• Corona-Maßnahmen in Bayern: Kabinett diskutiert über Verlängerung
  • Karl Lauterbach pocht auf Maskenpflicht in Innenräumen
  • Bayerische Impfzentren schließen bald: So geht es danach weiter
  • Holetschek gibt bekannt: Diese Regeln gelten aktuell im Freistaat

Karl Lauterbach bleibt dabei: Die Maskenpflicht soll auch in Innenräumen zurückkehren. Ob die Vorschrift wirklich umgesetzt wird, entscheiden aber am Ende die einzelnen Bundesländer. Bayern hat bei seiner jüngsten Kabinettssitzung in München zwar über die Zukunft der Corona-Maßnahmen diskutiert, aber schlägt mal wieder einen eigenen Weg ein.

Corona-Regeln in Bayern: Wo gilt aktuell die Maskenpflicht?

Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) schätzt die Corona-Lage im Freistaat derzeit als "stabil" ein, wie er bei einer Pressekonferenz am Dienstag (25. Oktober 2022) verkündete. Daher werden die Maßnahmen vorerst nicht verschärft, sondern gelten bis zum 9. Dezember 2022 wie gehabt weiter. Das bedeutet auch, dass das Tragen einer Schutzmaske weiterhin nur im ÖPNV, Fernverkehr sowie in vulnerablen Einrichtungen notwendig ist. Supermärkte sind davon ausgeschlossen.

Damit handelt der bayerische Ministerrat entgegen der Empfehlung des Bundesgesundheitsministers: Karl Lauterbach hatte erst kürzlich an den Freistaat appelliert, die Maßnahmen angesichts der Wiesn-Welle zu verschärfen, dazu zähle auch die Maskenpflicht in Innenräumen. Tatsächlich beträgt die bayerische Inzidenz aktuell 460,2, im Landkreis München liegt der Wert bei 283,0 und in der Stadt nur bei 269,0 – und steht damit am Ende des aktuellen RKI-Inzidenz-Rankings für Bayern (Stand vom 26. Oktober).

In Bayern beginnen am 31. Oktober außerdem die Herbstferien - für Lauterbach ein weiterer wichtiger Corona-Indikator. "Nach den Herbstferien beginnt ein Marathon gegen das Virus. Jetzt wäre noch eine gute Gelegenheit für die Corona-Impfung und die Grippe-Impfung", twitterte er am bereits am 19. Oktober.

Der Freistaat hat aber noch eine weitere Corona-Entscheidung getroffen: Bayern stellt die in der Pandemie aus dem Boden gestampften Impfzentren zum Jahresende ein. Vom 1. Januar an sollen die Arztpraxen und die Apotheken die Corona-Schutzimpfungen dann komplett übernehmen. "Das Impfen geht in die Regelversorgung über", sagte Klaus Holetschek dazu. Jetzt sei der richtige Zeitpunkt dafür. Das sei mit der Ärzteschaft und auch mit den kommunalen Spitzenverbänden besprochen.

Impfzentren in Bayern werden geschlossen

"Im kommenden dritten Corona-Winter befinden wir uns in einer neuen Situation mit anderen Voraussetzungen als in den letzten beiden Wintern. Die Impfungen über die Regelversorgung, das heißt über die niedergelassenen Haus- und Fachärzte, laufen schon lange routiniert und zuverlässig."

Er verwies zudem darauf, dass die Coronavirus-Impfverordnung des Bundes voraussichtlich am 31. Dezember 2022 auslaufe und sich derzeit keine Verlängerung durch die Berliner Ampel-Koalition abzeichne. "Damit entfällt voraussichtlich zum Jahresende auch die Rechtsgrundlage für den Betrieb und die Finanzierung der Impfzentren." Bislang sah diese Verordnung eine hälftige Finanzierung der Kosten durch Bund und Länder vor.

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Der Januar soll noch ein "überlappender Monat" sein, um den Betrieb einzustellen. Die Kosten seit Herbst 2020 bezifferte Holetschek auf mehr als eine Milliarde Euro. Die Hälfte davon habe der Bund getragen. Holetschek betonte, das alles sei auf jeden Fall gut angelegtes Geld gewesen.

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