Wegen der sich entspannenden Corona-Lage ist Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek für eine Prüfung und möglichst auch eine Lockerung der Corona-Besuchsregelungen in Krankenhäusern. Erst vergangene Woche hatte der CSU-Politiker eine weitere Lockerung der Maskenpflicht im Freistaat bekannt gegeben.

"Nach Austausch mit der Bayerischen Krankenhausgesellschaft appelliere ich an die Krankenhäuser, ihre Vorgaben für Patientenbesuche an das geänderte Infektionsgeschehen anzupassen", sagte er am Montag (23. Januar 2023) in München. Besuche seien für die Genesung der Patienten wichtig und Einschränkungen des Besuchsrechts müssten verhältnismäßig sein.

Holetschek will Corona-Regeln in Krankenhäusern ändern

Aus der Sicht Holetscheks sei es an der Zeit, dass die Kliniken ihre Regelungen zu Besuchszeiten, Zahl der erlaubten Besucher und weitere Auflagen überprüften. "Klar ist: Die Kliniken haben die beste Expertise, zwischen Infektionsschutz und Normalität abzuwägen. Der Freistaat verzichtet daher hier nicht nur weiterhin auf jedwede Vorgabe, sondern hat sogar auch die während der Corona-Pandemie den Kliniken zur Verfügung gestellten Empfehlungen für den Umgang mit Besuchswünschen aufgehoben", betonte er.

Roland Engehausen, Geschäftsführer der Bayerischen Krankenhausgesellschaft, ergänzte, dass in den Krankenhäusern erfreulicherweise derzeit keine neue Corona-Welle erwartet werde. "Daher sehen wir nun schrittweise Möglichkeiten, die Besuchsregelungen der Kliniken an positive Entwicklungen anzupassen." Es sei begrüßenswert, wenn die Krankenhäuser ihre Besuchsregelungen nun unter Berücksichtigung der lokalen Gegebenheiten "mit Augenmaß dem geänderten Infektionsgeschehen anpassen können". Die Sicherheit der Patientinnen und Patienten werde selbstverständlich weiter oberste Priorität haben.

"Auch beim Thema Maskenpflicht und Testerfordernissen in medizinischen Einrichtungen sollte mit dem fortschreitenden Ende der Pandemie Eigenverantwortung an die Stelle staatlicher Vorgaben treten", sagte Holetschek. Der Bund müsse sich überlegen, die bundesrechtlichen Maskenpflichten auch in medizinischen Einrichtungen schon vor dem 7. April aufzuheben. "Die Einrichtungen wissen selbst ganz genau, wo Maßnahmen infektiologisch noch notwendig sind."

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Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach sieht die Lage jedoch kritischer als sein bayerischer Kollege: Nachdem Holetschek am Donnerstag (19. Januar) verkündet hatte, dass die Maskenpflicht im Freistaat nochmals gelockert werde, kommentierte Lauterbach diesen Schritt auf seiner Twitter-Seite folgendermaßen: "In Bayern kann es jetzt passieren, dass ein infizierter asymptomatischer Arzt viele alte oder chronisch kranke Patienten infiziert. Weil er keine Maske trägt. Für dieses Risiko sind die Fallzahlen im Moment noch zu hoch."

red/dpa

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