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Glosse

Ronny - ein Ex-Hacker bleibt Medienstar

Auch ein lahmer Problemstorch füllt noch die Kassen einer kleinen Gemeinde in Brandenburg.
Ein Storch steht vor einer Terrassentür in Glambeck (Brandenburg) - es handelt sich nach Angaben von Ortsvorsteherin Peltzer-Blase um Problemstorch Ronny, der im vergangenen Jahr das Dorf mit Attacken auf Autodächer und Fensterscheiben tyrannisiert hatte.  Foto: Hilde Peltzer-Blase, dpa
 
von STEFAN FÖßEL
Schnell vergeht der Ruhm der Welt, auch der eines "Terrorvogels". Im vergangenen Jahr hatte der Storch Ronny das verschlafene Nest Glambeck in Brandenburg heimgesucht, mit dem Schnabel auf sein Spiegelbild in Autodächern und Fenstern eingehackt, und so enormen Flurschaden verursacht.
Als Ronny nun in diesem Jahr zurückgekehrt ist, war er nur noch ein Schatten seiner selbst. Er hackte nicht mehr, er humpelte nur noch. Was sich dennoch nicht geändert hatte, war das Medieninteresse. Gern hätten Zeitungen und Fernsehsender von neuerlichen Eskapaden des Problemstorchs berichtet. Doch der ist inzwischen so brav wie die Dorfbewohner geschäftstüchtig: 50 Euro kostet ein Interview über den lahmen Vogel. 1000 Euro sind so bereits zusammengekommen, mit denen unter anderem der örtliche Spielplatz aufgepeppt werden konnte. Doch die Geldquelle könnte bald versiegen. Denn ein Ronny, der kein Rambo mehr ist, zieht in der nächsten Saison sicher nicht mehr.
Immerhin sitzt der Storch nun nicht mehr alleine im Horst. Und wenn der Nachwuchs nach dem Vater gerät, könnten wieder schlechte Zeiten für Fenster und Autos anbrechen, aber gute für zahlungswillige Reporter und die Dorfkasse. Man kann halt selbst aus Hacker-Angriffen noch Kapital schlagen.
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