfreie Bonus aber. Für den Arbeitgeber besteht keine generelle Pflicht, eine Prämie auszuzahlen. 

Entlastungspaket: Unternehmen können Beschäftigte wegen hoher Kosten unterstützen

Um die steigenden Lebenshaltungskosten abzufedern, hat die Ampelkoalition ein Entlastungspaket geschnürt, das - sollte es genauso umgesetzt werden - um die 65 Milliarden Euro kosten wird. Teil davon sind viele steuerliche Erleichterungen, eine Anhebung des Kindergelds sowie eine Deckelung des Strompreises bis zu einer gewissen Grenze des Basisverbrauchs. 

Darüber hinaus will es die Bundesregierung aber auch ermöglichen, dass Unternehmen ihre Beschäftigten direkt unterstützen können, etwa um hohe Nebenkosten bei Strom und Heizung bezahlen zu können. Dazu wurde beschlossen, dass eine Einmalzahlung geleistet werden kann, die dann auch direkt und ohne Abzüge bei den Mitarbeitenden ankommen wird.

Das heißt konkret: Bis zu 3000 Euro können Arbeitgeber überweisen und diese bleiben steuer- und abgabenfrei. Die komplette Zahlung kommt eins zu eins bei Beschäftigten an, Netto ist hier gleich Brutto.

Wann soll die Einmalzahlung kommen?

Das erinnert an die Corona-Prämie, die bis März 2022 von Unternehmen ebenfalls abzugsfrei gezahlt werden konnte, um Mitarbeitende zu unterstützen. Auch hier verzichtete der Staat auf seinen Anteil. Wie auch damals gibt es aber natürlich keine Verpflichtung, dass Unternehmen auch wirklich etwas zahlen.

Somit besteht eine theoretische Möglichkeit, doch ob und wie viel wirklich bei Menschen ankommt, bleibt jedem Arbeitgeber selbst überlassen. Immerhin: Zahlungen, die man vielleicht sowieso angedacht hatte, können so auch mit weniger Abgaben für Unternehmen getätigt werden, da auch der Arbeitgeberanteil an den Sozialabgaben wegfällt. Auch in Gehaltsverhandlungen ist dies unter Umständen ein gutes Argument, um den eigenen Chef oder die Chefin davon zu überzeugen, etwas mehr in den kommenden Monaten zu zahlen.

Unklar ist, ab wann die Zahlungen getätigt werden können. Bislang ist das gesamte Entlastungspaket nur ein Entwurf und weder fertiggestellt noch rechtskräftig beschlossen. 

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