Dieter Bohlen eckt oft an, doch nun schockiert der DSDS-Juror mit seinen Aussagen zum Ukraine-Krieg und zu den gegen Russland verhängten Sanktionen. Auf einer Unternehmerkonferenz, der "Founder Summit 2022", teilte der Musiker seine ganz eigenen Ansichten zum Kriegsgeschehen. Dafür bekommt er jetzt nicht nur von Box-Weltmeister Wladimir Klitschko ordentlich Contra.

Hätte man einfach auf die Sanktionen verzichtet und sich stattdessen "vernünftig an einen Tisch gesetzt", müssten die Deutschen in diesem Winter nicht frieren, philosophiert Dieter Bohlen in einem Mitschnitt der Konferenz. "Das ist doch alles scheiße!" Er könne nicht nachvollziehen, warum Außenstehende nun unter der steigenden Inflation sowie der Energiekrise leiden müssten. "Ich mach mir einfach scheiß Sorgen."

Dieter Bohlen bringt Wladimir Klitschko gegen sich auf

Auf Twitter erntete er dafür eine lange und kritische Antwort von Wladimir Klitschko. Der gebürtige Ukrainer ist seit Kriegsbeginn stes an der Seite seines Bruders Vitali, Bürgermeister der Hauptstadt Kiew, präsent. "Ich höre und lese hier, dass gerade in Deutschland immer wieder die Sanktionen gegen Russland infrage gestellt werden. Wie kann das sein? Ist es dir, Dieter Bohlen, egal, wenn bei uns Menschen sterben? Ist dir egal, dass Putin unser Land mit Raketen zerstören will? Ist dir egal, dass wir einen Genozid gegen alles Ukrainische erleben?"

Klitschko könne zwar nachvollziehen, dass die wirtschaftliche Situation aktuell auch für Deutsche eine Herausforderung sei – doch der Schuldige sei Russland. "Wie kann man nur darüber nachdenken, mit diesem Land weiter Geschäfte zu machen?", fragt er in seinem Tweet. "Bitte stellt euch denjenigen entgegen, die auf russische Propaganda reinfallen. Bitte vergesst uns nicht!"

Dieter Bohlen lässt bei seiner Kritik zudem außer Acht, dass die russischen Gaslieferungen nicht wegen westlicher Sanktionen zum Problem wurden, sondern die Verzögerungen durch Putin selbst verschuldet wurden. Auch Friedensverhandlungen zwischen der Ukraine und Russland, sowie mehrere Gespräche zwischen Olaf Scholz und dem Kremlchef lässt er unerwähnt. Für seine Wutrede bekam er vom Publikum trotzdem Applaus.

Doch nicht nur Klitschko verurteilt Bohlens Aussagen aufs Schärfste: "Wie moralisch verkommen muss man sein, für einen billigen Applaus diesen entsetzlichen Krieg auszublenden, die Angst und das Leid und den Tod, die er verursacht?", twitterte SPD-Chefin Saskia Esken am Mittwochabend. "Und sich über das Frieren ,und all den Firlefanz' zu beklagen, das ihn als Superreichen doch ohnehin nicht trifft?" Der 68 Jahre alte Bohlen äußerte sich am Donnerstag zunächst nicht weiter zu der Kritik.

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