Keine strengeren Regeln trotz vieler Neuinfektionen? Obwohl die Corona-Inzidenz in Bayern weiter stark ansteigt, sieht Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) aktuell keinen Anlass für schärfere Maßnahmen. An einer Vorschrift will er aber dennoch schrauben.

Am Freitagmorgen (30. September 2022) meldete das Robert Koch-Institut eine Inzidenz von 654,8 für Bayern. Das ist ein Anstieg um 86 Prozent innerhalb von einer Woche. Inzwischen weisen nur noch 18 der 96 Landkreise und kreisfreien Städte in Bayern Werte unter 500 auf. Am Mittwoch waren es noch 56.

Holetschek behält Corona-Lage an Bayerns Kliniken im Blick

Im Bayerischen Rundfunk sagte Holetschek: "Wir haben uns jetzt erst einmal dazu entschieden, dass wir das Schutzniveau belassen wie auch vorher." Der Grundsatz sei: "Nur was notwendig ist, muss auch gemacht werden - und dabei bleiben wir auch." Man beobachte die Lage genau. Wichtig sei unter anderem die Situation in den Krankenhäusern. "Aus diesem Gesamtsystem leiten wir dann Maßnahmen ab, wenn sie denn notwendig sind."

Allerdings steigen auch die Hospitalisierungen stark an - also die gemeldeten Krankenhauseinweisungen im Zusammenhang mit Corona in Bayern. Am Freitag erreichten sie laut Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) einen Wert von 1469 in sieben Tagen. Das ist ein Anstieg um 71 Prozent im Vergleich zur Vorwoche und nur noch knapp weniger als der bisherige Höchstwert aus der Sommerwelle.

Besonders stark steigt die Inzidenz derzeit in München, dem Standort des Oktoberfests. Dort erreichte sie am Freitag einen Wert von 792,8 - das ist fast eine Verdreifachung binnen Wochenfrist. Holetschek sagte, es sei erwartbar gewesen, dass es auf der Wiesn, wenn Menschen eng zusammen seien, zu Neuinfektionen komme. "Ob der direkte Zusammenhang gegeben ist, das wird ja immer wieder in Zweifel gezogen, aber ja, ich denke schon, dass das eine Auswirkung ist. Das war eigentlich erwartbar."

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Nachbesserungsbedarf sieht der bayerische Gesundheitsminister allerdings beim Thema Isolationspflicht: Wer krank sei, solle selbstverständlich zu Hause bleiben, sagte er dem BR. Allerdings sei es durchaus "überlegenswert", bei einer symptomlosen Erkrankung mit Maske weiterhin zur Arbeit erscheinen zu können. Ein solches Modell gibt es bereits in Österreich für bestimmte Arbeitsbereiche. Bayern habe die Bundesregierung bereits dazu angeregt, diese Regelung auch für Deutschland in Erwägung zu ziehen.

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