• Grünen-Parteitag in Landshut: Scharfe Attacken gegen Ministerpräsident Söder 
  • "Trump-isierung": CSU und Söder Gefahr für "Zusammenhalt unserer Demokratie"
  • "Egomanen haben ausgedient": Spitzenkandidatenduo für Landtagswahl 2023 gewählt

Ein Jahr vor der Landtagswahl 2023 hat der bayerische Grünen-Landesvorsitzende Thomas von Sarnowski seine Partei auf den Kampf um die Regierungsbeteiligung im Freistaat eingeschworen. "Unser klares Ziel im Herbst 2023 ist: Wir wollen regieren", sagte von Sarnowski am Samstag bei einem Landesparteitag der Grünen in Landshut. Es brauche in Bayern endlich eine weitsichtige Politik. "Lasst uns Bayern endlich erneuerbar, nachhaltig und sozial machen", sagte er.

Grünen-Chef greift Söder-CSU an - sie spielen demnach "Putins Spiel"

Von Sarnowski griff in seiner Rede vor allem die Union, speziell die CSU und konkret den bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder an. "Wir nähern uns einer Trump-isierung der Union", sagte er in Anspielung auf den umstrittenen ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump. Die Union setze auf "plumpen Populismus", schlage auf den öffentlich-rechtlichen Rundfunk und das Gendern ein oder mache den Menschen mit Warnungen vor einem Blackout Angst - damit aber spiele man "Putins Spiel", warnte der Grünen-Chef. Er kritisierte: "Der destruktive Populismus der CSU gefährdet den Zusammenhalt unserer Demokratie - das ist völlig verantwortungslos."

Söder fehle nicht nur Anstand, sondern auch Weitsicht, sagte von Sarnowski. Der CSU-Chef sei nervös, springe von Bierzelt zu Bierzelt. "Aber Ideen, echte Weichenstellungen für die Zukunft - Fehlanzeige."

Katharina Schulze und Ludwig Hartmann führen die Grünen als Spitzenduo in die bayerische Landtagswahl. Auf dem Landesparteitag in Landshut wurden die beiden Landtagsfraktionsvorsitzenden am Samstag mit großer Mehrheit gewählt. Mit 95,3 Prozent der gültigen Stimmen stellten sich die Delegierten hinter den Personalvorschlag des Grünen-Landesausschusses.

Spitzenduo der Grünen kündigt Kampf gegen "Egomanen" an - "Bayern hat bessere Regierung verdient"

Schulze und Hartmann schworen ihre Partei auf einen leidenschaftlichen Kampf um eine Regierungsbeteiligung im Freistaat ein. "Bayern hat eine bessere Regierung verdient", sagte Schulze. Beide griffen bei ihrem gemeinsamen Auftritt vor allem die CSU und Ministerpräsident Markus Söder scharf an. "Egomanen haben eindeutig ausgedient", sagte Schulze. Es sei nun die Zeit für Teams.

Bei der Landtagswahl 2018 hatten die Grünen mit 17,6 Prozent das bis dahin beste Ergebnis ihrer Geschichte in Bayern eingefahren. Schon damals war der Kabinettstisch in der Staatskanzlei in Reichweite.

Die CSU entschied sich aber für die Freien Wähler als Koalitionspartner - die beiden Parteien wollen ihre Zusammenarbeit auch nach 2023 fortsetzen. In einer aktuellen Umfrage lagen die Grünen zuletzt bei 18 Prozent auf Rang zwei, aber merklich hinter der CSU mit aktuell 40 Prozent.