Die Suche nach einem vermissten Schwimmer im Starnberger See ist nach Angaben einer Polizeisprecherin am Montag (1. August 2022) fortgesetzt worden. Der 32-Jährige aus München war nach Aussagen von Freunden, die ihn auf einem Schlauchboot begleiteten, am Sonntagnachmittag rund 300 Meter vom Ufer bei Berg entfernt von einem Motorboot überfahren worden und sofort untergegangen.

Daraufhin begann auf Höhe des Badegeländes Kempfenhausen eine intensive Suche mit Sonarbooten, Tauchern, einem Hubschrauber, Spürhunden sowie einer Unterwasserdrohne. Allerdings konnte der Mann bis zum Einbruch der Dunkelheit nicht gefunden werden.

Update vom 03.08.2022, 18 Uhr: Leiche des Vermissten wurde gefunden

Der seit Sonntag im Starnberger See vermisste Schwimmer ist am Mittwoch (3. August) tot geborgen worden. Wie die Polizei mitteilte, wurde die Leiche des 32-jährigen Münchners in 25 Metern Tiefe geortet und am Mittwochnachmittag von Tauchern einer Spezialfirma zusammen mit der Wasserwacht und der Wasserschutzpolizei Starnberg geborgen.

Der Schwimmer war am Sonntagnachmittag offenbar 300 Meter vor dem Ufer bei Berg von einem Motorboot erfasst worden. Nach Aussagen von Freunden, die das Unglück aus wenigen Metern Entfernung von einem Schlauchboot aus gesehen haben, ging er sofort unter. Zur Klärung der Todesursache ordnete die Staatsanwaltschaft München II eine Obduktion des Leichnams an.

Die Ermittlungen der Kriminalpolizei Fürstenfeldbruck dauern an. Ob den Bootsführer eine Schuld trifft, ist offen. Ein Experte sei am Dienstag vor Ort gewesen, um ein Gutachten zum Hergang des Unfalls zu erstellen. Dessen Ergebnisse müsse man abwarten, sagte ein Polizeisprecher.

Update vom 02.08.2022, 16 Uhr: Suche mit Hightech-Spezialboot erfolglos

Die Suche nach einem vermissten Schwimmer im Starnberger See ist am Dienstag trotz des Einsatzes eines Spezialbootes zunächst erfolglos geblieben. Die unter Wasser aufgenommenen Bilder hätten auf den ersten Blick nichts Bemerkenswertes gezeigt, die Aufnahmen würden aber am Abend noch einmal auf größeren Bildschirmen genauer ausgewertet, sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord.

Das mit einer Sonarboje und Tauchrobotern ausgestattete Boot hatte auch Spürhunde an Bord. "Ein toter Körper sendet spezielle Gerüche aus. Die Hunde sind in der Lage, die Gerüche wahrzunehmen, auch wenn sie im Wasser den Körper verlassen", schilderte der Polizeisprecher den Grund. Schlügen die Tiere an, käme an jener Stelle die mit Unterwassermikrofonen ausgestattete Sonarboje zum Einsatz, und es würden Bilder bis hinunter zum Seegrund gemacht.

Am Sonntagnachmittag (31. Juli) war ein 32-Jähriger aus München offenbar rund 300 Meter vom Ufer bei Berg entfernt von einem Motorbootfahrer beim Schwimmen übersehen worden. Nach der Kollision ging der Mann nach Aussagen von Freunden, die das Unglück aus wenigen Metern Entfernung von einem Schlauchboot aus mit ansahen, sofort unter. Seither wird vergeblich nach dem Mann gesucht.

Kann der Bootsführer juristisch belangt werden?

Inwieweit den Bootsführer juristisch eine Schuld treffen kann, ist derzeit noch in der Klärung. "Natürlich darf der nicht den Schwimmer gefährden. Aber man muss fragen, inwiefern hat er was falsch gemacht", erläuterte der Polizeisprecher. So habe der 64-Jährige so weit vom Ufer entfernt nicht zwingend mit einem Schwimmer rechnen müssen, auch sei fraglich, ob er diesen überhaupt habe bemerken können.

"Im Moment ist kein schuldhaftes Verhalten dieses Bootsführers offensichtlich, dass er betrunken gewesen wäre, keinen Führerschein gehabt hätte, viel zu schnell oder im Badebereich gefahren wäre", betonte der Polizeisprecher. "Dem ersten Anschein nach hat der sich in allen Punkten wohl korrekt verhalten." Am Dienstag nahm der beauftragte Unfallgutachter das sichergestellte Boot in Augenschein.

Originalartikel vom 01.08.2022: Mann im Starnberger See untergegangen - Suche bleibt schwierig

"Eine Personensuche unter Wasser ist immer von gewissen Unwägbarkeiten geprägt", erläuterte die am Einsatz beteiligte Kreiswasserwacht Starnberg. "So lässt sich der Ort, an dem eine Person untergegangen ist, nur sehr schwer konkret lokalisieren, selbst wenn man sich unmittelbar an dieser Stelle befand."

Wind und Wellen trieben ein Boot rasch davon, außerdem fehlten Fixpunkte zur Orientierung. "Zudem führen mögliche Strömungen dazu, dass Untergegangene gar nicht senkrecht nach unten sinken, sondern unter Umständen viele Meter weit weggetrieben werden. Dadurch lässt sich der abzusuchende Bereich nur sehr schwer abschließend festlegen."

Das Motorboot wurde von der zuständigen Staatsanwaltschaft München II bereits sichergestellt, nun soll es ein unfallanalytisches Gutachten geben. Nach Angaben der Wasserwacht stoppte der Fahrer des Motorbootes sofort und beteiligte sich an der Suche nach dem Vermissten. Dem Polizeipräsidium lagen zunächst aber keine weiteren Informationen über den Unfallhergang und etwaige Aussagen des Bootsführers vor.

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