Weltweit 20.000 Mädchen werden nach Angaben der Kinderrechtsorganisation "Save the Children" täglich illegal frühverheiratet. Wie aus einer einer neuen Studie von "Save the Children" und Weltbank zum internationalen Mädchentag an diesem Mittwoch hervorgehe, würden jährlich 7,5 Millionen Mädchen in eine Frühehe gezwungen, teilte die Organisation in Berlin mit. Weitere 100 Millionen Mädchen hätten in ihren Heimatländern keinerlei rechtlichen Schutz vor einer Kinderehe.
Besonders betroffen seien Mädchen in vielen Ländern West- und Zentralafrikas. Allein dort gebe es 1,7 Millionen illegale Kinderehen.


Gewalt und Missbrauch auf der Tagesordnung

"Viele frühverheiratete Mädchen sind Gewalt und Missbrauch ausgesetzt, zudem werden sie ihrer Bildungs- und Entwicklungschancen beraubt - das muss ein Ende haben", forderte Susanna Krüger, Vorstandsvorsitzende von "Save the Children" in Deutschland. Kinderehen abzuschaffen heiße vor allem auch, Geschlechtergerechtigkeit zu schaffen. "Solange Kinderehen existieren, werden Mädchen niemals die gleichen Chancen haben wie Jungen", sagte Krüger.

Gesetze gegen Kinderehen würden nur schleppend umgesetzt. Gründe dafür lägen unter anderem in widerstrebenden nationalen, gewohnheitsrechtlichen und religiösen Gesetzen sowie tief verwurzelten Traditionen und deren Unterstützung durch lokale Machthaber. "Gesetze allein sind nicht ausreichend. Es gilt im Namen aller Mädchen auf wirkliche Veränderungen hinzuarbeiten", forderte Krüger.
Hoffnung setzt "Save the Children" nach eigenen Angaben unter anderem auf eine Konferenz zur Abschaffung von Kinderehen, die vom 23. bis 25. Oktober im Senegal stattfinden soll. Dort wollen sich Regierungsvertreter, religiöse Anführer, Kinderrechtsorganisationen, Jugendliche und UN-Agenturen versammeln, um Lösungen zur Abschaffung von Kinderehen zu diskutieren.