Außergewöhnliche Berufe sind selten und deshalb sehr gefragt. Vom Ausbildungsberuf bis zum Nebenjob ist alles möglich.



Drahtzieher

Nein, gemeint sind keine Politiker, die Entscheidungen von nationalem Ausmaß betreffen, sondern ein Ausbildungsberuf, der mehrere Industriezweige stützt. Drahtzieher arbeiten in allen Bereichen, die Maschendraht, Strom- oder Kupferkabeln als Materialien nutzen. Ein Drahtzieher ist für die Herstellung von Drähten und Kabeln zuständig und überwacht den Produktionsprozess.
Dieser Tätigkeit geht eine zwei-jährige Berufsausbildung voraus: Im ersten Ausbildungsjahr liegt die Vergütung bei 755 bis 844 Euro. Im zweiten Jahr steigt das Gehalt auf 821 bis 860 Euro.

In der Regel verdienen Drahtzieher zwischen 1900 und 2300 Euro brutto. Das Gehalt variiert jedoch stark nach Bundesland. Mit Weiterbildungen, wie einem "staatliche geprüftem Techniker", kann das Nettogehalt auf bis zu 2500 Euro steigen.


Golfball-Taucher

Eingepackt im Neoprenanzug und auf Tiefgang: Ein Golfball-Taucher begibt sich ins Nasse auf der Suche nach den Bällen, die nicht den Weg ins Loch gefunden haben. Meist arbeiten Golfball-Taucher freiberuflich und sind von den jeweiligen Golfplätzen auf Erfolgsbasis angestellt: Umso mehr Bälle ertaucht werden, desto mehr steigt das Gehalt.
Gefundene Golfbälle besitzen noch einen Wert zwischen 25 Cent und 1,40 Euro. Bei tausenden gefundenen Bällen im Jahr, ist ein höherer fünfstelliger Verdienst die Regel. Voraussetzung ist ein Tauchschein.


Thermometermacher

Thermometermacher arbeiten nicht nur an Fieberthermometern sondern auch an Messgeräten für Labore und Kliniken. Dahinter steckt eine dreijährige Berufsausbildung im dualen System. Die Vergütung im ersten Lehrjahr liegt bei 240 - 690 Euro. Im zweiten Ausbildungsjahr steigt das Einkommen auf 280 bis 740 Euro. Schließlich verdient an angehender Thermometermacher im dritten Jahr zwischen 360 und 840 Euro. An der fast 1200 Grad Celsius heißen Flamme des offenen Feuers steigt man mit einem durchschnittlichen Gehalt von rund 2100 Euro brutto in den Beruf ein.


Fensterputzer im Fischbecken

Ob bei den Riesenschildkröten, im Haifischbecken, oder im Becken der Pinguine: Fensterputzer arbeiten oftmals in Zoos und Freizeitparks. Und das im Nassen. Je nach Tierart im Becken variiert die Gefahrenstufe für die tauchende Putzkraft. Jedoch sehen selbst Haie die Menschen als keine Beute an. Durchschnittlich verdienen Fensterputzer rund 1340 Euro brutto monatlich. In diesem speziellen Reinigungsbereich, kann jedoch von einem Durchschnittsgehalt von rund 1800 bis 2000 Euro brutto ausgegangen werden.


Professioneller Ansteher

Professioneller Ansteher oder auch "Schlangesteher" genannt ist ein Neben- oder Minijob, der unter Studenten und Schülern weit verbreitet ist. Der Trend stammt aus den USA, wo Agenturen die "Ansteher" an Lobbyisten und Anwälte vermitteln, die sich die Zeit in der Schlange sparen wollen. Bei Verhandlungen in Gerichten oder Parlamenten, stehen die ersten teilweise schon zwölf Stunden vorher an. Der Stundenlohn liegt bei 12 Euro.

Gefragt ist Durchhaltevermögen und Standhaftigkeit, denn die Steherei macht sich in Beinen und Rücken bemerkbar. Es ist jedoch möglich nebenher zu lesen oder Musik zu hören.