Geht es nach Wiesnchef Clemens Baumgärtner (CSU), so wird man auf dem Oktoberfest zum umstrittenen Lied "Layla" schunkeln dürfen. "Wer es spielen will, soll es spielen, wer es nicht spielen will, soll es nicht spielen", sagte der Münchner Wirtschaftsreferent am Donnerstag (04.08.2022) in München. "Wir sind weder Kultur- noch Sprachpolizei."

Ob der Skandal-Song tatsächlich auf dem weltweit größten Volksfest gespielt wird, ist aber weiterhin offen. Denn das letzte Wort haben immer noch die Bierzelt-Betreiber. So sagte Wirte-Sprecher Peter Inselkammer kürzlich gegenüber Medien, unter den Wirten gebe es die vorherrschende Meinung, dass "Layla" in den Zelten nicht gespielt werden solle. Es gebe viele andere gute Lieder, so der Gastronom.

"Die Wiesn ist nicht sexistisch" – Wiesnchef setzt auf Eigenverantwortung

Über den Text des Nummer-eins-Hits von DJ Robin & Schürze wird derzeit heftig diskutiert. Vor allem die Zeile "Ich hab' 'n Puff - und meine Puffmama heißt Layla. Sie ist schöner, jünger, geiler." wird von mehreren Seiten als sexistisch kritisiert. Zunächst hatte Würzburg das Abspielen von "Layla" auf dem Kiliani-Volksfest untersagt. Die Schützen auf der Düsseldorfer Kirmes zogen nach und verboten das Lied als Veranstalter in ihrem Festzelt. Außerdem legten sie den anderen Betreibern von Zelten und Fahrgeschäften nahe, "Layla" ebenfalls aus dem Programm zu nehmen.

"Die Leute wählen in den Charts als Nummer 1, was ihnen gefällt. Da muss ich mich nicht einmischen", sagte hingegen Wiesnchef Baumgärtner. "Ich bin auch kein Kunstkritiker. Mir persönlich gefällt es nicht."

Auch wenn es auf der Wiesn schon mal derb zugehen kann: "Die Wiesn ist nicht sexistisch", betonte der Festleiter. Das Volksfest sei weder homophob noch in anderer Weise ausgrenzend. "Die Wiesn ist kein Gebiet für Feindlichkeit gegenüber irgendjemandem." Sie sei wie die Stadt München weltoffen und für alle LGBTQ+-Gruppen offen. Laut dem CSU-Politiker ist die Grenze aber etwa bei Antisemitismus und Gewaltverherrlichung erreicht. Das stehe auch in den Betriebsbedingungen der Stadt München, bekräftigte Baumgärtner.

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