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Zahl der Zwangsversteigerungen weiter gesunken

In Deutschland kommen immer weniger Immobilien unter den Hammer. Hintergrund der Zwangsversteigerungen sind oft private Notlagen. Finanzielle Engpässe können schon bei unerwarteten Reparaturen drohen.
Internetseite mit über Amtsgerichte zwangsversteigerten Immobilien. Foto: Arne Dedert /Archiv/Illustration
 

Die Zahl der Zwangsversteigerungen von Immobilien ist in Deutschland im vergangenen Jahr weiter gesunken. Insgesamt seien rund 31.000 Gerichtstermine angesetzt worden, rund 7000 weniger als noch 2015, teilte der Fachverlag Argetra aus Ratingen bei Düsseldorf mit.

Dabei seien Immobilien im Wert von 4,85 Milliarden Euro aufgerufen worden. Im Jahr zuvor hatte diese Zahl noch bei 6,03 Milliarden Euro gelegen. Der Fachverlag wertet für seine Untersuchung die Zwangsversteigerungstermine bei rund 500 Amtsgerichten aus.

Aufgrund der niedrigen Zinsen sei die Nachfrage nach Immobilien weiter ungebrochen, sagte Argetra-Geschäftsführer Axel Mohr. Etwa jede zweite Immobilie werde jedoch bereits vor der Versteigerung von den Banken verkauft. Pro Objekt seien die Verkehrswerte auf durchschnittlich 157.000 Euro gesunken. In mehr als zwei von drei Fällen seien Eigentumswohnungen oder Ein- und Zweifamilienhäuser unter den Hammer gekommen.

Negativer Spitzenreiter bei den Zwangsversteigerungen sei Sachsen-Anhalt gewesen mit 147 Fällen pro 100.000 Haushalte. Mit nur 18 Fällen bezogen auf 100.000 Haushalte sei der Wert dagegen in Hamburg am geringsten gewesen. Bezogen auf die absolute Zahl der Zwangsversteigerungen lag dagegen Nordrhein-Westfalen mit 7832 Fällen vorn.

Hintergrund der Zwangsversteigerungen seien oft private Notlagen, sagte Mohr. Bei notwendigen Renovierungen erhielten viele alleinstehende alte Menschen auch dann keinen Kredit mehr, wenn sie in nicht belasteten Immobilien lebten. Sollten die derzeit niedrigen Zinsen wieder ansteigen, sei auch wieder mit einer Zunahme der Zwangsversteigerungen zu rechnen.