Spielabbruch nach Massenschlägerei in der Kreisklasse: Das Duell zwischen dem Vorletzten der Fußballkreisklasse Würzburg 3, BC Aura und dem Schlusslicht FV Fatihspor Karlstadt sollte eigentlich zum Kick "um die goldene Ananas" werden, da beide Teams eher magere Aussichten auf den Klassenerhalt haben. Stattdessen endete die Partie in Aura (Landkreis Main-Spessart) im Chaos. Zuschauer stürmten den Platz, der Schiedsrichter verlor die Kontrolle und Spieler gingen brutal aufeinander los.

 


Elfmeter wurde nie ausgeführt

Die Kreisklassisten lieferten sich am Sonntagnachmittag (22. April 2018) von Beginn an ein mit intensiven Zweikämpfen gespicktes Spiel, in dem viele Tore fielen. Mit zunehmendem Spielverlauf erhitzten sich die Gemüter und zwei Akteure von Fatihspor flogen vom Platz. Die Lage auf dem Spielfeld eskalierte schließlich beim Stand von 4:3 für die Gäste aus Karlstadt. Die Heimmannschaft bekam einen Elfmeter in der Nachspielzeit zugesprochen und plötzlich begann eine Schlägerei.

Hässliche Szenen der Gewalt spielten sich ab. Die beiden Rotsünder der Gäste hatten die Situation von außen wohl immer wieder angestachelt und die Heimmannschaft provoziert. Als einer der Auswechselspieler der Gastgeber dies kritisierte, schlug einer der beiden Provokateure zu. Daraufhin rannte der Auswechselspieler wohl auf den Elfmeterpunkt zu und schlug wild um sich - obwohl seiner eigenen Mannschaft einen Elfmeter zugesprochen wurde.

Mittlerweile befanden sich auch zahlreiche Zuschauer beider Seiten auf dem Feld und lieferten sich Wortgefechte und handfeste Auseinandersetzungen. Wie das "Main-Echo" berichtet, trat einer der Gästespieler dem aufs Feld gestürmten Auswechselspieler, der am Boden lag, mit den Stollen ins Gesicht. Der Spieler musste umgehend ins Würzburger Uniklinikum eingeliefert werden.

 

 


Gegenteilige Aussagen der Beteiligten

Als die Polizei eintraf, waren Teile der Karlstadter Mannschaft bereits verschwunden. Wie der "Bayerische Rundfunk" berichtet, ermittelt die Polizei Gemünden nun gegen einen 24-Jährigen und einen 23-Jährigen des FV Fatihspor Karlstadt wegen Körperverletzung und schwerer Körperverletzung.

Gegenüber dem "BR" sagte eine Funktionär des BC Aura am Montag (23. April 2018), dass der Fall wahrscheinlich bis vor das Sportgericht in München gehen werde. Er habe so etwas noch nicht erlebt, so der Funktionär.
Der 24-jährige Spieler der Heimmannschaft müsse im Uniklinikum operiert werden und eine Woche dort verweilen. Er habe einen doppelten Jochbeinbruch erlitten.

Der Schiedsrichter hatte die Partie im Endeffekt beim Stand von 4:3 abgepfiffen. Zur Ausführung des Elfmeters war es nicht mehr gekommen.

red/tu