• Corona in Bayern: Inzidenz steigt in mehreren Regionen rasant an
  • "Wiesn-Welle": Experten sehen Zusammenhang zwischen Infektionsrate und dem Volksfest
  • Steigende Belastung auf den Intensivstationen erwartet

Der Anstieg der Corona-Zahlen in Bayern beschleunigt sich. In München, wo das Oktoberfest stattgefunden hat, ist die Inzidenz in der vergangenen Woche nach oben geschnellt. Und auch in den Krankenhäusern wird es voller: Inzwischen steigen auch die Zahlen der belegten Betten auf den Intensivstationen.

Update vom 04.10.2022, 20 Uhr: Corona-Bettenbelegung in München steigt stark

Auch nach dem Ende des Oktoberfestes rollt die Corona-Welle in München weiter. Am Dienstag meldete die Stadt insgesamt 478 mit Corona-Patienten belegte Krankenhausbetten auf Normal-, Intensiv- und Übergangsstationen. Das war ein Anstieg um 61 Prozent zum Dienstag vergangener Woche. Im Vergleich zum letzten Tag vor Oktoberfeststart beträgt der Anstieg sogar 137 Prozent. Auf den Normalstationen steigen die Zahlen bereits seit gut einer Woche deutlich an. Inzwischen ist der Aufwärtstrend allerdings auch auf den Intensivstationen angekommen. Am Dienstag meldete die Stadt 39 belegte Betten, das sind 15 mehr als vor einer Woche.

Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) erwartet ein weiteres Ansteigen der Zahlen. "Wir werden dann mit einer Verzögerung von vielleicht zehn bis vierzehn Tagen auch mehr schwere Verläufe sehen und dann auch eine Belastung auf den Intensivstationen", sagte Lauterbach in der Sendung "Frühstart" von RTL/ntv. "Es ist schade, dass es jetzt so gekommen ist." Seit vergangener Woche ist in München ein starker Anstieg der Inzidenzen zu beobachten. Ein Zusammenhang mit dem Oktoberfest liegt dabei nahe und wird auch von Experten hergestellt. Bis sich steigende Inzidenzen in den Krankenhäusern niederschlagen, vergeht allerdings in der Regel einige Zeit, da zwischen einer Infektion und der daraufhin möglichen Krankenhauseinweisung ein zeitlicher Abstand besteht.

Die offiziell gemeldete Inzidenz in München und Bayern sank am Dienstag zwar, das war allerdings ein Effekt des Feiertags am Montag. Die Gesundheitsämter meldeten keine neuen Fälle an das Robert Koch-Institut, aber Meldungen vom vergangenen Montag fielen aus der Zählung. Aller Voraussicht nach wird die Inzidenz am Mittwoch wieder deutlich steigen.

Update vom 29.09.2022, 10 Uhr: Corona-Inzidenzen in Bayern steigen rapide

Die Herbst- und Wiesn-Welle in Bayern nimmt Fahrt auf. Insbesondere in der Landeshauptstadt steigt die Corona-Inzidenz in der zweiten Woche seit Beginn des Oktoberfestes immer schneller, wie aus am Donnerstag veröffentlichten Zahlen des Robert Koch-Instituts hervorgeht. Demnach liegt die offizielle Inzidenz in München inzwischen bei 695,8.

Das bedeutet einen Anstieg um mehr als 172 Prozent binnen Wochenfrist. Bayernweit steigt die Inzidenz ebenfalls stark - wenn auch nicht ganz so extrem: Am Donnerstag meldete das RKI für den Freistaat einen Wert von 594,8. Auf Wochensicht ist das ein Anstieg um knapp 80 Prozent.

Ein direkter Zusammenhang des besonders starken Anstiegs in München mit dem Oktoberfest lässt sich derzeit zwar kaum beweisen, er liegt aber nahe: Auch bei anderen Volksfesten hatte sich häufig etwa eineinhalb Wochen nach Beginn ein starker Anstieg in den Inzidenzen gezeigt. Oft waren diese dann noch einige Zeit weiter gestiegen. Auch Experten hatten im Vorfeld des Oktoberfests eine "Wiesn-Welle" vorhergesagt.

Die Sieben-Tage-Inzidenz, also die Zahl der erfassten Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Menschen innerhalb einer Woche, hat inzwischen allerdings ein Stück weit an Aussagekraft eingebüßt. Experten gehen seit einiger Zeit von einer hohen Zahl nicht vom RKI erfasster Corona Fälle aus - vor allem, weil bei weitem nicht bei allen Infizierten ein PCR-Test gemacht wird. Nur positive PCR-Tests zählen in der Statistik. Zudem können Nachmeldungen und Übermittlungsprobleme zur Verzerrung einzelner Tageswerte führen.

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Insgesamt weisen 61 der 96 Landkreise und kreisfreie Städte in Bayern inzwischen Inzidenzen über 500 auf. Am Mittwoch waren es erst 40. Am höchsten ist die Inzidenz im Landkreis Rosenheim mit 906,3. Das ist bundesweit der zweithöchste Wert. Auch Bayern insgesamt weist nach dem Saarland die zweithöchste Inzidenz in Deutschland aus.

Auch in den Krankenhäusern steigen die Zahlen. Bayernweit meldet das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit 1200 Hospitalisierungen im Zusammenhang mit Corona binnen sieben Tagen. Das sind 66 Prozent mehr als vor einer Woche. In München stieg die Bettenbelegung mit Corona-Fällen - inklusive Intensivstationen - laut Daten der Stadt binnen Wochenfrist um 104 auf 323.

Erstmeldung vom 28.09.2022, 12.15 Uhr: Wiesn-Welle schwappt über Bayern

Die Corona-Zahlen in Bayern ziehen weiter an. Gut eineinhalb Wochen nach Beginn des Oktoberfestes hat die Sieben-Tage-Inzidenz sowohl in der Stadt München als auch im Freistaat allgemein die Marke von 500 passiert, wie aus am Mittwochmorgen (28. September 2022) gemeldeten Zahlen des Robert Koch-Instituts hervorgeht.

Für Bayern insgesamt bedeutet der Wert von 503,2 einen Anstieg um gut 67 Prozent im Vergleich zum Wert vor einer Woche. In München hat er sich mit aktuell 547 in diesem Zeitraum sogar mehr als verdoppelt.

Sind Volksfeste an Infektionen schuld?

Ein Zusammenhang des besonders starken Anstiegs in München mit dem Oktoberfest lässt sich derzeit zwar kaum beweisen, er liegt aber nahe: Auch bei anderen Volksfesten hatte sich häufig etwa eineinhalb Wochen nach Beginn ein starker Anstieg in den Inzidenzen gezeigt. Oft waren diese dann noch gut eine Woche weiter gestiegen. Auch Experten hatten im Vorfeld des Oktoberfests eine "Wiesn-Welle" vorhergesagt.

Die Sieben-Tage-Inzidenz, also die Zahl der erfassten Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Menschen innerhalb einer Woche, hat inzwischen allerdings ein Stück weit an Aussagekraft eingebüßt. Experten gehen seit einiger Zeit von einer hohen Zahl nicht vom RKI erfasster Corona Fälle aus - vor allem, weil bei weitem nicht bei allen Infizierten ein PCR-Test gemacht wird. Nur positive PCR-Tests zählen in der Statistik. Zudem können Nachmeldungen und Übermittlungsprobleme zur Verzerrung einzelner Tageswerte führen.

München steht mit seiner hohen Inzidenz derzeit in Bayern nicht alleine da. Insgesamt 40 Landkreise und kreisfreie Städte weisen inzwischen Werte über 500 auf. Am höchsten ist die Inzidenz im Landkreis Eichstätt mit 887,5 sowie Landkreis und kreisfreier Stadt Rosenheim mit 866,1 beziehungsweise 814,1. Das sind auch bundesweit die höchsten Werte. Bayern insgesamt weist nach dem Saarland die zweithöchste Inzidenz in Deutschland aus.

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