Ein Elternpaar aus Mittelhessen soll seiner behinderten, kranken Tochter lebensrettende Hilfe vorenthalten haben und steht nun wegen Totschlags durch Unterlassen vor dem Landgericht Limburg.

Die Anklage wirft den 57-Jährigen aus dem Lahn-Dill-Kreis vor, "stillschweigend" übereingekommen zu sein, die 21-jährige Tochter ihrem Schicksal zu überlassen - wissend, dass sie in einem kritischen Zustand war. Die junge Frau starb im Oktober 2016.

Angeklagt wegen unterlassener Hilfeleistung ist eine weitere Tochter des Ehepaares. Die 25-Jährige soll ebenfalls keinen Arzt gerufen haben. Zu Beginn des Prozesses am Dienstag kündigte die Verteidigung eine Erklärung der Angeklagten für den nächsten Verhandlungstag an und auch, dass den Vorwürfen "entgegengetreten" werde.

21-Jährige starb in den Armen ihrer Schwester

Laut der Anklageschrift war die Tochter mit einer Behinderung auf die Welt gekommen und litt an verschiedenen Krankheiten. Diese hätten eine spezielle Ernährung erforderlich gemacht, was nicht eingehalten worden sei. Etwa zwei Tage vor ihrem Tod habe sich der Gesundheitszustand der jungen Frau deutlich und erkennbar verschlechtert, doch die Angeklagten hätten keinen Notarzt gerufen.

Die 21-Jährige starb demnach in den Armen ihrer Schwester an inneren Blutungen. Der Tod hätte nach Auffassung der Staatsanwaltschaft vermieden werden können, wenn die Frau in medizinische Behandlung gekommen wäre. Der Prozess wird am 7. März fortgesetzt.

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