Schwerin
Spiegel-Bericht

Terrorverdächtiger von Schwerin soll Bombenmaterial bei Amazon bestellt haben

Der unter Terrorverdacht in Schwerin festgenommene Syrer Yamen A. hat nach einem "Spiegel"-Bericht Material zum Bombenbau über Amazon gekauft.
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Ein Polizist sichert am 31.10.2017 im Plattenbauviertel Neu Zippendorf in Schwerin (Mecklenburg-Vorpommern) auf dem Balkon der Wohnung eines Tatverdächtigen einen Stapel mit Papieren. Bei dem mehrstündigen Anti-Terror-Einsatz wurde zuvor ein mutmaßlicher Islamist aus Syrien festgenommen. Foto: Jens Büttner/dpa
Ein Polizist sichert am 31.10.2017 im Plattenbauviertel Neu Zippendorf in Schwerin (Mecklenburg-Vorpommern) auf dem Balkon der Wohnung eines Tatverdächtigen einen Stapel mit Papieren. Bei dem mehrstündigen Anti-Terror-Einsatz wurde zuvor ein mutmaßlicher Islamist aus Syrien festgenommen. Foto: Jens Büttner/dpa
Der 19-Jährige habe dort Chemikalien bestellt, die für die Herstellung des Sprengstoffs TATP geeignet seien. Auf diese Weise hätten sich bereits mehrfach Islamisten Zutaten für den Bombenbau beschafft, so etwa die jungen Männer, die im April 2016 einen Sprengsatz an einem Sikh-Tempel in Essen zündeten und dabei einen Priester schwer verletzten.

Die Sicherheitsbehörden seien über diese Entwicklung alarmiert, schreibt das Nachrichtenmagazin. Erschrocken seien sie auch, weil die Amazon-Algorithmen potenziellen Attentätern offenbar automatisch gefährliche Zutaten vorschlagen, nach dem Motto: "Kunden, die diesen Artikel gekauft haben, kauften auch ...". Laut "Spiegel" testeten die Ermittler dies selbst und legten Wasserstoffperoxid in den virtuellen Warenkorb. Sie hätten prompt weitere Chemikalien und Utensilien vorgeschlagen bekommen, die zum Bombenbau benutzt werden könnten.

Zudem könnten Händler, die über die Internetplattform Geschäfte abwickeln, möglicherweise Beschränkungen zum Verkauf bestimmter Chemikalien unterlaufen, befürchten die Ermittler dem Bericht zufolge.

Amazon habe auf Anfrage mitgeteilt, dass das Unternehmen wie bisher mit der Polizei zusammenarbeite, um sie bei ihren Ermittlungen zu unterstützen. Zudem würden "im Rahmen der jüngsten Ereignisse" Änderungen an der Internetseite vorgenommen, "um sicherzustellen, dass Produkte in geeigneter Weise präsentiert werden". Verbotene Waren würden von Amazon nicht verkauft.

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