Potsdam
Paketbomben

Verdächtige Pakete gefunden, zahlreiche Hinweise - Sorgen wegen DHL-Erpresser

Zwar gibt es Hinweise, aber keine heiße Spur zum DHL-Erpresser. Die Bevölkerung ist angespannt, am Montag gab es mehrere Einsätze wegen verdächtiger Pakete
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Mitten im Weihnachtstrubel sind vielerorts Bürger besorgt: Zwar gibt es zahlreiche Hinweise, aber noch keine heiße Spur zum DHL-Erpresser. Foto: Martin Schutt/dpa
Mitten im Weihnachtstrubel sind vielerorts Bürger besorgt: Zwar gibt es zahlreiche Hinweise, aber noch keine heiße Spur zum DHL-Erpresser. Foto: Martin Schutt/dpa
Bei der Fahndung nach dem DHL-Erpresser hat die Potsdamer Polizei bereits zwei Dutzend Hinweise erhalten. Eine heiße Spur sei aber noch nicht darunter, teilte ein Polizeisprecher am Montag mit. Die nach der Auslieferung einer Paketbombe an einen Apotheker am Potsdamer Weihnachtsmarkt gebildete Sonderkommission "Luise" wurde auf inzwischen etwa 50 Mitarbeiter aufgestockt.

Mitten im Weihnachtsgeschäft verlangen der oder die Erpresser von der Pakettochter der Deutschen Post mehrere Millionen Euro und drohen mit weiteren Bomben, wie die Polizei erklärt hatte. Am Freitag war die Paketbombe am Potsdamer Weihnachtsmarkt von Spezialisten der Polizei unschädlich gemacht worden. Bereits Anfang November ging eine ähnliche Bombe bei einem Online-Versandhändler in Frankfurt (Oder) in Flammen auf.


Alarm in Thüringer Staatskanzlei

Am Montag wurde die Thüringer Staatskanzlei wegen eines verdächtigen DHL-Paket geräumt.
Das Paket hatte nach Ermittlungen der Polizei aber keinen explosiven Inhalt. Es beinhalte keinen gefährlichen Gegenstand, wie nach einer ersten Röntgenuntersuchung des Pakets am Montag angenommen worden war, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Erfurt.

Das Paket sei an Thüringens Ministerpräsidenten Bodo Ramelow (Linke) adressiert gewesen. Mitarbeitern der Staatskanzlei war die DHL-Sendung verdächtig vorgekommen, weil sie keinen Absender trug. Die Polizei stellte das Paket sicher. Nach Angaben von Ramelow hatte die Polizei zunächst von einer möglichen Wurfgranate in der Sendung gesprochen. Bei der Öffnung durch Spezialisten der Polizei entpuppte sich der Inhalt laut Staatsanwaltschaft jedoch als zusammengerollte Kataloge.

Ramelow hatte davor gewarnt, eine Parallele zu dem Fund einer Paketbombe in Potsdam und einer möglichen Erpressung des Paketdiensts DHL zu ziehen. "Das ist pure Spekulation", sagte er nach dem Fund in der Staatskanzlei.


Polizei warnt Bevölkerung

Gleichwohl hatten die Polizei und Brandenburgs Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) die Bevölkerung gebeten, beim Empfang von verdächtigen Paketen sehr vorsichtig zu sein. Im Zweifel solle auf jeden Fall die Polizei informiert werden.

Neben den zahlreichen Hinweisen gingen bei der Polizei auch zahlreiche Anrufe besorgter Bürger ein, die sich grundsätzlich informieren wollten, sagte ein Sprecher. Dafür solle das Hinweistelefon aber nicht genutzt werden.

Allerdings sind auch Fehlalarme möglich: So ging etwa bei der Bußgeldstelle der Polizei in Gransee im Norden von Berlin ein verdächtiges Paket ein, wie die Polizei per Twitter mitteilte. Das Gebäude sollte evakuiert werden. Der Tweet wurde wenig später wieder gelöscht. Es habe sich um einen Fehlalarm gehandelt, sagte eine Sprecherin. Im Paket war nur ein Christstollen.


Verdächtige Pakete bei Firmen in Nürnberg und Fürth

Ernster schien die Lage - zumindest vorübergehend - in Mittelfranken zu sein. In Nürnberg und Fürth gab es fast zeitgleich zwei größere Polizeieinsätze wegen verdächtigen Paketen. In beiden Fällen, wurden die Sendungen von Spezialisten des Bayerischen Landeskriminalamts untersucht, die letztlich Entwarnung geben konnten.
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