• Corona-Regeln in Bayern ab Mai 2022: Maßnahmen größtenteils aufgehoben - das gilt jetzt in Schule, Kita, Supermarkt, Bus & Bahn
  • 2G, 3G & Co. fallen weg
  • Ausnahmen in Kliniken, Alten- und Pflegeheimen
  • Maskenpflicht in vielen Bereichen aufgehoben
  • Corona-Infizierte müssen nur noch fünf Tage in Isolation

Regel-Lockerungen in Bayern seit 1. Mai 2022: In Bayern sind die allermeisten Corona-Beschränkungen ausgelaufen. Wir sagen dir, in welchen Bereichen du noch Maske tragen musst und wo die Staatsregierung lediglich auf Empfehlungen setzt.

Aktuelle Corona-Regeln in Bayern: Diese Bedingungen gelten noch im Freistaat

Die meisten bisherigen Corona-Regeln gelten im Freistaat nicht mehr. Schon seit 3. April 2022 gibt es bayernweit keinerlei 2G- oder 3G-Zugangsregeln mehr - auch Ungeimpfte haben damit ohne Test wieder Zugang zu allen Bereichen des öffentlichen Lebens. Nur in Kliniken, Alten- und Pflegeheimen müssen Besucher und Beschäftigte tagesaktuelle beziehungsweise regelmäßige Tests machen. Und Anfang Mai traten weitere Lockerungen in Kraft: In Schulen und Kitas entfällt die Testpflicht. In vielen Bereichen gelten ab sofort lediglich Empfehlungen, keine Vorschriften.

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Eine FFP2-Maskenpflicht gilt weiterhin im öffentlichen Nahverkehr, in Arztpraxen, Krankenhäusern, in Pflegeheimen, Flüchtlingsunterkünften und ähnlichen "vulnerablen Einrichtungen". Überall sonst ist die Maskenpflicht bereits seit Anfang April 2022 Geschichte, etwa im Einzelhandel, in Freizeiteinrichtungen aller Art, aber auch in sämtlichen Schulen: Im Unterricht müssen keine Masken mehr getragen werden. Die Staatsregierung empfiehlt allerdings, in Innenräumen auch weiterhin Masken zu tragen, etwa im Handel, in Freizeiteinrichtungen, aber auch in Schulen.

Seit Mittwoch (13. April) ist zudem eine Änderung bei der Isolation in Kraft: Corona-Infizierte müssen in Bayern nur noch fünf Tage in Isolation - diese fünf Tage sind aber verpflichtend, nicht freiwillig. Diese Regelung gilt auch weiterhin.

Mai 2022: Aktuelle Corona-Regeln im Überblick

  • Einrichtungen zur Betreuung vulnerabler Personen: Arztpraxen, Krankenhäuser, Pflegeheime & Co. Hier gilt weiterhin FFP2-Maskenpflicht. Zutritt nur mit negativem Test. Testpflicht gilt weiterhin.
  • Schulen und Kitas: Testpflicht entfällt komplett. Besuch ohne Einschränkungen möglich.
  • ÖPNV: In Bus & Bahn gilt weiterhin die FFP2-Maskenpflicht.
  • Einkaufen: Zutritt zum Supermarkt ohne Einschränkungen möglich, keine Maskenpflicht.
  • Empfehlung: In Innenräumen weiterhin Maske tragen.
  • Empfehlung: Mindestabstand von 1,5 Metern zu anderen Personen einhalten.
  • Empfehlung: Hygieneregeln einhalten - Hände waschen und desinfizieren, Räume regelmäßig lüften.
  • Empfehlung: Impfen lassen. Das gilt besonders für vulnerable Personengruppen. An die Auffrischung denken.

Lockerungen im April: Gesundheitsminister Holetschek: "Rechtlich anordnen können wir dies nicht mehr"

Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) appellierte an die Bürger, Vernunft und Eigenverantwortung zu zeigen. Maßnahmen wie das Maskentragen in Innenräumen oder das Erstellen von Hygienekonzepten seien nur Empfehlungen. "Rechtlich anordnen können wir dies nicht mehr." Die Bundesländer müssten "leider das schlechte Gesetz der Berliner Ampelregierung ausbaden".

Das Auslaufen der strikten Corona-Regeln entspricht den Vorgaben im neuen Bundesinfektionsschutzgesetz, das die Ampel-Parteien SPD, Grüne und FDP in Berlin gegen viele Widerstände durchgesetzt hatten.

Nach dem Auslaufen der Übergangsfrist am 2. April können die Länder nur noch unter bestimmten Voraussetzungen strengere Regeln beschließen, nämlich wenn in einer "Gebietskörperschaft" eine gefährlichere Virusvariante auftaucht oder eine Überlastung der Klinikkapazitäten droht. Das hat die Staatsregierung verneint - und darauf verzichtet, ganz Bayern oder auch nur einzelne Regionen zu Hotspots zu erklären.

Bayerns Kliniken rufen zum freiwilligen Maskentragen auf

Zahlreiche Kliniken im Freistaat rufen mit der Kampagne "Schützen Sie sich und das Gesundheitswesen in Bayern" die Bürger auf, freiwillig Masken zu tragen, sich impfen zu lassen und sich an die Hygieneregeln zu halten. Zum Wegfall der meisten Corona-Regeln sagte Roland Engehausen, Geschäftsführer der Bayerischen Krankenhausgesellschaft (BKG), die Kliniken blickten mit Sorge auf die damit verbundenen Risiken. "Nur noch ein schmaler "Basisschutz" bleibt bestehen. Doch durch Gesetze wird keine Pandemie beendet!"

Holetschek unterstützt nach eigenen Worten die Kampagne der BKG. Das Personal im Gesundheitswesen habe in den vergangenen zwei Jahren "Übermenschliches" geleistet, sagte der Minister. "Auch wenn wir uns alle nach Normalität sehnen: Dafür ist es noch zu früh. Wir stecken nach wie vor in der Corona-Pandemie."

Auch der bayerische Einzelhandel betrachtet den Wegfall der meisten Corona-Schutzmaßnahmen skeptisch. Etwa jeder neunte Einzelhändler im Freistaat will in seinen Geschäften an der Maskenpflicht festhalten. 11,7 Prozent sagten das in einer am Samstag beendeten Umfrage des Handelsverbands Bayern (HBE). 77,4 Prozent wollen dagegen nicht über das Hausrecht Masken vorschreiben. Bayernweit gibt es rund 58.000 Einzelhändler.

Einzelhandel: Großteil der bayerischen Geschäfte verzichtet auf Maskenpflicht

Zwar verzichte der Großteil der Händler auf eine Maskenpflicht, doch viele machten das "mit Magengrummeln und einer Faust in der Tasche", sagte HBE-Geschäftsführer Bernd Ohlmann der Deutschen Presse-Agentur. Denn insgesamt sehe eine Mehrheit der 979 teilnehmenden Einzelhändler die Abschaffung der staatlichen Maskenpflicht kritisch. 50,4 Prozent halten sie laut Umfrage für falsch, 39,2 Prozent für richtig.

Dass der Anteil der Händler, der per Hausrecht an der Pflicht festhält, so viel geringer ist, als der der Abschaffungs-Kritiker, erklärte Ohlmann damit, dass viele Händler in Sorge seien, sonst Kunden zu verlieren. Sei es an die maskenfreie Konkurrenz, sei es an den Onlinehandel. Gleichzeitig sehe der Handel auch die Gefahr, dass Kunden, die sich ohne Maskenpflicht unwohl fühlen, verloren gehen.

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