Dehoga, der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband, warnt angesichts der geplanten schärferen Zugangsregeln für die Gastronomie vor weiteren Umsatzeinbußen für die Betriebe.

"Die flächendeckende Einführung von 2G-plus-Zugangsregeln ist für viele Betriebe ein Desaster", sagte Hauptgeschäftsführerin Ingrid Hartges dem Nachrichtenportal watson. Auch von anderer Seite hat es Kritik an neuen Beschlüssen gegeben. So seien die Quarantäne-Regeln laut des Ärzteverbands Marburger Bund "medizinisch fragwürdig".

Hotel- und Gaststättenverband: Deutliche Umsatzeinbußen in Betrieben

Schon jetzt hätten die Betriebe gegenüber 2019 mit deutlichen Umsatzeinbußen zu kämpfen. "Jeder zweite Unternehmer bangt um seine Existenz", sagte Hartges.

Bund und Länder hatten am Freitag (7. Januar 2021) unter anderem eine 2G-plus-Regelung für Restaurants, Cafés oder Kneipen beschlossen. Künftig sollen demnach nur noch Geboosterte oder doppelt Geimpfte mit tagesaktuellem Test Zugang erhalten. Dehoga-Geschäftsführerin Hartges wies darauf hin, dass derzeit weniger als die Hälfte der Menschen im Land geboostert seien.

Außerdem sei mit langen Warteschlangen vor Testzentren zu rechnen, die nur begrenzte Öffnungszeiten hätten. "Das trifft alle Betriebe besonders hart, die von Spontanbesuchen und vielen jüngeren Gästen leben, die oftmals noch nicht geboostert sind." Wichtig sei es nun, dass Betrieben "ausreichend existenzsichernde Hilfen zur Verfügung gestellt würden", forderte Hartges. Notfalls müsse "nachjustiert werden".

Nach Start neuer Corona-Hilfen: Anträge vor allem aus Gastgewerbe

Die neue Überbrückungshilfe IV zum Ausgleich von Belastungen durch die Corona-Krise stößt nach dpa-Informationen vor allem im Gastgewerbe auf Nachfrage. Nach Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums wurde unmittelbar mit dem Start der verbesserten Hilfen am Freitag ein Fördervolumen von fast 200.000 Euro beantragt. Die ersten Anträge seien unter anderem aus Bremen und Nordrhein-Westfalen eingereicht worden und hätten vor allem das Gastgewerbe betroffen, teilte das Ministerium am Samstag weiter mit.

Seit Freitag können bis Ende April Anträge für die Überbrückungshilfe IV für den Förderzeitraum Januar bis März 2022 gestellt werden. Die Förderbedingungen für Unternehmen wurden den Angaben zufolge nochmals verbessert, "um die Sorgen der betroffenen Branchen aufzunehmen". So könnten jetzt nicht nur Sach-, sondern auch Personalkosten geltend gemacht werden, die Unternehmen durch 2G- und 2G-plus-Zutrittskontrollen entstehen.

Man gehe davon aus, dass je nach Pandemieverlauf bis zu 100 000 Unternehmen Anträge stellen, hieß es weiter. Bereits in den nächsten Wochen würden erste Abschlagszahlungen ausgezahlt, hatte Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) gesagt. "Wir wissen, dass es für viele Unternehmen aufwendig und kostspielig ist, 2G-Regeln umzusetzen oder andere Corona-Zutrittsbeschränkungen zu vollziehen." Finanzminister Christian Lindner (FDP) betonte: "Damit stehen wir den Unternehmen zur Seite, um die Belastungen durch die Pandemie so gut es geht abzumildern."

Überbrückungshilfe IV kann über die Plattform www.ueberbrueckungshilfe-unternehmen.de beantragt werden. Für die Bearbeitung sind den Angaben zufolge die Bewilligungsstellen der Länder zuständig, die Abschlagszahlungen von bis zu 100 000 Euro je Fördermonat genehmigen könnten. Abschlagszahlungen sind Vorauszahlungen, die später mit den tatsächlich entstandenen wirtschaftlichen Schäden abgeglichen werden.

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